Gottzentriertes Gebet

Autor :   Zac Poonen Kategorien :   Hingabe an Christus

Kapitel 0
Einführung

Es gibt zwei wesentliche Elemente für effektives Gebet.

Der Erste ist, dass wir eine gottgegebene BÜRDE haben müssen. Gebet ist wie ein Kreis, der mit Gott beginnt und mit Gott endet. Die erste Hälfte des Kreises besteht darin, dass Gott uns durch den Heiligen Geist in unserem Herzen eine Bürde gibt. Die zweite Hälfte des Kreises besteht darin, dieses von Gott inspirierte Gebet zurück zu unserem Vater zu beten. Auf diese Weise schließt sich der Kreis. Das ist die Bedeutung des Ausdrucks „im Geist zu beten".

Der zweite wesentliche Faktor ist GLAUBE. Gott erwartet, dass wir ihm vertrauen. Wir entehren ihn durch Unglauben - weil Unglauben unterstellt, dass Gott uns gegenüber weniger besorgt ist als es irdische Väter gegenüber ihren Kindern sind.

Gebet ist in Gottes Augen nicht wirklich Gebet, wenn unsere Bitten nur in unserem Verstand oder auf unserer Zunge entstehen. Nur wenn sie das tiefste Verlangen unseres Herzens sind, werden sie zu echtem Gebet.

Gebet ist im Wesentlichen eine Sache von Leben. Und die Wirksamkeit unserer Gebete wird von der Gerechtigkeit unseres Lebens abhängen. Wahre Gerechtigkeit macht einen Menschen gottzentriert. Das bedeutet, dass er anfängt, „die Dinge aus Gottes Sicht zu betrachten" (Kol 1,9; frei übersetzt). Er betrachtet Menschen oder Dinge oder Umstände nicht mehr länger aus einem menschlichen Blickwinkel (2Kor 5,16). All die Dinge um ihn herum mögen unverändert bleiben. Aber der gottzentrierte Mensch ist in himmlische Regionen versetzt worden und betrachtet nun alle Menschen und alle Dinge auf eine Weise, wie Gott sie sieht.

Nur ein solcher Mensch kann nach dem Herzen Gottes beten.

Gebet soll für unseren Geist das sein, was Atmen für unseren Leib ist. Atmen ist eine mühelose Aktivität, mit der wir die ganze Zeit beschäftigt sind. Wir brauchen keine Bücher, die uns atmen beibringen! In der Tat, wenn atmen für uns schwierig wird, dann ist das ein Zeichen für irgendeine Krankheit!

Das bedeutet nicht, dass Gebet keine anstrengende Arbeit ist. Jesus betete„mit lautem Schreien und mit Tränen" (Hebr 5,7). Die Apostel „rangen ernstlich in ihren Gebeten" (Kol 4,12). Alle ernsthaften Christen werden beim Gebet das Gleiche empfinden, denn wir „haben mit den bösen Geistern unter dem Himmel zu kämpfen" (Eph 6,12). Aber wenn Gebet ein eintöniges Ritual wird, ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass der Patient „geistliches Asthma" hat.

Solche Christen sind krank, und sie müssen das erkennen. Um geheilt zu werden brauchen sie nicht mehr Lehre, wie man betet, sondern Lehre, wie sie ihre Prioritäten im Leben neu ausrichten können.

Darum geht es in diesem Buch.

Wenn wir gottzentriert und unsere Prioritäten richtig sind, werden wir von diesem

„Asthma" geheilt werden. Gebet wird immer noch mit lautem Schreien und mit Tränen vermischt sein, und es wird Mühe und Kampf geben, aber es wird nicht mehr länger ein Ritual sein. Es wird ein Vergnügen und eine Freude sein.

Wenn du ein solches Leben haben möchtest, dann lies weiter …

Weiterlesen...