Gottes Willen finden

Autor :   Zac Poonen Kategorien :   Jugendlicher Jünger

Kapitel 0
Einführung

Viele Christen sind verwirrt darüber, wie sie Gottes Willen für ihr Leben finden können. Dieses Buch ist ein Versuch, ihnen zu helfen. Es bietet keine perfekte Formel für unfehlbare Führung, denn die Bibel bietet keine solche an. Wir müssen uns hüten, göttliche Führung auf eine mechanische, statt auf eine geistliche Art und Weise zu suchen.

Dieses Buch hat nicht den Zweck, dir all die Antworten zu geben. Sein Hauptzweck besteht darin, dich zu ermutigen, dich mehr auf den Heiligen Geist zu verlassen. Watchman Nee hat gesagt: „Wir Menschen sollen keine ‚perfekten' Bücher herausgeben. Die Gefahr einer solchen Perfektion liegt darin, dass ein Mensch ohne die Hilfe des Heiligen Geistes verstehen kann. Aber wenn Gott uns Bücher gibt, werden sie stets defekte Fragmente sein, nicht immer klar oder widerspruchsfrei oder logisch, mit fehlenden Schlussfolgerungen, und doch kommen sie in unser Leben hinein und sind unserem Leben dienlich. Wir können göttliche Tatsachen nicht sezieren und sie umschreiben und systematisieren. Nur der unreife Christ fordert stets intellektuell befriedigende Schlussfolgerungen. Das Wort Gottes hat diesen fundamentalen Charakter, dass es immer und in erster Linie zu unserem Geist und zu unserem Leben spricht." Möge dieses Buch unserem Verstand nicht bloß Wissen, sondern vor allem Leben für unseren Geist vermitteln.

Ein Wort zum Inhalt dieses Buches: Kein Absatz oder sogar Kapitel ist für sich allein genommen vollständig, wenn es nicht im Kontext des ganzen Buches gelesen wird. In manchen Fällen kann ein völlig falscher Eindruck als der beabsichtigte entstehen, wenn auch nur ein Satz im Buch ignoriert oder unaufmerksam gelesen wird. Ich möchte den Leser daher dringend bitten, das Buch langsam und sorgfältig zu lesen (lies es zweimal, wenn möglich), um die Botschaft richtig zu verstehen.

Kapitel 2 ist vielleicht das wichtigste Kapitel in diesem Buch. Wenn wir die Bedingungen erfüllen, um Gottes Willen zu finden, dann wird Führung unweigerlich eine einfache Angelegenheit. Wenn wir uns verheddern, ist es gewöhnlich deswegen, weil irgendeine Bedingung in unserem Leben nicht erfüllt wurde. Möge der Herr uns allen helfen, ihn zu verherrlichen, indem wir seinen Willen auf Erden tun, wie er im Himmel getan wird.

Ich habe hierbei nicht die englische King James-Bibelübersetzung verwendet, damit uns ihre archaische Sprache nicht daran hindert, die wahre Bedeutung der Heiligen Schrift zu verstehen. Ich habe stattdessen für alle Zitate aus der Heiligen Schrift moderne Bibelübersetzungen benutzt. Ich habe einmal eine angepasste Übersetzung der Begebenheit in Apostelgeschichte 8,30-31 gelesen. Philippus stellt dem äthiopischen Staatsmann die Frage: „Verstehst du auch, was du da liest?" Letzterer antwortet: „Wie kann ich, wenn mir nicht jemand eine moderne Übersetzung gibt?"

Die Bibelzitate stammen aus der „Amplified Bible" (abgekürzt „AB"), falls nicht anders angegeben. Die Abkürzung „JBP" bezieht sich auf die J.B. Philips-Übersetzung des Neuen Testaments. „TLB" steht für „The Living Bible", eine freie Übersetzung der Heiligen Schrift von Kenneth Taylor. „NASB" bezieht sich auf die „New American Standard Bible." Ich bin dankbar für die Erlaubnis, Zitate aus diesen Bibelübersetzungen verwenden zu können.

Ich schulde einer Reihe von Dienern des Herrn Dank, die durch das Originalmanuskript dieses Buches gegangen sind und hilfreiche Vorschläge gemacht haben.

Zac Poonen

Kapitel 1
Gottes Plan für dein Leben

Die größte Ehre und das größte Privileg des Menschen ist es, Gottes Willen zu tun. Das war die Botschaft, die der Herr Jesus seinen Jüngern beibrachte. Er sagte einmal, dass nur diejenigen, die den Willen des Vaters tun, in das Himmelreich kommen werden (Mt 7,21). Er sagte auch, dass seine wahren Brüder und Schwestern diejenigen waren, die den Willen Gottes taten (Mt 12,50).

Diese Betonung wurde von den Aposteln in gebührender Weise an ihre Generation weitergegeben. Petrus erklärte, dass Gott die Menschen von Sünde befreit, damit sie seinen Willen tun können (1Pt 4,1-2). Paulus bekräftigte, dass Gläubige in Christus Jesus neu geboren werden, damit sie auf einem Pfad wandeln können, den Gott bereits für sie bestimmt hat. Er ermahnte daher die Christen in Ephesus, nicht unweise zu sein, sondern den Willen des Herrn für ihr Leben zu verstehen (Eph 2,10; 5,17). Er betete, dass die Christen in Kolossä mit der Erkenntnis von Gottes Willen erfüllt sein mögen. Er sagte ihnen, dass sein Mitarbeiter Epaphras ebenfalls für sie betete, damit sie den ganzen Willen Gottes erfüllen mögen (Kol 1,9; 4,12). Der Apostel Johannes lehrte, dass nur diejenigen, die den Willen Gottes tun, in Ewigkeit bleiben werden (1Joh 2,17).

Diese Betonung findet man in unserer Zeit und in unserer Generation leider selten. Daraus resultieren die Oberflächlichkeit und die Kraftlosigkeit des heutigen Durchschnittsgläubigen. Man drängt die Menschen nur zwecks Vergebung der Sünden zu Jesus zu kommen. Zur Zeit der Apostel wurde den Menschen gesagt, dass Vergebung der Sünden nur ein Auftakt zu einem Leben ist, das der Erfüllung des ganzen Willens Gottes gewidmet ist.

Apostelgeschichte 13,22 scheint darauf hinzudeuten, dass David „ein Mann nach Gottes Herzen" genannt wurde, weil er allein den Willen Gottes tun wollte. David selbst sagt uns an anderer Stelle, dass er Freude daran hatte, den Willen Gottes zu tun. Er war kein perfekter Mensch. Er beging viele Sünden, einige sehr ernste, für die Gott ihn schwer strafen musste. Doch Gott vergab ihm und fand Gefallen an ihm, weil David im Grunde den ganzen Willen Gottes tun wollte. Das ermutigt uns zu glauben, dass auch wir trotz unserer Fehler Männer und Frauen nach Gottes Herzen sein können - wenn unser Herz nur darauf ausgerichtet ist, seinen Willen zu tun.

Das Neue Testament hält Gläubige dazu an, so wie Jesus zu leben und seinem Vorbild nachzufolgen (1Joh 2,6). Der Leitsatz von Jesu ganzem Leben und Dienst war es, den Willen seines Vaters zu tun. Er setzte sich niemals in Bewegung, bis ihm sein Vater das auftrug. Und wenn er aufbrach, konnten ihn weder die Drohungen seiner Feinde noch das Flehen seiner Freunde aufhalten, das zu tun, was der Vater von ihm verlangte. Seine tägliche Speise war es, den Willen seines Vaters zu tun (Joh 4,34). Während Menschen nach Nahrung begehren, begehrte Jesus, den Willen dessen zu tun, der ihn gesandt hatte.

Jeder Christ sollte einen ähnlichen Hunger haben, den ganzen Willen Gottes zu tun. Wie leicht ist es, „Dein Wille geschehe auf Erden wie im Himmel", zu beten und dann einfach zu tun, was uns gefällt, ohne Gottes Führung in unserem täglichen Leben zu suchen.

Gottes Plan ist der beste

Es ist der Gipfel der Torheit, Gottes Führung nicht zu suchen. Wenn du in einer stockdunklen Nacht allein in einem dichten Wald wärst und nicht wüsstest, in welche Richtung du gehen solltest, wärest du froh, jemanden bei dir zu haben, der jeden Meter des Waldes kennt und dem du voll vertrauen kannst. Du würdest ihm ohne Frage gerne folgen, egal welchen Weg er einschlagen würde. Es wäre töricht, seinen Rat zu ignorieren und ohne Hilfe in diesen dunklen und dichten Wald voller verborgener Gefahren zu gehen. Doch viele Christen tun genau das.

Die Zukunft, die vor uns liegt, ist finsterer als irgendetwas auf Erden womöglich sein könnte. Wir können nicht sehen, was vor uns liegt. Aber wir müssen vorangehen.

Manchmal kommen wir in unserem Leben an einen Scheideweg, wo wir Entscheidungen mit weitreichenden Konsequenzen treffen müssen. Entscheidungen wie die Wahl eines Berufes oder eines Lebenspartners beeinflussen unsere ganze Zukunft. Wie sollen wir uns in solchen Zeiten entscheiden? Wir wissen nichts von den Gefahren und verborgenen Fallgruben entlang des Weges. Wir wissen nichts von den Fallstricken Satans, die er für uns ausgelegt hat. Und doch müssen wir uns entscheiden, welchen Weg wir gehen wollen.

Es wäre daher nicht nur wünschenswert, sondern für uns notwendig, jemanden in solchen Zeiten neben uns zu haben, dem wir voll vertrauen können, der die ganze Zukunft kennt. Im Herrn Jesus Christus haben wir genau diese Person und er ist mehr als bereit, uns auf dem sichersten und besten Pfad zu führen.

Die Bibel lehrt, dass Gott für jeden von uns einen spezifischen Plan hat (Eph 2,10). Er hat für uns eine Karriere geplant, einen Lebenspartner für uns ausgewählt und sogar geplant, wo wir leben und was wir jeden Tag tun sollten. In jedem Fall muss seine Wahl die beste sein, denn er kennt uns so gut und er zieht jeden Faktor in Betracht. Es ist dann am Weisesten, in allen Angelegenheiten - in großen und in kleinen - seinen Willen zu suchen.

Es ist nicht nur töricht, sondern auch gefährlich, allein den Schlussfolgerungen unseres begrenzten Verstandes und den Diktaten unserer Gefühle zu folgen. Wenn wir nicht von der Überzeugung ergriffen sind, dass Gottes Plan tatsächlich der Beste ist, werden wir ihn wahrscheinlich nicht ernsthaft suchen.

Viele haben in ihrem Leben Schiffbruch erlitten, weil sie es versäumt haben, Gottes Willen schon von Jugend an zu suchen. Es ist in der Tat „ein köstlich Ding für einen Mann, dass er das Joch in seiner Jugend trage" (Kl 3,27). In Matthäus 11,28-30 lädt uns Jesus ein, sein Joch auf uns zu nehmen. Was bedeutet es, dieses Joch auf uns zu nehmen? Wenn ein Paar Ochsen benutzt wird, um ein Feld zu pflügen, werden sie durch ein Joch auf ihrem Nacken zusammengehalten. Wenn einem jungen Ochsen das Pflügen beigebracht werden soll, wird er mit einem erfahrenen Ochsen zusammengespannt. Der neue Ochse wird auf diese Weise gezwungen, in dieselbe Richtung und mit derselben Geschwindigkeit wie der ältere Ochse zu gehen.

Das bedeutet es, das Joch Jesu auf uns zu nehmen. Wir werden mit Jesus auf dem Weg, der ihm gefällt, gehen müssen, indem wir nie ohne seine Führung vorauseilen, noch hinterherhinken, wenn er uns zu einem neuen Schritt des Gehorsams aufruft. Wenige verstehen diese Bedeutung des Jochs. Noch weniger sind bereit, es auf sich zu nehmen. Der Ochse wird von seinem Eigentümergezwungen, das Joch auf seinen Nacken zu nehmen. Aber Jesus lädt uns ein. Hier gibt es keinen Zwang. Wie töricht sind wir, eine solche Einladung abzulehnen! Wir würden lieber das schwere Joch unseres Eigenwillens mit den damit verbundenen Frustrationen, Niederlagen und Bedauern als das leichte Joch Jesu, das wahre Freiheit und tiefe Ruhe bringt, auf uns nehmen!

„Kommt her zu mir und ich werde euch Ruhe geben - alle, die ihr euch so hart unter einem schweren Joch abmüht. Tragt mein Joch … und erlaubt mir, euch zu lehren (wie der ältere Ochse den unerfahrenen Ochsen lehrt) … und ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen; denn ich lege euch nur leichte Lasten auf" (Mt 11,28-30; TLB).

Wir lesen von Henoch, dass er „mit Gott wandelte" (1Mo 5,22), d. h. er eilte nicht voraus und hinkte nicht hinterher, sondern wandelte als Einer, der auf Gottes festgesetztem Pfad unter dem Joch war - 300 Jahre lang. Als Folge davon bezeugte Gott, dass er an Henochs Leben Wohlgefallen hatte (Hebr 11,5). Das ist der einzige Weg, wie wir Gott gefallen können - indem wir unter seinem Joch, in seinem perfekten Willen leben und wandeln. Nur auf diese Weise werden wir in der Lage sein, ohne Bedauern vor ihm zu stehen, wenn er wiederkommt.

Gottes Plan verfehlen

Es ist für einen Christen möglich, Gottes perfekten Plan für sein Leben zu verfehlen. Saul wurde von Gott auserwählt, um König über Israel zu sein, aber schließlich musste ihn Gott als Folge von Ungeduld und Ungehorsam verwerfen. Es ist richtig, dass er noch einige Jahre auf dem Thron blieb, aber er hatte Gottes Willen für sein Leben verfehlt. Salomo ist ein weiteres Beispiel dafür. Er gefiel Gott in den ersten Jahren seiner Herrschaft, aber er fiel später ab, weil er heidnische Frauen heiratete.

Im Neuen Testament werden wir zweimal ermahnt, uns vom Beispiel der Israeliten, die in der Wüste umkamen, warnen zu lassen. Gottes vollkommener Wille für sie war der Einzug in das Land Kanaan. Aber alle außer zweien von ihnen verwirkten Gottes Bestes für sie durch Unglauben und Ungehorsam (1Kor 10,1-12; Hebr 3,7-14). Viele Christen haben Gottes perfekten Plan für ihr Leben in ähnlicher Weise durch Ungehorsam und Kompromisse verfehlt - oft in der Ehe oder bei der Berufswahl.

G. Christian Weiss berichtet in seinem Buch „Der vollkommene Wille Gottes" von einem Lehrer in einer Bibelschule, der seinen Studenten eines Tages sagte: „Ich habe den Großteil meines Lebens nur für Gottes Zweitbestes gelebt." Gott hatte ihn in seiner Jugend berufen, ein Missionar zu sein, aber er hatte sich infolge der Eheschließung von dieser Berufung abgewandt. Er begann dann ein selbstsüchtiges Leben als Geschäftsmann, indem er in einer Bank arbeitete, wo sein Hauptziel im Geldverdienen bestand. Gott sprach einige Jahre weiterhin mit ihm, aber er weigerte sich, sich ihm hinzugeben. Eines Tages fiel sein kleines Kind von einem Stuhl und starb. Das trieb ihn auf seine Knie und nach einer durchweinten Nacht vor Gott legte er sein Leben vollständig in Gottes Hände. Jetzt war es für ihn zu spät, nach Afrika zu gehen. Diese Tür war zu. Er wusste, dass dies für ihn Gottes Bestes gewesen wäre, aber er hatte es verpasst. Alles, was er nun tun konnte, bestand darin, den Rest seines Lebens halbwegs nutzbringend zu verbringen. Er wurde ein Lehrer in einer Bibelschule, aber er konnte nie mehr vergessen, dass dies nur Gottes Zweitbestes für ihn war.

Weiss fährt fort: „Ich habe seither zahllose Leute getroffen, die dasselbe Zeugnis ablegten. Diese Zeugnisse waren in bittere Tränen gebadet oder mindestens von Tränen gekennzeichnet. Denn während Gott dankenswerter Weise Wege hat, sogar die zu gebrauchen, die gesündigt haben und die an diesem einzigen Eingangstor in den Kanal seines vollkommenen Willens vorbeigingen, kann das Leben nie mehr so sein, wie es Gott ursprünglich vorgesehen hat. Es ist eine Tragödie, Gottes perfekten Willen für sein Leben zu verfehlen. Lieber Christ, hör' genau auf diese Worte und auf dieses Zeugnis, damit nicht auch du seine perfekte erste Wahl verpasst. Gott wird zweifellos jedes Leben, das sich seinen Händen ergibt, irgendwo auf dem Pfad des Lebens gebrauchen, aber setzen wir uns zum Ziel, unter denen zu sein, die seinen Willen bereits von Beginn des Lebens an gesucht und sich ihm unterstellt haben und somit diese schmerzhaften und schändlichen Umwege entlang des Weges vermieden haben."

Wir können nicht das siegreiche Leben führen oder von maximalem Nutzen für den Herrn oder ein Segen für andere an irgendeinem Ort, den wir wählen, sein. Einige mögen glauben, dass sie ihre eigene Karriere und ihren eigenen Wohnort wählen und dann ein Zeuge für den Herrn sein können, wo immer sie sind. Der Herr kann solche Christen in seiner Barmherzigkeit auf eine begrenzte Weise gebrauchen. Aber ihre Nützlichkeit in Gottes Weinberg wird nur ein Bruchteil dessen sein, was sie hätte sein können, wenn sie ernsthaft seinen Plan gesucht und im Zentrum seines vollkommenen Willens geblieben wären. Verkümmertes geistliches Wachstum und beschränkte Fruchtbarkeit sind nur die Folgen einer fahrlässigen Missachtung von Gottes Gesetzen.

Wenn du Gott in einer Angelegenheit ungehorsam warst, so wende dich jetzt reuevoll an ihn, bevor es zu spät ist. Es mag für dich immer noch möglich sein, so wie in Jonas Fall, zurück in die Hauptrichtung von Gottes Plan für dein Leben zu kommen.

Jeder von uns hat nur ein Leben. Gesegnet ist der Mensch, der wie Paulus am Ende des Lebens sagen kann, dass er seine gottgegebene Aufgabe erfüllt hat (2Tim 4,7).

„Die Welt und all ihre leidenschaftlichen Begierden werden eines Tages vergehen. Aber der Mensch, der Gottes Willen folgt, ist Teil des Permanenten und kann nicht sterben" (1Joh 2,17; JBP).

„Lebt daher euer Leben mit einem gebührenden Sinn von Verantwortung, nicht als Menschen, die die Bedeutung und den Zweck des Lebens nicht kennen, sondern als solche, die sie kennen. Macht das Beste aus eurer Zeit, trotz all der Schwierigkeiten, die es heute gibt. Seid nicht vage, sondern begreift, was der Wille des Herrn ist" (Eph 5,15-17; JBP).

Zusammenfassung

1. Der Herr Jesus und seine Apostel lehrten, dass es die größte Ehre und das größte Privileg eines Menschen ist, den Willen Gottes zu tun.

2. Es ist töricht, eigenmächtig in die Zukunft zu schreiten, wenn Gott darauf wartet, uns zu führen. Sein Plan ist der beste. Wenn wir uns ihm ergeben, kann er uns von den Fallgruben Satans erretten.

3. Es ist möglich, Gottes vollkommenen Willen für unser Leben durch Fahrlässigkeit oder Ungehorsam zu verfehlen.


Kapitel 2
Bedingungen, um Gottes Willen zu finden

Göttliche Führung kann nicht für sich, getrennt von einer persönlichen Beziehung mit Gott betrachtet werden. Viele begehren die Gaben, aber nicht den Geber. Wenn wir uns nach Führung sehnen, aber nicht nach Gott selber dürsten, werden wir die Führung, die wir suchen, nicht erhalten.

Eine Person muss in Gemeinschaft mit Gott sein, um seine Führung in seinem Leben zu erfahren. Das beinhaltet, dass sie zuallererst durch die Neugeburt in eine lebendige Beziehung mit Christus kommt. Aber das allein ist nicht genug. Es gibt gewisse andere wesentliche Bedingungen, die man erfüllen muss, wenn man Gottes Führung erkennen möchte. Diese Voraussetzungen werden in zwei Abschnitten der Heiligen Schrift, eine im Alten, eine im Neuen Testament (Spr 3,5-6; Röm 12,1-2), erwähnt. Schauen wir uns diese Passagen im Detail an.

Glaube

„Verlass dich auf den Herrn von ganzem Herzen … so wird er deine Wege leiten" (Spr 3,5-6).

Es gibt viele Menschen, die niemals zu einer Erkenntnis von Gottes Willen kommen, weil sie einfach nicht glauben, dass Gott sie leiten wird. Glaube ist eine Voraussetzung, wenn wir Gottes Führung suchen. Unter Glauben verstehen wir nicht bloß eine verstandesmäßige Annahme von Wahrheit, sondern ein Vertrauen auf Gott, das aus einer persönlichen Erkenntnis von ihm resultiert.

Wenn es uns an Weisheit (an Erkenntnis von Gottes Gedanken in einer bestimmten Situation) mangelt, werden wir eingeladen, Gott darum zu bitten, und uns wird versprochen, dass er sie uns reichlich geben wird - vorausgesetzt, wir bitten im Glauben. Jemand, der ohne Glauben bittet, wird unweigerlich nichts empfangen (Jak 1,5-7).

Junge Christen mögen glauben, dass göttliche Führung nur dem reifen Gläubigen zur Verfügung steht, der über mehrere Jahre in der Erkenntnis des Herrn gewachsen ist. Es ist zweifellos richtig, dass wir Gottes Sinn besser verstehen können, je mehr wir mit Gott wandeln. Trotzdem ist es auch wahr, dass es Gottes Wunsch ist, alle seine Kinder zu leiten. Was zu Paulus gesagt wurde, gilt für uns alle: „Gott hat dich erwählt und bestimmt, dass du seinen Willen mehr und mehr erkennst - d.h. ihn besser und klarer zu erkennen und mit seinem Willen immer enger vertraut zu werden" (Apg 22,14). Ein Vater offenbart seinen Kindern mit Freuden seine Wünsche und Pläne für sie - nicht nur den älteren, sondern auch den jüngeren Kindern. Dasselbe trifft auf unseren himmlischen Vater zu. Gott sagte in seinem Wort, dass ihn in dieser Zeit des Neuen Bundes alle seine Kinder -„vom Kleinsten bis zum Größten" - persönlich erkennen würden (Hebr 8,10-11). Daher kann jeder von uns „in der vollen Gewissheit des Glaubens" zu ihm kommen, dass er Freude daran hat, seinen suchenden Kindern seinen Willen zu offenbaren.

In Hebräer 11,6 lesen wir, dass es ohne Glauben unmöglich ist, Gott zu gefallen. Der Vers besagt weiter, dass er jene belohnen wird, die ihn ernstlich und fleißig suchen. Der Beweis für den Glauben eines Menschen liegt im beharrlichen Gebet (Lk 18,1-8). Jemand, der zweifelt, wird mit dem Gebet bald wieder aufhören. Aber derjenige, der glaubt, wird an Gott festhalten, bis er eine Antwort erhält. Gott honoriert Ernsthaftigkeit, weil diese das Ergebnis eines starken Glaubens ist. Wir können von Gott nichts Wertvolles empfangen, ohne es zuerst intensiv zu begehren. „Er sättigt (nur) die durstige Seele" (Ps 107,9). Gott hat gesagt: „Dann werdet ihr mich suchen, nach mir fragen, nach mir als unerlässliche Notwendigkeit Verlangen haben und mich finden - wenn ihr mich von ganzem Herzen sucht" (Jer 29,13). Ist es nicht wahr, dass wir oft nur halbherzig Gottes Führung gesucht haben? Als Jesus im Garten Gethsemane den Willen des Vaters suchte, betete er immer wieder „in verzweifeltem Gebet und in Todesangst und unter Tränen" (Hebr 5,7; JBP). Wie lässig ist unser Suchen im Vergleich dazu! Wir suchen Gottes Willen oft nicht mit größerem Ernst als wenn wir ein verlorenes Fünf-Cent-Stück suchen würden! Kein Wunder, dass wir ihn nicht finden. Wenn wir den Willen Gottes als den größten Schatz auf Erden wertschätzen, werden wir ihn von ganzem Herzen suchen. Glauben wir wirklich, dass Gott ernsthaft Suchende belohnen wird? Dann wird sich unser Glaube in aufdringlichem Gebet manifestieren. Wenn wir mit ernstem Verlangen erfüllt sind, seinen Willen in jedem Bereich unseres Lebens zu erfüllen, wird Gott uns zweifellos seinen Sinn offenbaren. Er kann nicht anders als einen Glauben zu ehren, der an Gott festhält, bis er eine Antwort erhält.

Glaube wird in der Bibel oft mit Geduld gepaart. Beide sind notwendig, wenn wir Gottes Verheißungen ererben wollen (Hebr 6,12.15). David ermahnt uns (zweifellos aus seiner eigenen Erfahrung), unseren Weg dem Herrn zu befehlen, auf ihn zu vertrauen und geduldig auf seine Zeit zu warten, und wir haben die Versicherung, dass er uns nicht enttäuschen wird (Ps 37,5.7). Eine der größten Versuchungen, wenn wir Gottes Führung suchen, besteht darin, sich aufzuregen und ungeduldig zu werden. Aber das gläubige Herz bleibt ruhig.

Es gibt einige Entscheidungen, bezüglich derer wir keinen vollkommen klaren Hinweis auf den Sinn des Herrn haben müssen. Wenn du beispielsweise den Willen des Herrn suchst, ob du eine Reise am 15. oder am 16. des Monats antreten solltest, musst du gewöhnlich nicht unendlich auf ein Wort von ihm warten.

Doch gibt es einige Entscheidungen, bei denen wir warten müssen, bis uns der Wille Gottes völlig klar ist. Wenn wir beispielsweise die Ehe ins Auge fassen, können wir es uns nicht leisten, unsicher zu sein. Wir müssen völlig sicher sein, was Gottes Wille ist, bevor wir die Entscheidung treffen. Eine solche Entscheidung ist offensichtlich von größerer Bedeutung, als die vorhin genannte, weil ihre Auswirkungen viel weitreichender sind. Je wichtiger die Entscheidung ist, desto länger müssen wir gewöhnlich warten, um uns in Bezug auf Gottes Willen sicher zu sein.

Wenn wir auf den Herrn vertrauen, werden wir keine Angst haben, zu warten. Wir werden nicht danach trachten, aus Angst davor, dass wir durch Warten das Beste verlieren könnten, vor Gottes festgesetzter Zeit etwas an uns zu reißen. Gott ist in der Lage, in jedem Bereich das Beste für uns sicherzustellen. Wenn wir ungeduldig Dinge an uns reißen, verlieren wir unweigerlich Gottes Bestes. Die Bibel sagt: „Wer glaubt … wird nicht ängstlich eilen" (Jes 28,16).

Im großen „Psalm um [Gottes] Führung" - Psalm 25 - spricht David immer wieder darüber, auf den Herrn zu harren (V. 3. 5. 21). Niemand, der auf die Zeit des Herrn wartet, wird jemals bereuen, auf Gott gewartet zu haben, denn Gott „wirkt und zeigt sich aktiv gegenüber denen, die (ernstlich) auf ihn harren" (Jes 64,3; vgl. 49,23).

Oft geschieht es erst während wir warten, dass Gott uns seinen Sinn klarmachen kann. McConkey schrieb in seiner Broschüre „Guidance": „Manchmal zapfst du vom Wasserhahn ein Glas Wasser, das schmutzig und trübe ist. Wie reinigst du es? Du stellst das Glas mit dem schmutzigen Wasser auf deinen Tisch. Nach einigen Augenblicken lagert sich das Sediment auf dem Boden des Glases ab. Das Wasser wird nach und nach klarer. In einigen Augenblicken ist es so rein, dass du Gegenstände identifizieren kannst, wenn du hindurchschaust. Das alles wurde einfach durch Warten herbeigeführt. Im Bereich der Führung gibt es dasselbe Gesetz. Auch hier ist Warten Gottes großes Mittel, um Dinge sich setzen zu lassen … und während wir warten, setzt sich das Sediment langsam … die unbedeutenden Dinge nehmen ihren gebührenden untergeordneten Platz ein. Die großen Dinge werden in ihrer gebührenden Bedeutung sichtbar. Warten ist die Lösung von alledem … Die überwältigende Mehrheit unserer Fehler rührt daher, dass wir das Warten vernachlässigen. Eile ist öfter eine Falle Satans als sie eine Notwendigkeit für Führung ist …

Manchmal ist unsere Ratlosigkeit so groß, dass es so scheint, dass Führung niemals kommen wird. In solchen Zeiten hat der Psalmist eine wertvolle Botschaft in seinem Wort über die Nachtwächter. ‚Ich schaue und warte auf den Herrn, mehr als die Wächter auf den Morgen' (Ps 130,6). Wie warten Menschen, die in der Nacht stundenlang auf die Dämmerung harren, auf den Morgen? Darauf gibt es eine vierfache Antwort:

Sie halten Wache in der Dunkelheit. Sie achten auf das, was langsam kommt. Sie warten auf das, was mit Gewissheit kommt. Sie warten auf das, wenn es kommt, das Licht des Tages bringt.

So ist es mit uns, die wir auf Führung warten. Oft ist unsere Ratlosigkeit so extrem, dass wir in totaler Finsternis zu warten scheinen. Auch für uns scheinen - wie bei denen, die auf den Tagesanbruch warten - die ersten schwachen Streifen der Dämmerung so langsam zu kommen! Zudem, so wie es niemals eine Nacht gab, die nicht in der Morgendämmerung endete, so endet unsere Nacht der Ungewissheit mit Sicherheit im Licht der Morgendämmerung von Gottes Führung. Schließlich bringt sie, wie die langsam anbrechende Morgendämmerung reichlich Licht und Segen mit sich. Wenn unsere gottgegebene Führung schließlich über uns kommt, wird es unsere wartenden Seelen so erfreuen und unseren trüben Pfad so erleuchten, dass wir die langen Tage, die wir in der Finsternis gewartet haben, fast vergessen."

Nimm dich in Acht, in Eile zu handeln. Ungeduld hat seine Ursache immer in Unglauben. Von den Israeliten in der Wüste heißt es, „dass sie nicht (ernsthaft) auf seine Pläne warteten und sie nicht respektierten" (Ps 106,13). Dadurch verpassten sie Gottes Bestes. Möge Gott uns vor einer solchen Tragödie bewahren.

Misstrauen gegenüber sich selber

„Verlass dich nicht auf deine eigene Einsicht oder deinen Verstand … und er wird deine Pfade ebnen" (Spr 3,5-6).

Derjenige, der seiner eigenen natürlichen Weisheit in geistlichen Angelegenheiten nicht misstraut, muss erst noch eine der grundlegenden Lektionen des christlichen Lebens lernen. Spärliche Intelligenz an sich kann einen Menschen nicht der Erkenntnis von Gottes Willen berauben, wenn er sich auf Gott verlässt - aber ein stolzes Vertrauen auf die eigene Klugheit und Vorausschau kann es. Paulus sagt in Philipper 3, dass ein Christ durch einen Mangel an Vertrauen in sich selbst gekennzeichnet sein sollte.

Paulus war ein großer Intellektueller, aber er musste sich trotzdem selber misstrauen und sich auf Gott verlassen. Er schreibt den Christen in Korinth aus seiner eigenen Erfahrung: „Wenn jemand unter euch sich zu den Klugen dieser Welt zählt, der soll seine Klugheit verwerfen, damit er lerne, wirklich weise zu sein. Denn die Klugheit dieser Welt ist Dummheit bei Gott" (1Kor 3,18-19; JBP). Weltliche Weisheit ist ein Hindernis für das Erkennen von Gottes Willen und muss daher verworfen werden.

Damit diese letzte Aussage nicht missverstanden wird, möchte ich ein Wort der Erklärung hinzufügen. Weltliche Weisheit zurückzuweisen heißt nicht, dass wir unsere intellektuellen Fähigkeiten nicht nutzen sollten. Paulus nutzte seine und es ist undenkbar, dass er andere jemals bitten würde, ihre Fähigkeiten nicht zu gebrauchen. Weltliche Weisheit kann sich nicht auf Ausbildung oder Bildung beziehen, denn sowohl der gebildete Paulus als auch die ungebildeten Korinther (an die er schrieb), mussten sie verwerfen. Sie bezieht sich auf das Ausmaß des Vertrauens, das wir in unsere Klugheit setzen, ob wir nun eine hohe oder niedrige Bildung haben. Sie ist eine Krankheit, die die Gebildeten und die Ungebildeten gleichermaßen heimsuchen kann.

Die Bibel vergleicht Christen mit Schafen. Ein Schaf ist ein törichtes Tier, das nicht in der Lage ist, sich allein zurechtzufinden und das extrem kurzsichtig ist. Seine einzige Sicherheit liegt darin, dem Hirten zu folgen, wo immer er hingeht. Es fällt einem selbstbewussten Menschen schwer, diese äußerst demütige Tatsache anzuerkennen. Sein Stolz wird allein durch die Andeutung, dass er in geistlichen Angelegenheiten so töricht ist, rebellieren. Doch dieses äußerste Misstrauen gegenüber dem eigenen Ich ist eine unausweichliche Vorbedingung, um Gottes Führung in unserem Leben zu erfahren. David nahm vor dem Herrn den Platz eines Schafes ein und erlebte dadurch göttliche Führung. „Der Herr ist mein Hirte … er führet mich … er führet mich" (Ps 23,1-3).

Wenn ein Mensch sich nicht demütigt und diesen niedrigen Platz einnimmt, kann er die Wege des Herrn nicht erkennen. „Er (Gott) wird den Demütigen, die sich an ihn wenden, den Weg zeigen, der für sie richtig und am besten ist", sagte David in Psalm 25,9 (TLB). Selbstvertrauen mag für einen weltlichen Menschen in Ordnung sein, aber nicht für ein Kind Gottes. Hierin liegt der Grund, warum viele Gläubige Gottes Plan für ihr Leben verfehlen. Voller Zuversicht in ihre eigenen Fähigkeiten suchen sie nicht ernsthaft den Willen Gottes. Sie verlassen sich stattdessen auf ihre eigene Klugheit und kommen so vom rechten Weg ab.

Gott erlaubt in unserem Leben oft Versagen und Chaos, damit wir die totale Verdorbenheit unseres Herzens und die Unzuverlässigkeit unseres fehlerhaften Verstandes sehen mögen und auf diese Weise die Notwendigkeit lernen, uns enger an ihn zu klammern. Eine der Hauptlektionen, die der Herr den Jüngern beizubringen versuchte, war, dass sie ohne ihn nichts tun konnten (Joh 15,5). Sie lernten diese Lektion nur langsam - wie wir auch.

Der Demütige, der seine Begrenzungen anerkennt und sich fest auf Gott verlässt, wird den göttlichen Willen ohne Schwierigkeiten herausfinden. Der selbstsichere Doktor der Theologie andererseits, der sich auf seine theologische Ausbildung verlässt, wird weiterhin im Finstern herumtappen.

Gehorsam in allen Bereichen

„Sondern gedenke an ihn in allen deinen Wegen, so wird er dich recht führen" (Spr 3,6).

Wir sind manchmal erpicht, Gottes Führung in einem Bereich unseres Lebens zu erkennen, aber nicht so eifrig, seine Führung in anderen Bereichen zu haben. Wir mögen beispielsweise ernsthaft Gottes Willen in Bezug auf die Ehe suchen, aber mögen dies nicht tun, wenn wir eine Arbeitsstelle suchen. Oder es könnte umgekehrt sein. Oder vielleicht mögen wir Gottes Leitung suchen, wie und wo wir unseren jährlichen Urlaub verbringen sollten, aber wir mögen uns nie fragen, wie wir unser Geld ausgeben sollten.

Das liegt an unserer Neigung, dass wir Gottes Führung nur dann haben wollen, wenn es für uns bequem und dienlich ist. In unserem Herzen lauern oft, ohne dass wir es wissen, selbstsüchtige Motive. Wir suchen Gottes Willen in einigen Angelegenheiten, weil wir keine Fehler machen wollen, die für uns Leid oder Verlust mit sich bringen würden. Das Motiv dabei ist nicht, dass wir Gott gefallen, sondern dass wir bequem und wohlhabend sein wollen. Daher erhalten wir Gottes Führung nicht, denn er hat nur versprochen diejenigen zu leiten, die ihn auf allen ihren Wegen anerkennen - denen, die seine Führung in jedem Bereich ihres Lebens freudig akzeptieren.

Es gibt viele Bereiche, in denen Gottes Wille für uns bereits in der Heiligen Schrift offenbart ist. Die Bibel sagt uns beispielsweise, dass es Gottes Wille ist, dass wir heilig und dankbar sind:

„Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung - dass ihr von der Welt getrennt und zu einem reinen und heiligen Leben ausgesondert seid …"

„Seid Gott in allen Dingen dankbar - egal, wie die Umstände sein mögen, seid dankbar; denn das der Wille Gottes für euch, die ihr in Christus Jesus seid" (1Th 4,3; 5,18).

In ähnlicher Weise wird uns gesagt, dass Gott von uns erwartet, unseren Nächsten wie uns selbst zu lieben (Röm 13,9). Wenn wir Gottes Vergebung und Errettung empfangen haben, sollten wir dasselbe auch für unsere Nächsten wünschen. Gottes Wille ist im Neuen Testament klar offenbart: Wir sollen seine Zeugen sein (Apg 1,8).

Unsere Nächsten zu lieben beinhaltet in erster Linie eine Sorge um ihre geistlichen Bedürfnisse, aber es schließt deren sonstige Bedürfnisse nicht aus. Gott hat gesagt: „Ich möchte, dass du dein Brot mit den Hungrigen teilst … die, die zu kalt haben, kleidest … Wenn du diese Dinge tust, wird Gott sein herrliches Licht auf dich scheinen lassen … Wenn du dann rufst, wird der Herr dir antworten. ‚Ja, hier bin ich'. Er wird dir rasch antworten. Alles, was du tun musst ist aufhören, die Schwachen zu unterdrücken, falsche Anklagen zu erheben und böse Gerüchte zu verbreiten! Gib den Hungrigen zu essen! Hilf denen, die in Not sind! Dann wird dein Licht in der Finsternis aufgehen und das Dunkel um dich herum wird so hell wie der Mittag werden. Und der Herr wird dich immerdar führen" (Jes 58,7-11; TLB). Gott hat Freude daran, seinen Willen denen zu offenbaren, die selbstlos sind und denen die Nöte anderer Menschen am Herzen liegen.

Wenn wir versagen, dem Herrn in diesen Bereichen, wo er uns bereits seinen Willen offenbart hat, zu gehorchen, dann können wir nicht erwarten, dass er uns in anderen Angelegenheiten leitet. Es ist ein Prinzip der göttlichen Führung, dass Gott einem Menschen niemals weiteres Licht gibt, der das Licht, das er bereits hat, ignoriert. Gott wird uns nicht den zweiten Schritt zeigen, bevor wir den ersten tun. „Während du Schritt für Schritt vorangehst, werde ich den rechten Weg vor dir auftun", ist seine Verheißung (Spr 4,12). Er ist an jedem unserer Schritte interessiert. „Die Schritte eines (guten) Mannes werden vom Herrn geleitet und gegründet. Er hat Gefallen an seinem Wege und befasst sich mit allen seinen Schritten" (Ps 37,23).

Hier ist eine weitere Verheißung für die Gehorsamen: „Ich will dich unterweisen (sagt der Herr) und dich auf dem besten Weg für dein Leben leiten; ich will dich leiten und deinen Fortschritt beobachten, (aber) sei nicht wie ein Ross oder Maultier ohne Verstand" (Ps 32,8-9; TLB). Das Ross ist durch Ungeduld gekennzeichnet, es will immer voranpreschen, wohingegen das Maultier durch Halsstarrigkeit charakterisiert ist, und sich oft weiterzugehen weigert. Wir müssen beide dieser Einstellungen meiden.

Gott spricht durch unser Gewissen zu uns, wenn wir ungehorsam sind. Wir sollten daher achtgeben, immer auf die Stimme des Gewissens zu hören. Jesus sagte: „Dein Auge ist das Licht deines Leibes; wenn dein Auge lauter ist und seine Funktion erfüllt, dann wird dein Leib voller Licht sein" (Lk 11,34). Was meinte Jesus mit dem Auge? In Matthäus 5,8 verband er geistliche Vision mit der Reinheit des Herzens. Daher muss sich das Auge auf das Gewissen beziehen, das, wenn man ihm ständig gehorcht, uns zur Reinheit des Herzens hinführt.

Das Gewissen an sich ist nicht die Stimme Gottes, denn es wird von den Prinzipien, auf die jemand sein Leben baut, gebildet und geformt. Aber wenn man dem Gewissen ständig folgt und wenn es mit der Lehre der Bibel in Einklang gebracht wird, wird es Gottes Maßstäbe in zunehmendem Maße widerspiegeln. Die Verheißung in Lukas 11,34 ist also, dass Gottes Licht unser Leben durchfluten wird, wenn wir unser Gewissen reinhalten - und auf diese Weise werden wir seinen Willen erkennen. Wenn wir in unserem täglichen Leben nicht auf die Stimme des Gewissens hören, werden wir die Stimme des Geistes nicht hören, wenn wir Gottes Führung suchen. Sofortiger Gehorsam gegenüber Gott, wann immer er zu uns spricht, ist eines der Geheimnisse der Führung.

Vor kurzem las ich über einen fünfzehnjährigen Jungen, der von Geburt an blind war, der ein Flugzeug flog und sicher landete. Dieses erstaunliche Kunststück wurde dadurch erreicht, dass er jedem Befehl, den ihm sein Ausbilder gab, sofort gehorchte. Wenn wir uns mit den vielfältigen Problemen des Lebens konfrontiert sehen, mögen wir uns wie blinde Menschen vorkommen, die versuchen, ein Flugzeug auf einer unbekannten und unsichtbaren Start- und Landebahn zu landen. Aber wenn wir die Gewohnheit des sofortigen Gehorsams gegenüber Gottes Geboten entwickeln, werden wir feststellen, dass wir sicher landen.

Bedingungslose Hingabe

„Gebt eure Leiber auf entschiedene Weise hin - präsentiert all eure Glieder und Fähigkeiten - als ein lebendiges Opfer, das heilig und Gott wohlgefällig ist … damit ihr (für euch selbst) prüfen könnt, was der gute und annehmbare und vollkommene Wille Gottes ist" (Röm 12,1-2).

Das Neue Testament fordert uns auf, das wir Sklaven [Knechte] des Herrn werden. Paulus selbst nannte sich einen willigen Sklaven Jesu Christi. Im Alten Testament gab es zwei Klassen von Dienern - der Sklave und der Knecht, der für Lohn arbeitet. Im Unterschied zum Knecht wurde ein Sklave niemals bezahlt. Er war von seinem Herrn für einen Preis erkauft worden - und in der Folge gehörte alles, was er war, und alles, was er besaß, seinem Herrn. Jeder Christ muss anerkennen, dass er ein solcher Sklave ist. Unsere Zeit, unser Geld, unsere Talente, unsere Familien, unser Besitz, unser Verstand und unser Körper - alles - gehört unserem Meister und unserem Herrn, denn sie gehören rechtmäßig ihm, weil er uns am Kreuz erkauft hat (1Kor 6,19-20).

Wir werden daher aufgefordert, unsere Leiber - so wie das Brandopfer im Alten Testament - ein für alle Mal als lebendiges Opfer Gott hinzugeben. Anders als das Sündopfer wurde das Brandopfer vollständig Gott aufgeopfert und signalisierte die äußerste Hingabe des Opfernden an den Herrn. Wenn ein Mensch ein Brandopfer darbrachte, bekam er dafür nichts zurück. Gott konnte mit diesem Opfer tun, was immer ihm gefiel. Es war ein Symbol für das Kreuz von Golgatha, wo Jesus sich vollständig dem Vater mit den Worten hingab: „Vater, nicht mein, sondern dein Wille soll geschehen." Das bedeutet es, seinen Leib Gott als ein lebendiges Opfer hinzugeben: Wir müssen unseren Eigenwillen und unsere Entscheidung, wie und wo unser Leib für ihn benutzt werden soll, in den Tod geben. Nur auf diese Weise können wir seinen Willen erkennen.

Ein Mangel an einer derartigen Hingabe ist gewöhnlich der Hauptgrund, warum wir nicht in der Lage sind, Gottes Willen herauszufinden. Unsere Hingabe an den Herrn geschieht oft unter Vorbehalten. Wir sind nicht bereit, alles anzunehmen, was Gott anbieten mag.

Ich traf einmal einen Bruder, der einst bereit war, jeden Beruf außer einer Vollzeitarbeit im christlichen Dienst anzunehmen. Ich sagte ihm, dass dies ein Vorbehalt war, der ihn davon abhielt, über Gottes Plan für sein Leben Klarheit zu erhalten. Als er schließlich alles dem Herrn hingab, gewann er sofort eine tiefere Klarheit über Gottes Willen. Gott berief ihn nicht in den christlichen Vollzeitdienst, aber er wollte, dass er dazu bereit war.

Viele, die unter dem Vorwand, seinen Willen zu erkennen, zu Gott kommen, möchten in Wirklichkeit nur seine Zustimmung zu einem Weg, den sie bereits für sich gewählt haben. Daher erhalten sie von ihm keine Antwort. Wie rasch würden unsere Probleme um Führung gelöst werden, wenn wir uns ohne Vorbehalte mit den Worten unserem Herrn hingäben: „Herr, ich bin bereit, alles anzunehmen, wenn du mir nur versicherst, dass es dein Wille ist. Wähle du für mich, mein Herr. Ich habe in dieser Sache keine eigene Wahl." Es war Abrahams Bereitwilligkeit, überall hinzugehen und zu jeder Zeit alles für Gott zu tun, was ihn zu einem „Freund Gottes" machte.

Georg Müller aus Bristol (England) war ein Mann großen Glaubens und jemand, der den Willen Gottes mit erstaunlicher Genauigkeit herausfinden konnte. Er sagte in diesem Zusammenhang Folgendes: „Zu Beginn suche ich mein Herz in einen solchen Zustand zu bringen, das es in Bezug auf eine bestimmte Angelegenheit keinen eigenen Willen hat. Neun Zehntel des Problems, das Menschen haben, liegt gerade in diesem Punkt. Neun Zehntel der Schwierigkeiten werden überwunden, wenn unser Herz bereit ist, den Willen des Herrn zu tun, egal was dieser Wille sein mag. Wenn jemand wirklich in diesem Stadium ist, ist es gewöhnlich nur ein kurzer Weg, bis er seinen Willen erkennt."

Einige möchten zuerst Gottes Willen wissen, bevor sie die Entscheidung treffen, ob sie gehorchen wollen oder nicht. Aber Gott offenbart solchen Menschen seinen Willen nicht. „Wenn jemand dessen Willen tun will, wird er innewerden …" (Joh 7,17). Allein eine Bereitwilligkeit, alles zu tun, was Gott gebietet, wird uns in die Lage versetzen, zu wissen, was sein vollkommener Wille ist. Dies gilt für kleine als auch für große Angelegenheiten.

Ein erneuerter Sinn

„Stellt euch nicht dieser Welt gleich … sondern lasst euch durch die (vollständige) Erneuerung eures Sinnes verwandeln - durch seine neuen Ideale und seine neue Einstellung - damit ihr (für euch selber) prüfen könnt, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist" (Röm 12,2).

Weltlichkeit verstopft die Ohren unseres Geistes und hindert uns daran, Gottes Stimme zu hören. Niemand ist ihrem Einfluss entkommen. Von unserer Kindheit an nimmt jeder von uns Tag für Tag entweder mehr oder weniger vom Geist der Welt in sich auf - durch was, was wir hören, sehen und lesen. Dies betrifft besonders unseren Verstand und beeinflusst unser Denken. Die Entscheidungen, die wir treffen, basieren daher hauptsächlich auf weltlichen Überlegungen.

Der Geist Gottes, der bei der „Wiedergeburt" in uns Wohnung nimmt, widerstrebt dem Geist dieser Welt und begehrt, unser Denken vollständig zu erneuern. Gottes letztendlicher Zweck ist es, uns in das Ebenbild seines Sohnes zu verwandeln.

Das ist der wichtigste Teil seines Willens für uns. Alles andere - wen wir heiraten, wo wir leben und arbeiten sollten - ist zweitrangig. Das gesamte Handeln Gottes an uns richtet sich auf dieses Ziel aus - dass wir wie Jesus werden (Röm 8,28-29). Aber das kann in uns nur erfüllt werden, wenn wir dem Heiligen Geist täglich erlauben, unseren Sinn zu erneuern. Je mehr unser Sinn auf diese Weise erneuert wird, desto exakter werden wir in der Lage sein, den Willen Gottes an den Scheidewegen unseres Lebens zu erkennen.

Weltlichkeit ist im Wesentlichen nicht etwas Äußerliches - wie z.B. ins Kino gehen, trinken, rauchen, teure modische Kleidung und modischen Schmuck tragen oder ein verschwenderisches Leben führen. Diese Dinge können eine weltliche Person kennzeichnen, aber es sind nur äußerliche Ausdrücke seiner weltlichen Gedankenprozesse. Gleichförmigkeit mit der Welt besteht im Wesentlichen in der Gesinnung einer Person und zeigt sich auf verschiedene Weise, besonders in ihren Entscheidungen. Wenn eine weltliche Person beispielsweise einen Job oder eine Karriere in Betracht zieht, wird eine solche von Faktoren wie Gehalt, Beförderungsaussichten, Bequemlichkeit, Behaglichkeit, Annehmlichkeiten usw. geleitet. Und wenn sie die Ehe in Betracht zieht, wird sie von Punkten wie Familienstatus, Kaste [soziale Schicht], vorhandene Aussteuer, Position im Leben, physische Schönheit oder Wohlstand beeinflusst.

Die Entscheidungen eines Gläubigen hingegen sollten in erster Linie von geistlichen Faktoren bestimmt werden, obwohl auch andere Erwägungen nicht vernachlässigt werden sollten. Die Herrlichkeit von Gottes Namen und die Ausdehnung seines Reiches sollten unser erstes Anliegen sein. Das ist der Grund, warum der Herr uns lehrte, zuerst „dein Name werde geheiligt, dein Reich komme" und erst dann „dein Wille geschehe", zu beten.

Der Prozess, weltliche Motive zu erkennen und zu entfernen ist grundlegend, wenn wir den Willen Gottes erkennen wollen. Zu sagen „Gott führte mich" ist Gotteslästerung, wenn unsere Motive selbstsüchtig waren. In solchen Situationen ist es viel besser, zu sagen, dass die Entscheidung unsere eigene war als Gottes Namen zu missbrauchen und unserer Weltlichkeit einen Mantel der Geistlichkeit umzuhängen. Wir gewinnen nichts, wenn wir bloß andere (oder sogar uns selbst) überzeugen, dass wir Gottes Willen tun. Schließlich können wir Gott nicht zum Narren halten. Wie die Bibel sagt: „Wir können immer beweisen, dass wir recht haben, aber ist der Herr davon überzeugt? ... Wir können all unsere Taten rechtfertigen, aber der Herr schaut auf unsere Motive" (Spr 16,1-2; TLB).

Die Erneuerung unseres Sinnes wird dazu führen, dass wir anfangen, so zu denken wie der Herr, und Situationen und Leute so zu sehen wie er sie sieht. Die Gesinnung des Paulus wurde so erneuert, dass er sagen konnte, dass er den Sinn Christi hatte und dass er Menschen nicht mehr länger bloß aus einer menschlichen Perspektive betrachtete (1Kor 2,16; 2Kor 5,16). Sein Gebet für die Christen in Kolossä war, dass auch sie auf diese Weise verwandelt werden mögen: „Wir bitten Gott, dass ihr die Dinge sozusagen aus seiner Perspektive sehen mögt, indem er euch geistliche Einsicht und Verständnis verleiht" (Ko 1,9; JBP).

Eine solche Verwandlung unseres Sinnes wird uns zur Erkenntnis befähigen, was Gott wohlgefällt und was ihm nicht wohlgefällt, und somit werden wir in der Lage sein, seinen Willen in den verschiedenen Situationen, denen wir begegnen, zu erkennen. Gottes Verheißung an uns in diesem Zeitalter des Neuen Testaments ist: „Dies ist die neue Vereinbarung (der Neue Bund) … Ich werde meine Gesetze in ihr Herz schreiben, damit sie wissen, was sie nach meinem Willen tun sollen, ohne dass ich es ihnen überhaupt sage … Ich will meine Gesetze in ihr Herz schreiben, damit sie allezeit meinen Willen erkennen werden" (Hebr 8,10; 10,16; TLB).

Eine solche Erneuerung wird uns nicht nur ein Verständnis von Gottes Willen, sondern auch von seiner Methode und von seinem Zweck geben - wir werden nicht nur wissen, was wir nach Gottes Willen tun sollten, sondern auch wie und warum wir es tun sollten. Gottes Willen zu tun kann eine Plackerei sein, wenn wir Gottes Zwecke nicht wertschätzen. Wenn wir sie wertschätzen, wird der Wille Gottes für uns das, was es für Jesus war - eine Lust. Weil wir Gottes Natur nicht kennen, fürchten wir uns, seinen Willen zu tun. Wenn wir ihn besser kennten, würden wir uns freuen, jedem Gebot, das er uns gibt, zu folgen.

Wie kann unser Verstand erneuert werden? Eine Frau, die mit ihrem Ehemann in herzlicher Kameradschaft eng zusammenlebt, lernt im Laufe der Jahre immer mehr seine Gesinnung und seine Wege kennen. Dasselbe trifft auf den Gläubigen und seinen Gott zu. Die Neugeburt ist wie eine Ehe mit dem Herrn Jesus. Von diesem Punkt an sollten wir in enger Gemeinschaft mit dem Herrn wandeln und mit ihm täglich sprechen.

Wir müssen ihn auch täglich zu unserem Herzen sprechen lassen, sowohl durch sein Wort als auch durch die Disziplin von Prüfungen, die er in unser Leben schickt. Auf diese Weise werden wir feststellen, dass wir zunehmend in das Bild unseres Herrn verwandelt werden (2Kor 3,18). Wenn wir die tägliche Mediation über Gottes Wort und die Gebetsgemeinschaft mit dem Herrn vernachlässigen, werden wir es äußerst schwer finden, Gottes Sinn herauszufinden. Mediation über Gottes Wort kann unsere krummen und verbogenen Denkmuster begradigen und uns geistlich gesinnt und sensibel für die Stimme Gottes machen.

Wir können die Stimme des Herrn nur erkennen, wenn wir daran gewöhnt sind, sie zu hören. Ein Neubekehrter fragte einmal einen reifen Diener Gottes, was der Grund war, dass er die Stimme des Herrn nicht hören konnte, obwohl Christus gesagt hatte, „Meine Schafe kennen meine Stimme". Der Diener Gottes antwortete: „Ja, es ist wahr, dass seine Schafe seine Stimme hören, aber es ist auch wahr, dass die Lämmer lernen müssen, diese Stimme zu erkennen."

Ein Sohn kann die Stimme seines Vaters leicht erkennen, weil er sie so oft gehört hat. Ebenso werden wir nur durch ständiges Hören auf die Stimme des Herrn in der Lage sein, sie von dem Lärm und dem Gezeter anderer Stimmen, die in unserem Verstand ertönen, zu unterscheiden, wenn wir Gottes Willen suchen. Wenn du die Gewohnheit entwickelt hast, auf die Stimme des Herrn zu hören, dann ist seine Verheißung in Zeiten der Not: „Deine Ohren werden hinter dir das Wort hören: Dies ist der Weg, wandelt darauf; sonst weder zur Rechten noch zur Linken" (Jes 30,21).

Wenn wir uns hingegen nur in Zeiten der Not an den Herrn wenden, werden wir seine Stimme wah

Kapitel 3
Führung durch das innere Zeugnis

Wenn wir zum Thema der „Mittel" kommen, durch die Gott uns führt, müssen wir im Sinn behalten, dass biblische Prinzipien wichtiger sind als sogar die Erfahrung von gottesfürchtigen Männern und Frauen. Gott ist nicht begrenzt, nach irgendeinem Muster, das wir festlegen, zu arbeiten. Er ist souverän und kann sich manchmal dafür entscheiden, sich des Übernatürlichen statt normaler Mittel der Führung zu bedienen. Er führte Israel mit einer Wolken- und Feuersäule durch die Wüste, aber diese Methode hörte auf, als sie in das Land Kanaan einzogen.

In der Apostelgeschichte sehen wir ein paar Beispiele von außergewöhnlicher Führung. Ein Engel sprach zu Philippus und trug ihm auf, Samaria zu verlassen und auf eine öde Straße nach Süden zu gehen (Apg 8,26). Ananias wurde vom Herrn in einer Vision aufgetragen, hinzugehen und Saulus zu treffen (Apg 9,10-16). Petrus sah eine Vision, in der Gott offenbarte, dass er das Evangelium zu den Heiden tragen sollte (Apg 10,9-16). Paulus sah eine Vision, die ihn anwies, nach Mazedonien zu gehen (Apg 16,9). Er verweist auch auf eine Zeit, als der Herr ihm in einer Vision in Jerusalem Anweisungen gab (Apg 22,17-21). Aber das sind mehr Ausnahmen als die Regel.

Wir können die Möglichkeit, dass Gott heute seine Kinder auf eine ähnliche Weise führt, nicht völlig ausschließen. Aber so wie in der Apostelgeschichte waren solche Ereignisse selten.

In diesem Buch befassen wir uns nur mit den normalen Mitteln der Führung.

Im Alten Testament schien es eine einfache Aufgabe zu sein, Gottes Willen herauszufinden. Das Mosaische Gesetz war in vielen Dingen klar und spezifisch. Die Israeliten in der Wüste brauchten bei Tag nur auf die Wolkensäule und bei Nacht nur auf die Feuersäule zu schauen und ihnen zu folgen. Sie mussten nicht geistlich sein, um zu wissen, wann und wohin sie ziehen mussten. Sie brauchten nur gutes Sehvermögen! Als der Hohepriester danach trachtete, Gottes Willen zu finden, war alles, was er tun musste, die Lose „Urim und Tummim" in der Gegenwart des Herrn zu werfen, die „Ja" oder „Nein" anzeigten. Es war alles so einfach, weil es äußerlich war und von den physischen Sinnen des Menschen leicht verstanden werden konnte.

Sich auf den Heiligen Geist verlassen

Im Gegensatz dazu scheint das Erkennen von Gottes Willen heutzutage und in unserer Epoche so viel schwieriger zu sein. Der Grund dafür ist, dass Gott möchte, dass wir selber prüfen, was sein vollkommener Wille ist (Röm 12,2). Der Heilige Geist lebt nun in einem Christen, um ihn zu führen und er ersetzt alle externen Mittel der Führung, die es im Alten Testament gab. Externe Führung ist für die Unreifen. Innere Führung ist für die Reifen - und das ist der Weg, auf dem Gott heute alle seine Kinder führen möchte.

Wenn wir Gottes Willen suchen, müssen wir herausfinden, was der Heilige Geist in unserem Geist zu uns sagt. Es ist daher unbedingt notwendig, dass wir danach streben, mit dem Heiligen Geist erfüllt zu werden. Die Bibel sagt: „Seid nicht vage oder gedankenlos und töricht, sondern versteht und begreift fest, was der Wille des Herrn ist … lasst euch (daher stets) mit dem Heiligen Geist erfüllen" (Eph 5,17-18). Die Worte in Lukas 4,1 sind auch bedeutsam:„Aber Jesus, voll Heiligen Geistes … wurde vom (Heiligen) Geist in die Wüste geführt." Während seines gesamten irdischen Lebens wurde der Herr Jesus nur vom inneren Zeugnis des Heiligen Geistes regiert und geleitet - und niemals durch menschlichen Zwang oder Rat oder gar durch mitfühlende Appelle.

Diese Sensibilität gegenüber der Stimme des Geistes fand man auch bei den frühen Christen. In der Apostelgeschichte stellen wir fest, wie Philippus nach dem inneren Drängen des Geistes handelte und sich zum Wagen des äthiopischen Staatsmannes hielt (Apg 8,29); Petrus gehorchte der inneren Stimme des Geistes, die ihn anhielt, zum Hause des Kornelius zu gehen (Apg 10,19-20); und die Führer in der Gemeinde in Antiochia erkannten das Zeugnis des Heiligen Geistes in ihrem Geist, der die Berufung von Saulus und Barnabas für den Dienst in der Auslandsmission bestätigte (Apg 13,2). Derselbe Geist möchte heute auch uns alle bei jeder Entscheidung leiten.

Die Stimme des Geistes erkennen

Der Heilige Geist spricht zu uns durch einen inneren Druck in unserem Geist, statt durch eine hörbare Stimme. Er drängt uns in unserem Inneren, entweder eine bestimmte Handlung zu tun oder sie zu unterlassen. Normalerweise ist dies das Ergebnis von langen Zeiten im Gebet, wo wir die Vorteile und die Nachteile der beabsichtigten Handlung abwägen. Doch der Heilige Geist kann uns manchmal auch plötzlich drängen, irgendwohin zu gehen oder etwas zu tun. Aber plötzliche Impulse, etwas Lächerliches zu tun, können auch vom Teufel oder von uns selbst kommen. Daher müssen wir vorsichtig sein. Der Heilige Geist wird uns auf keinen Fall im Gegensatz zur Lehre der Bibel leiten.

Wir können die Stimme des Heiligen Geistes durch den zunehmenden Druck, die er in unserem Geist erzeugt und dem wachsenden Frieden, den er uns in unseren Gedanken gibt, während wir über die Sache beten, unterscheiden. „Der Sinn, der auf den Heiligen Geist ausgerichtet ist, ist Leben und Friede" (Röm 8,6; NASB). Die Stimme des Teufels ist gewöhnlich beunruhigend und wird oft von Gerichtsdrohungen begleitet, wenn wir nicht sofort gehorchen. Gott gibt uns immer genügend Zeit, um zu überlegen und seinen Willen sicher zu erkennen.

Bei einigen Anlässen mag uns der Heilige Geist dazu anleiten, etwas zu tun, was unser Verstand nicht ganz versteht. Stephen Grellet, ein amerikanischer Prediger, wurde einmal vom Geist zu einem gewissen Holzfäller-Camp geführt, das er leer vorfand. Aber er war sich über seine Führung so sicher, dass er in den leeren Speisesaal ging und dort seine Predigt hielt. Viele Jahre später kam ein Mann in London auf Grellet zu. Er erinnerte ihn an diese Begebenheit und sagte, dass er in diesem Lager der Koch und an diesem Tage der einzige Mensch war, der sich zu der Zeit dort befand. Er hatte sich draußen vor einem Fenster versteckt und Grellets Predigt zugehört. Er wurde bekehrt und fing an, für den Herrn zu arbeiten. Eine solche Führung gibt es jedoch äußerst selten.

Es ist für uns oft nicht einfach, zwischen der Stimme unseres Herzens und der Stimme des Heiligen Geistes zu unterscheiden, denn unser Herz ist so trügerisch. Wenn wir beispielsweise einen potenziellen Ehepartner ins Auge fassen, können wir den emotionalen Druck und das „wachsende Gefühl des Friedens und der Freude bei jeder Erwägung des beabsichtigten Schritts" als Zeugnis des Heilige Geistes missverstehen. Die Chancen, verführt zu werden, können jedoch beträchtlich gesenkt werden, wenn wir unsere Motive prüfen und sicherstellen, dass wir allein die Ehre Gottes suchen und darauf vorbereitet sind, alles anzunehmen, was Gott für uns bereithalten mag. Gewöhnlich kommen wir dann vom rechten Wege ab, wenn eine solche Hingabe fehlt oder wenn unsere Motive selbstsüchtig sind.

Gottes Wille wird manchmal genau dem entsprechen, was wir selber mögen, aber er kann auch etwas sein, was wir instinktiv nicht mögen. Wir sollten nicht denken, dass Gottes Wille immer die schwierigste Handlung ist, die vor uns liegt. Noch muss er die leichteste Handlung bedeuten. Wenn wir in einer schwierigen Situation oder in einem harten Job sind, können wir versucht sein, einfach von diesem Ort wegzulaufen. Das kann leicht als Führung des Geistes missverstanden werden. Wenn wir bei solchen Anlässen Zweifel haben, ist es besser, dort zu bleiben, wo wir sind, und auf Gott zu vertrauen, dass er uns Gnade schenkt, um den Sieg Christi in unserer Situation zu manifestieren.

Ein praktischer Schritt, wenn du dich für ein bestimmtes Vorgehen entscheiden musst, könnte darin bestehen, eine Art „Bilanz" aufzustellen. Ziehe eine Linie über ein Blatt Papier und schreibe alle Gründe auf, die auf der einen Seite für eine bestimmte Sache sprechen, und liste alle Gründe, die dagegen sprechen, auf der anderen Seite auf. Bete täglich über diese Gründe und revidiere sie, wenn nötig. Sei ehrlich bereit, beide Vorgehensweisen zu akzeptieren. Während du weiter betest, wird dir der Heilige Geist in deinem Geist Zeugnis darüber geben, was du tun sollst. Wenn du in deinem Geist einen wachsenden Frieden in Bezug auf ein bestimmtes Vorgehen erfährst, wird das gewöhnlich ein Hinweis darauf sein, was du nach Gottes Willen tun sollst. Die Bibel sagt : „Lasst den Frieden, der von Christus (durch den Heiligen Geist) kommt, in euren Herzen regieren (ständig als Schiedsrichter agieren) - entscheidet und regelt mit Entschiedenheit alle Fragen, die in eurem Sinn aufkommen" (Kol 3,15; AB). Wie in einem Fußballspiel, wenn der Schiedsrichter pfeift (um ein Foul anzuzeigen), so sollten wir uns selbst prüfen, wenn wir unseren Frieden verlieren. Wir sollten nur voranschreiten, wenn wir vollkommenen Frieden in unserem Geist haben.

Die Bedeutung des Geistes erkennen

Es ist unbedingt notwendig, dass wir die Bedeutung des inneren Zeugnisses des Heiligen Geistes, von der wir in diesem Kapitel gesprochen haben, erkennen, denn dies ist das hauptsächliche Mittel, durch die er seine Kinder heute führt. Wir müssen immer den inneren Eingebungen sowie der inneren Kontrolle des Geistes gehorchen. Es ist für einen Christen nicht genug, vom Prinzip von Richtig und Falsch geleitet zu werden. Das ist die Ebene des Alten Bundes. Wir sind im Neuen Bund aufgerufen, auf einer höheren Ebene zu leben - am Leben Gottes teilzuhaben und von diesem Leben regiert zu werden. Diese beiden Ebenen des Lebens werden durch die beiden Bäume im Garten Eden symbolisiert - dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen und dem Baum des Lebens. Es ist gut, einen Kodex zu haben, der einem sagt, was gut und was böse ist, und nach diesem Maßstab zu leben. Aber das bedeutet, dass man in ein Leben „unter dem Gesetz" zurückfällt. Der christliche Standard ist höher (Mt 5,17-48).

In seiner Broschüre „Two Principles of Conduct" sagt Watchman Nee: „Es ist eine äußerst erstaunliche Tatsache, dass das Ziel so vieler Christen nur die Anpassung an einen äußerlichen Standard ist, obwohl das, was Gott uns durch die Neugeburt geschenkt hat, nicht eine Menge neuer Vorschriften und Regeln sind, nach denen wir uns richten sollten. Er hat uns nicht zu einem neuen Sinai gebracht und uns keinen neuen Satz von Geboten mit ihrem ‚Du sollst' und ‚Du sollst nicht …' gegeben. Als Christ besitzt du jetzt das Leben Christi, und es sind die Reaktionen seines Lebens, die du in Betracht ziehen musst. Falls es, wenn du irgendeinen Schritt erwägst, in dir ein Aufstehen des Lebens gibt, um diesen Schritt zu tun; wenn es eine positive Antwort vom inneren Leben gibt; wenn es ‚die Salbung' im Herzen gibt (1Joh 2,20.27), dann kannst du den beabsichtigten Kurs mit Zuversicht verfolgen. Das innere Leben hat das angezeigt. Aber falls, wenn du einen gewissen Schritt in Betracht ziehst, das innere Leben zu ermatten anfängt, dann kannst du wissen, dass der Schritt, den du ins Auge gefasst hast, vermieden werden soll, egal wie empfehlenswert er scheinen mag.

Weißt du nicht, dass das Verhalten von vielen Christen vom Prinzip ‚Richtig und Falsch' regiert wird? Worin unterscheidet sich der Christ vom Nicht-Christen, wenn das gleiche Prinzip beide regiert? Gottes Wort zeigt uns klar, dass der Christ vom Leben Christi regiert wird, nicht durch einen äußerlichen ethischen Kodex. Es gibt etwas Entscheidendes im Inneren des Christen, das auf das, was von Gott kommt, antwortet und es reagiert auf das, was nicht von Gott ist; daher müssen wir auf unsere inneren Reaktionen achtgeben … Wir wagen es nicht, von Äußerlichkeiten oder durch Vernunft - unsere eigene oder die anderer Leute - regiert zu werden. Andere mögen eine bestimmte Sache billigen, und wenn wir die Vor- und Nachteile abwägen, mögen auch wir es für richtig halten; aber was sagt das innere Leben dazu?

Nachdem du einmal erkennst, dass der entscheidende Faktor im gesamten christlichen Verhalten Leben ist, dann weißt du, dass du nicht nur alles vermeiden musst, was böse ist, sondern auch das, was bloß äußerlich gut ist. Nur was aus dem christlichen Leben fließt, ist christliches Verhalten; daher können wir keiner Handlung zustimmen, die nicht aus Leben entspringt … Viele Dinge sind nach menschlichen Maßstäben richtig, aber der göttliche Maßstab erklärt sie für falsch, weil ihnen göttliches Leben fehlt … Gottes Weg für uns erkennt man nicht durch äußerliche Hinweise, sondern durch innere Registrierungen. Es sind Friede und Freude im Geist, die den Pfad des Christen kennzeichnen. Es ist eine Tatsache, dass der Herr Jesus Christus im Gläubigen wohnt und sich ständig selber in uns ausdrückt, daher müssen wir für sein Leben sensibel sein und zu unterscheiden lernen, was dieses Leben uns sagt."

Möge Gott uns helfen, diese Lektion zu lernen.

Zusammenfassung

1. Gott führt uns selten auf spektakuläre Weise. In diesem Zeitalter des Neuen Testaments leitet uns Gott durch den Heiligen Geist. Daher müssen wir danach trachten, mit dem Heiligen Geist erfüllt zu werden.

2. Der Heilige Geist spricht zu uns durch einen inneren Druck in unserem Geist. Dieser Druck nimmt zu, wenn wir im Gebet auf Gott warten und wird von einem wachsenden inneren Frieden begleitet werden.

3. Um die Stimme des Geistes von anderen Stimmen zu unterscheiden, sollten wir unsere Motive prüfen und sehen, dass sie rein sind.

4. Eine „Bilanz", um die Vor- und Nachteile einer beabsichtigten Handlung abzuwägen, kann hilfreich sein, um uns zu befähigen, Gottes Willen zu finden.

5. Wir müssen großen Wert auf das innere Zeugnis des Heiligen Geistes legen, denn dies ist Gottes Hauptwerkzeug, um uns heute zu leiten. Gott erwartet, dass wir durch dieses innere Zeugnis in unserem täglichen Leben und nicht bloß durch einen moralischen Kodex regiert werden.


Kapitel 4
Führung durch äußere Mittel

Der Heilige Geist spricht zu unserem Geist durch die folgenden äußerlichen Mittel, wenn wir seine Führung suchen:

(i) die Lehre der Bibel

(ii) das Zeugnis von Umständen

(iii) den Rat anderer Christen

Wenn wir den Willen Gottes genau herausgefunden haben, wird das Zeugnis des Heiligen Geistes durch diese äußerlichen Mittel mit seinem inneren Zeugnis in unserem Geist übereinstimmen.

Die Lehre der Bibel

Die Bibel wurde uns gegeben, damit wir in richtiger Lehre unterwiesen und auf dem Weg der Gerechtigkeit geführt werden können (2Tim 3,16-17). In einer Reihe von Angelegenheiten ist Gottes Wille darin bereits klar offenbart.

Wenn du die Ehe mit einem Ungläubigen in Betracht ziehst (sogar wenn dieser ein Namenschrist und ein regelmäßiger Kirchgänger ist), ist das Wort Gottes deutlich: „Zieht nicht an einem fremden Joch (ein Symbol der Ehe) mit Ungläubigen - geht mit ihnen keine unpassenden Allianzen ein" (2Kor 6,14).

In ähnlicher Weise, wenn wir einen Bruder materielle Not leiden sehen, lehrt uns die Bibel klar, dass wir ihm helfen sollen (Jak 2,15-16; 1Joh 3,17). Oder, wenn du einen Konflikt mit einem anderen Gläubigen hast und du wissen möchtest, ob du ihn vor Gericht ziehen sollst oder nicht, sagt die Bibel ausdrücklich „Nein" (1Kor 6,1-8). Die Bibel lehrt auch, dass Lügen und Stehlen immer falsch sind (Eph 5,25.28). Wenn es eine Entfremdung zwischen dir und einem anderen Gläubigen gegeben hat, weil du ihn auf irgendeine Weise verletzt hast, dann lässt die Bibel erneut keinen Raum für Zweifel, was du tun solltest. Du sollst hingehen und dich mit ihm versöhnen, wobei du selber die Initiative übernimmst (Mt 5,21-24).

Wenn du einen Vertrag oder eine schriftliche Verpflichtung mit einer Firma oder einer Institution unterschrieben hast, dann gibt es keine Notwendigkeit, Gottes Willen zu suchen, ob du diesen Vertrag brechen oder diese Verpflichtung auflösen kannst, wenn sich irgendwo eine attraktivere Stelle anbietet. Die Bibel sagt, dass jemand, der bei Gott wohnt, „ein Versprechen hält, auch wenn es ihn ruiniert" (Ps 15,4; TLB), und auch dass Gott „Gefallen an jenen Menschen hat, die ihre Versprechen halten und die verabscheut, die dies nicht tun" (Spr 12,22; TLB).

Ebenso lehrt die Bibel, dass wir niemandem etwas schuldig sein sollten (Röm 13,8).

Neben spezifischen Befehlen, gibt uns das Wort Gottes auch Leitlinien und Prinzipien. Wenn jemand z.B. die Ehe in Betracht zieht, mag sich ein junger Mann fragen, ob er um eine Aussteuer bitten soll, wie es andere in seiner Gesellschaft tun. Gottes Wort warnt uns deutlich, uns vor Habgier und der Liebe zum Geld in Acht zu nehmen. Die allumfassende Lehre der Heiligen Schrift ist, dass wir lernen sollten zu geben statt zu nehmen - und noch viel weniger, Forderungen zu stellen (Apg 20,33-35). Es ist klar, dass Gott es niemals gutheißen kann, wenn jemand um eine Aussteuer bittet (oder diese auch nur erhofft).

Wie steht es mit der Anhäufung von Reichtum durch Glücksspiele? In Sprüche 22,22 (TLB) heißt es: „Der Versuch, schnell reich zu werden, ist böse und führt zur Armut" (vgl. Spr 13,11; 28,20 u. 1Tim 6,9-11). Aus diesen Abschnitten geht klar hervor, dass Gott es nicht billigt, wenn sich ein Christ in irgendeiner Form an Lotterien oder Wetten oder Glücksspielen beteiligt.

Gottes Wort ist in der Tat „eine Lampe, die den Weg (vor uns) erleuchtet und uns vor dem Straucheln bewahrt" (Ps 119,105; TLB).

Bei seltenen Anlässen mag Gott seine Führung für uns durch einen bestimmten Abschnitt in unserem täglichen Bibelstudium bestätigen. Aber Vorsicht ist geboten, weil wir oft gerne etwas in einen Abschnitt hineinlesen, was im Grunde nicht dort steht. Gewöhnlich werden wir auf solche Abschnitte aufmerksam, ohne dass wir danach Ausschau halten. Es ist unweise, bei unserem täglichen Bibelstudium nach zweideutigen Versen zu suchen, denn das ist nicht der Zweck der stillen Zeit und wir können dadurch leicht vom richtigen Weg abkommen.

Ein junger Christ mag stark daran interessiert sein, in die U.S.A. zu ziehen, obgleich Gott möchte, dass er in Indien bleibt. Die materiellen Attraktionen des Westens mögen ihn jedoch so stark im Griff haben, dass, wenn er einen Vers wie „Sie werden … Richtung Westen fliegen" (Jes 11,14) hört, er daraus sofort folgern wird, dass Gott ihn ermutigt, dorthin zu gehen. Unser Herz ist trügerisch und der Teufel ist ein subtiler Feind. Wir müssen gegen beide auf der Hut sein.

In seiner übernatürlichen Weisheit mag Gott uns durch einen Vers leiten, der aus dem Zusammenhang gerissen wurde, aber das ist eher die Ausnahme als die Regel. Und wenn Gott eine solche Methode benutzt, wird es gewöhnlich nur dazu dienen, die Führung zu bestätigen, die wir durch normale Kanäle erhalten. Wir sollten solche Verse in wichtigen Angelegenheiten niemals zur einzigen Grundlage der Führung machen.

Das Zeugnis von Umständen

Gott ist der Gott der Vorsehung. Er kann unsere Umstände kontrollieren und dadurch seinen Willen offenbaren. Er lässt es zu, dass uns gewisse Dinge zustoßen, um entweder die Führung zu bestätigen, die wir durch das Zeugnis des Geistes empfangen haben oder um uns davor bewahren, einen falschen Schritt zu tun. Wie Georg Müller sagte: „Sowohl die Halte-Befehle als auch die Schritte eines guten Menschen werden vom Herrn bestimmt" (vgl. Ps 37,23).

Man muss jedoch im Gedächtnis behalten, dass auch Satan unsere Schritte in einem gewissen Ausmaß bestimmen kann, um uns in die Irre zu führen. Viele wurden verführt, einen Partner fürs Leben auszuwählen, indem sie von Umständen geleitet wurden, die vom Teufel arrangiert wurden, um sie in die Falle zu locken! Der Weg, der Verführung zu entkommen, liegt darin, die Bedingungen für Führung zu erfüllen, die in Kapitel 2 erwähnt wurden.

Umständen, die von Gott angeordnet wurden, muss man sich unterwerfen und sie akzeptieren, während man denen, die von Satan arrangiert wurden, widerstehen muss. Wenn wir nicht sicher sind, können wir etwa so beten: „Herr, ich weiß nicht, ob diese Situation von dir oder von Satan arrangiert wurde oder nicht. Aber ich möchte deinen Willen um jeden Preis tun. Bewahre mich davor, verführt zu werden und auf diese Weise dein Bestes zu verpassen. Wenn das von dir kommt, nehme ich es mit Freuden an. Wenn es von Satan ist, dann widerstehe ich ihm und binde ihn in deinem Namen." Der Herr wird unseren Weg bewahren und bewirken, dass alle Dinge zu unserem Besten dienen, wenn wir vor ihm ehrlich sind und nach seinen Geboten leben (Spr 2,8; Röm 8,28). Satan hinderte Paulus daran, nach Thessalonich zu gehen, aber stattdessen ging Timotheus dorthin und Gottes Zwecke wurden trotzdem erfüllt (1Th 2,18; 3,1-2).

Wir finden in der Apostelgeschichte eine Reihe von Beispielen, wo Gott durch Umstände führte. Gott benutzte Verfolgung, um die Kirche für die Verbreitung des Evangeliums von Jerusalem aus zu zerstreuen (Apg 8,1). Paulus und Barnabas gingen von einem Ort zum anderen, wann immer die Verfolgung in einem solchen Ausmaß zunahm, dass es keinen Sinn mehr machte, dort zu bleiben (Mt 10,23; Joh 7,1). Gott benutzte eine Hungersnot, um Saulus und Barnabas nach Jerusalem zu bringen (Apg 11,28-30), wo sie die Kraft von anhaltendem Gebet zu Gott lernten (Apg 12,5). Als sie nach Antiochia zurückkehrten, gaben sie diesen Geist des Gebets an ihre Mitarbeiter weiter, was schließlich dazu führte, dass sich das Werk in entlegene Regionen ausdehnte (Apg 12,25-13,3).

Gott benutzte widrige Umstände in Philippi, um Paulus und Silas zu leiten, um einem bedürftigen Gefängnisaufseher das Evangelium zu predigen (Apg 16,19-34). Die letzten acht Kapitel der Apostelgeschichte offenbaren, wie Gott Umstände benutzte, um Paulus zu leiten, das Evangelium einer Reihe von Menschen zu predigen, die er normalerweise nicht getroffen hätte (vgl. Phil 1,12).

Einige der größten Missionare der Welt wurden durch Umstände auf ihre Missionsfelder geführt. David Livingstone fühlte sich ursprünglich geleitet, nach China zu gehen und unterzog sich in Vorbereitung auf den Dienst in diesem Land einem medizinischen Training. Als er bereit war, nach China zu gehen, war China wegen des Opiumkrieges „geschlossen". Die „London Missionary Society" schlug nun die Westindischen Inseln als Missionsfeld vor. Er lehnte das mit der Begründung, dass es dort schon genügend Ärzte gäbe, ab. Schließlich ging Livingstone durch einen Kontakt mit dem Pioniermissionar Robert Moffat nach Afrika.

Adoniram Judson fühlte sich herausgefordert, als Missionar in Indien zu dienen, und stach folglich von Amerika aus in See. Bei seiner Ankunft in Indien wurde ihm von der Regierung verboten, dort zu bleiben. Während er in Madras war, wurde er aufgefordert, das Land zu einem bestimmten Datum zu verlassen. Er wurde daher gezwungen, an Bord des einzigen Schiffes zu gehen, das Madras vor diesem Datum verließ. Das Schiff war unterwegs nach Birma [Myanmar] und Judson verbrachte dort den Rest seines Lebens.

Das Werk, das diese Männer in diesen Ländern für Gott vollbrachten, beweist, dass es Gott war, der die Umstände arrangiert hatte, um sie dorthin zu führen.

Gott mag uns daran hindern, Wege einzuschlagen, die er für uns nicht vorgesehen hat, indem er uns an ein Krankenbett fesselt oder bewirkt, dass wir einen Zug, einen Termin oder ein Interview verpassen. Enttäuschungen können seine Anordnungen sein, wenn wir unter seiner Herrschaft leben. Wenn wir etwas, wofür wir stark verlangt und gebetet haben, nicht erhalten, können wir sicher sein, dass Gott etwas Besseres für uns bereithält.

Das Verpassen eines Zuges und die verspätete Ankunft auf einem Schiff brachten mich dazu, zu einer bedürftigen Seele zu sprechen, die ihr Herz am selben Abend für den Herrn öffnete. Das Umsteigen auf ein Schiff, das ich nicht mochte, war einmal Gottes Mittel, mich zu einem jungen Matrosen zu bringen, der sein Leben dem Herrn übergab und getauft wurde. Gott macht keine Fehler. Er ist der Herr der Vorsehung. Wir können ihm vertrauen, dass er unsere Umstände zu seiner Herrlichkeit und zu unserem Besten arrangieren wird.

Wir können Gott hin und wieder bitten, seinen Willen durch Änderung der Umstände zu offenbaren, wenn wir auf unserem Wege ein Hindernis vorfinden. Als der Herr mich im Mai 1964 aufrief, von meinem Offiziersdienst in der indischen Marine zurückzutreten und ich meine Entlassung beantragte, wurde meine Kündigung vom Hauptquartier der indischen Marine prompt abgelehnt. Die Umstände standen somit im Gegensatz zu dem, was ich als das Zeugnis des Heiligen Geistes in meinem Inneren empfand. Ich betete, dass der Herr die Umstände verändern, mich aus der Marine entlassen und dies zu einer Bestätigung für seine Berufung machen würde. Ich stellte dreimal den Antrag, aus meinem Offiziersdienst auszuscheiden. Nach zwei Jahren wurde ich schließlich entlassen. Es war für mich dann offensichtlich, dass das ursprüngliche Hindernis von Satan konstruiert worden war. Doch Gott hob das Hindernis auf, um meinen Glauben an seine totale Souveränität über Regierungen und über irdische Mächte zu stärken und mich mehr über seine Wege zu lehren.

Er ist in der Tat der Eine, der den Schlüssel zu jeder Tür hat. Wenn er eine Tür öffnet, kann sie niemand zuschließen, und wenn er eine Tür zuschließt, kann sie niemand öffnen (Offb 3,7). Sogar das Herz eines Königs kann von Gott in jede Richtung, die er will, gelenkt werden (Spr 21,1; vgl. Esr 6,22).

Gott mag uns auch im Gegensatz zu den Umständen leiten. Als die erste Welle der Verfolgung über Jerusalem hinwegfegte, liefen die Apostel nicht weg, sondern beteten um Freimut. Gott erfüllte sie mit dem Heiligen Geist und bewirkte, dass Jerusalem bei der Manifestation seiner Kraft erbebte, denn ihre Zeit, um zerstreut zu werden war für die Jünger noch nicht gekommen (Apg 4,29-33; 5,11-14).

Als Philippus Samaria verließ, um Richtung Süden auf die Wüstenstraße zu gehen, geschah das im Gegensatz zu den Umständen, die dafür sprachen, in Samaria zu bleiben, wo er mächtig gebraucht wurde (Apg 8,26).

Die Umstände sind demnach nicht immer ein Hinweis auf Gottes Willen. Sie dürfen nur in Zusammenhang mit und in Unterordnung gegenüber dem inneren Zeugnis des Heiligen Geistes in unserem Geist und seinem Zeugnis durch die Bibel berücksichtigt werden. Gott erwartet nicht, dass seine Kinder wie Marionetten sind, die von den Umständen hin- und her bewegt werden. Er ist der Herr über die Umstände und er möchte, dass seine Kinder seine Herrschaft über sie teilen.

Ist es richtig, Gott zu bitten, seinen Willen durch ein Zeichen zu zeigen? Das Alte Testament berichtet von einigen Beispielen, wo Menschen Gott um ein Zeichen baten, um seinen Willen zu offenbaren. Abrahams Knecht bat um ein Zeichen und fand die Braut, die Gott für Isaak ausgesucht hatte (1Mo 24,10-27). Gideon bat Gott, seinen Willen durch ein Zeichen zu bestätigen. Die Nacht darauf bat er Gott, das Zeichen umzukehren. Gott antwortete bei beiden Anlässen und bestätigte seinen Willen (Ri 6,36-40). Die Matrosen auf dem Schiff, auf dem sich Jona befand, warfen Lose, um herauszufinden, wer die Ursache für den Sturm war. Gott antwortete (Jon 1,7). Das Loswerfen wurde auch bei einigen anderen Anlässen benutzt (Jos 7,14; 1Sam 10,20; 14,41-44; vgl. Spr 16,33). Im Neuen Testament finden wir nur ein Beispiel, wo Menschen Gott um ein Zeichen baten, um seinen Willen zu zeigen, aber das war vor dem Pfingsttag (Apg 1,23-26). Beachte, dass es nach der Ankunft des Heiligen Geistes im Neuen Testament keinen einzigen überlieferten Fall gibt, wo Gläubige danach trachteten, Gottes Willen durch ein Zeichen zu finden. Das scheint darauf hinzuweisen, dass es nicht mehr länger Gottes normale Methode der Führung ist. Sie wurde zur Zeit des Alten Testaments benutzt, als der Heilige Geist noch nicht im Menschen wohnte.

Gott kann jedoch durch ein gelegentliches Zeichen seinen Willen bestätigen oder unseren müden Geist ermutigen. Wenn andere Methoden der Leitung offensichtlich wenig überzeugend sind, nur dann sollen wir es wagen, Gott um ein Zeichen zu bitten. Aber wir sollten sogar in Bezug auf die Art des Zeichens, das wir erbitten, beten. Wir sollten Zeichen nicht als ein Mittel benutzen, unseren eigenen Willen durchzusetzen. Wir sollten Gott beispielsweise nicht um ein Zeichen bitten, wenn unsere wahre Absicht darin besteht, eine Ausrede zu finden, nicht den Weg zu beschreiten, den wir nach Gottes Willen einschlagen sollten. Zur gleichen Zeit sollten wir Gott nicht um etwas bitten, was so allgemein ist, dass es überhaupt kein Zeichen ist, sondern nur eine Ausrede, um auf unserem selbstgewählten Weg weiterzugehen.

Wir sollten uns auch vor der Vorgangsweise hüten, die einige Christen sich zu Eigen gemacht haben, die Gott um einen Bibelvers als Zeichen bitten und dann ihre Augen schließen, ihre Bibel öffnen und ihren Finger auf die Seite legen, die sich gerade öffnet. Diese Methode kann uns in die Irre führen und ist in jedem Fall töricht. Die Bibel ist kein Buch der Magie! Behandle sie nicht so, als ob sie es wäre. Gott mag diese Methode manchmal benutzen, um uns zu ermutigen. Aber sie sollte in wichtigen Angelegenheiten niemals zur einzigen Methode der Führung gemacht werden.

Ein Zeichen zum Haupt- oder zum einzigen Mittel der Leitung zu machen ist völlig unbiblisch. Wir sollten uns auch daran erinnern, dass das ständige Suchen nach einem Zeichen ein Kennzeichen geistlicher Unreife ist.

Der Rat anderer Christen

Der Neue Testament legt große Betonung auf die Notwendigkeit, zusammen als Mitglieder eines Leibes zu funktionieren. In Bezug auf Existenz und Überleben ist jeder vom anderen abhängig. Es ist daher ganz vernünftig zu erwarten, dass Gott sogar in Bezug auf Führung großen Wert auf die Gemeinschaft der Christen legt. Er hat diese Vorsorge als einen Schutz etabliert, damit wir seinen vollkommenen Willen nicht verpassen.

Von uns selbst aus mögen wir nicht in der Lage sein, all die Vor- und Nachteile eines bestimmten Schrittes zu sehen. Der Rat anderer gottesfürchtiger Menschen wird eine unschätzbare Hilfe für uns sein, um die Entscheidung, die wir treffen, aus verschiedenen Gesichtswinkeln zu betrachten. Das ist besonders notwendig, wenn wir vor einer größeren Entscheidung stehen. Wenn wir in stolzer Unabhängigkeit dieses von Gott bestimmte Mittel der Führung ignorieren, können wir nur Schaden erleiden.

Die Bibel sagt: „In der Vielzahl der Ratgeber ist Sicherheit … Presche mit deinen eigenen Plänen nicht ohne den Rat anderer voran … Der Rat eines weisen Menschen erfrischt wie Wasser aus einer Gebirgsquelle. Wer ihn annimmt, wird sich der Fallgruben, die vor ihm liegen, bewusst … Ein Tor glaubt, dass er keinen Rat braucht, aber ein Weiser hört auf andere … Der Gerechte erbittet von Freunden Rat; aber der Gottlose prescht voran und kommt zu Fall" (Spr 24,6; 20,18; 13,14; 12,15.26; TLB).

Es gibt jedoch zwei Extreme, die es zu vermeiden gilt. Eines ist, dass wir uns vom Rat gottesfürchtiger Menschen völlig unabhängig machen. Das andere ist, dass wir uns so völlig auf ihren Rat verlassen, dass wir ihn fraglos als Gottes vollkommenen Willen annehmen. Wenn wir diesen beiden Extremen anhangen, werden wir entweder in die Irre gehen oder unser ganzes Leben wird geistlich verkümmert bleiben. So sehr sich Gott auch wünscht, dass wir von anderen Christen Rat annehmen, so erwartet er von uns nicht, dass wir uns sklavisch an ihren Rat halten - sogar wenn es heilige Menschen sind.

Die Bibel präsentiert die Wahrheit in einer perfekten Ausgewogenheit. Der Mensch hat leider die Tendenz, in ein Extrem zu verfallen. Auf diese Weise wurden im Christentum viele Irrlehren geboren.

Im Alten Testament wird diese ausgewogene Sicht in1. Könige 12 und 13, deutlich aufgezeigt. In Kapitel 12 hätte der junge König Rehabeam den Rat der gottesfürchtigen Ältesten annehmen sollen, statt auf junge Männer, wie er selbst es war, zu hören. Weil er dies nicht tat, führte er die Teilung seines Königreiches herbei. In Kapitel 13 hätte der junge Prophet nicht auf den Rat des älteren Propheten hören sollen („Es ist nicht das bloße Alter, was einen Menschen weise macht" - Hi 32,9; TLB). Weil er es tat, verlor er sein Leben.

Im Neuen Testament sehen wir diese Ausgewogenheit im Leben des Apostels Paulus. In Apostelgeschichte 13,1-3 sehen wir, wie Gott Paulus zum Missionsdienst im Ausland beruft. Aber Gott offenbarte seinen Willen für Paulus gleichzeitig seinen Mitarbeitern. Was Gott privat zu Paulus sprach wurde ihm auf diese Weise durch andere bestätigt. Demgegenüber sehen wir in Apostelgeschichte 21,1-15, dass Paulus den Rat aller anderen Gläubigen verwarf (und sogar die Prophezeiungen einiger von ihnen), und in die Richtung ging, die nach seiner Auffassung Gottes Wille für ihn war. Gott bestätigte Paulus später, dass es richtig war, nach Jerusalem zu gehen (Apg 23,11).

Bei einem weiteren Anlass, zu Beginn seines christlichen Lebens, ging Paulus nach Arabien, wobei er Gottes Willen völlig eigenständig herausgefunden hatte, ohne sich mit irgendjemandem zu beraten (Gal 1,5-17).

Diese Beispiele von Gottes Wort legen nahe, dass es einige Anlässe gibt, wo wir dem Rat gottesfürchtiger Menschen Aufmerksamkeit schenken sollten, einige Anlässe, wo wir gegen den Rat der gleichen Menschen handeln sollten, und auch andere Anlässe, wo wir überhaupt niemanden zu Rat ziehen müssen. In allen Fällen, ob wir nun Rat von anderen annehmen oder verwerfen oder diesen gar nicht suchen, muss die letztendliche Entscheidung immer die eigene sein, denn wir sind Gott für unsere Entscheidungen persönlich verantwortlich. Der Rat eines Mannes Gottes kann unschätzbar sein, aber er ist niemals unfehlbar.

In seinem Buch „Prophecy - A Gift for the Body of Christ" schreibt Michael Harper: „Prophezeiungen, die anderen Menschen sagen, was sie tun sollen, sollten mit großem Misstrauen betrachtet werden. ‚Führung' wird niemals als eine der Anwendungsmöglichkeiten von Prophezeiung bezeichnet. Paulus wurde gesagt, was ihm passieren würde, wenn er nach Jerusalem ginge, aber ihm wurde nicht aufgetragen, entweder zu gehen oder nicht zu gehen. Seine Freunde mögen ihm diesbezüglich Rat gegeben haben, aber die Führung kam nicht durch eine Prophezeiung. Agabus sagte eine Hungersnot voraus, aber die Prophezeiung gab keine Anweisungen, was man diesbezüglich unternehmen sollte. Im ganzen Neuen Testament wird Führung direkt an den Einzelnen gegeben, nicht durch andere Personen, wie es im Alten Testament häufig der Fall war. Obwohl z.B. Kornelius durch einen Engel gesagt wurde, Petrus zu holen (Apg 10,5), wurde Petrus selber durch eine unabhängige Vermittlung gesagt, mit ihnen zu gehen (Apg 10,20)."

In seiner Broschüre „Guidance" schreibt James McConkey: „Fleisch und Blut konnten Simon Petrus den Christus nicht offenbaren (Mt 16,17). Noch kann es uns die Dinge Gottes offenbaren. Noch ist es von Bedeutung, ob es unser eigenes Fleisch und Blut oder das eines anderen ist. Denn das Fleisch und Blut eines anderen ist mit derselben Schwachheit behaftet und unterliegt denselben Irrtümern wie wir. Außerdem stellt der Mensch, der sich in Bezug auf Führung auf seine Freunde verlässt, fest, dass der unterschiedliche Rat, den sie anbieten, bloß seine Ratlosigkeit vergrößert. Denn es ist auch ein göttliches Prinzip, dass Gott seine Pläne für dein Leben nicht einem anderen Menschen offenbart. Der deutlichste Beweis dafür ist Christi Tadel gegenüber Petrus, als dieser seinen Willen für Johannes erfahren wollte (Joh 21,22). Du magst einem Kleinkind zu Beginn helfen, die Kunst des Gehens zu lernen. Aber wenn es jemals lernen soll, alleine zu gehen, kommt ein Zeitpunkt, wo es deine Hand völlig loslassen und aufhören muss, ganz von dir abhängig zu sein. Der Christ, der lernen möchte, mit Gott zu wandeln, muss dieselbe Lektion lernen. Und so wie ein Baby auf Kosten mehrfachen Hinfallens lernt, so müssen auch wir Christen auf Kosten von einigen Fehlern lernen. Es ist besser, auf diese Weise zu lernen, als überhaupt nicht zu lernen. Der Preis für einige Fehltritte ist nicht zu hoch für einen solchen Schatz wie einen Wandel allein mit Gott an dem Ort seiner eigenen gottgegebenen Führung. Hat Gott in dieser Sache von Führung keinen Platz für deine christlichen Freunde? Das hat er gewiss. Besorge dir jede mögliche Hilfe; all das Licht aus dem Wort Gottes; alle mögliche Erfahrung anderer Menschen. Das heißt, du magst die Tatsachen von anderen bekommen. Aber du musst deine Entscheidungen selber treffen. Denn wenn wir an den Ort der Entscheidung kommen, können wir dem persönlichen, geduldigen Warten auf Gott allein nicht aus dem Weg gehen, wodurch wir die wertvollsten Lektionen seiner Führung erhalten."

Trotzdem, wann immer wir uns gegen den Rat von reifen Christen stellen müssen, sollten wir unsere Führung wiederholt prüfen, um sicherzugehen, dass es tatsächlich Gott ist, der uns leitet. Das müssen wir besonders bei größeren Entscheidungen im Gedächtnis behalten.

Die Stimme des Herrn

Am Berg der Verklärung wurde Petrus von Gott zurechtgewiesen, weil er versuchte, den Herrn Jesus auf dieselbe Ebene wie Mose und Elia zu stellen. Diese Männer waren in der Tat Gottes Wortführer zur Zeit des Alten Testaments, aber ein neues Zeitalter begann anzubrechen und Petrus musste dies anerkennen. In diesem neuen Zeitalter würde es nur einen Wortführer geben: „Dies ist mein geliebter Sohn; hört beständig auf ihn und gehorcht ihm" (Mk 9,7). Als daher die Jünger erneut um sich blickten, „sahen sie niemanden mehr bei ihnen, außer Jesus allein". Es ist die Stimme des Herrn, die wir letztendlich hören müssen, egal welche Mittel Gott gebrauchen mag, um zu uns zu sprechen.

In „What Shall This Man Do?" sagte Watchman Nee: „Das Christentum beinhaltet stets eine persönliche Erkenntnis Gottes durch den Geist und nicht bloß ein Erkennen seines Willens durch die Vermittlung eines Menschen oder eines Buches … Somit haben wir heute praktisch gesehen die Heiligen Schriften, dargestellt von Mose, und wir haben den lebendigen, persönlichen Boten, dargestellt von Elia, der den Tod niemals sah. Diese beiden Gaben Gottes an alle Gläubigen sind die wertvollsten Faktoren, die zu unserem christlichen Leben beitragen: Das Buch Gottes in unserer Hand, um uns zu unterweisen, und der Freund, der in der Nähe des Herrn wohnt, der uns oft mitteilen kann, was ihm der Herr gezeigt hat. Das Buch ist immer richtig; der Rat eines Freundes ist oft richtig. Wir brauchen Gottes Buch und wir brauchen Gottes Propheten. Er möchte nicht, dass wir eines von beiden verwerfen. Aber die Lektion dieser Begebenheit auf dem Berg der Verklärung ist sicherlich, dass keines von diesen die Stelle der lebendigen Stimme Gottes, die zu unserem Herzen spricht, einnehmen sollte.

Wir wagen es nicht, Gottes Boten zu verachten. Wir brauchen immer wieder die fesselnde Herausforderung eines wahrhaft prophetischen Wortes oder die Stille von reifer geistlicher Unterweisung. Aber wir geben uns selbst nicht völlig und ausschließlich der Offenbarung hin, die durch heilige Männer Gottes kommt, wie einwandfrei diese auch sein mag. Wir sind verpflichtet, auf die Stimme des Herrn zu hören und ihr zu folgen.

Noch weniger wagen wir es, Gottes geschriebenes Wort zu verachten. Die inspirierten Schriften der Wahrheit sind für unser Leben und für unseren Fortschritt lebenswichtig, und wir möchten nicht - und wagen es nicht - ohne sie auszukommen. Dennoch gibt es unter uns jene, die in Gefahr sein mögen, noch mehr auf den Buchstaben des Wortes als auf Jesus Christus selbst als endgültige Autorität zu schauen. In religiöser Hinsicht und im Detail machen wir uns zum Ziel, das was die Bibel sagt, auszuführen, und Gott möge uns dafür ehren. Doch wenn wir dabei einen Schritt weitergehen und die Bibel auf eine Position erhöhen, wo unser Gebrauch derselben sogar die Herrschaft Christi selbst in Frage stellt, können wir das Risiko eingehen, auf tragische Weise ohne enge Beziehung mit ihm zu bleiben …

Das Christentum verlangt eine persönliche, aus erster Hand kommende Einsicht in den Willen Gottes, welche diese anderen, von Gott gegebenen Hilfen begeistert annimmt, aber nicht bei ihnen endet."

Das Geheimnis von Führung liegt darin, die Stimme des Herrn zu hören.

Zusammenfassung

1. Der Heilige Geist leitet uns durch die Lehre der Bibel, wenn wir seine Führung suchen.

(a) In vielen Bereichen hat die Bibel bereits offenbart, was Gottes Wille ist.

(b) Gott mag seine Führung durch einen Abschnitt in unserem täglichen Bibelstudium bestätigen. Aber das sollte niemals zur einzigen Grundlage für Führung in irgendeiner Angelegenheit gemacht werden.

2. Der Heilige Geist spricht zu uns oft durch das Zeugnis der Umstände.

(a) Gott kann Umstände benutzen, um die Führung, die wir bereits erhalten haben, zu bestätigen oder um uns daran zu hindern, einen falschen Schritt zu machen.

(b) Aber auch Satan kann unsere Umstände in gewissem Ausmaß bestimmen. So sind diese nicht immer ein Ausdruck von Gottes Willen.

(c) Gott kann uns manchmal im Gegensatz zu den Umständen führen. Wir können Gott bitten, seinen Willen durch Änderung der Umstände zu offenbaren.

(d) Gott mag gelegentlich seine Führung durch ein Zeichen offenbaren. Die Suche nach Zeichen ist jedoch immer ein Kennzeichen von geistlicher Unreife.

3. Der Heilige Geist kann durch den Rat von Gläubigen zu uns sprechen.

(a) Gott hat diese Vorsorge als Schutzmaßnahme gegeben, damit wir seinen Willen nicht verpassen.

(b) Der Rat von gottesfürchtigen Menschen wird uns befähigen, andere Aspekte einer bestimmten Angelegenheit, die wir nicht in Betracht gezogen haben mögen, zu sehen.

(c) Es gibt einige Anlässe, bei denen wir dem Rat gottesfürchtiger Menschen Beachtung schenken sollten, und einige Anlässe, bei denen wir gegen ihren Rat handeln müssen.


Kapitel 5
Beruf und Berufung

Eines der ersten größeren Probleme von Führung, mit denen Jugendliche gewöhnlich konfrontiert werden, besteht darin, herauszufinden, welchen Beruf sie nach Gottes Willen ergreifen und wo sie arbeiten sollten.

Gottes perfekter Wille bezüglich der Berufswahl muss nicht nur von denen gesucht werden, die überlegen, in den christlichen Vollzeitdienst zu gehen, sondern von allen Christen. Wie in Kapitel 1 erwähnt, hat Gott für jedes seiner Kinder einen Beruf geplant. Es ist daher unbedingt notwendig, dass wir herausfinden, welcher Beruf das ist. Wenn Gott dich beruft, ein Lehrer in einer Schule zu sein, wärest du ungehorsam, wenn du ein Pastor würdest. Sei kein Evangelist, wenn Gott möchte, dass du ein Arzt bist. Ebenso sollst du keinen weltlichen Beruf ergreifen, wenn Gott dich ausschließlich im christlichen Dienst haben möchte.

Der Beruf nach Gottes Wahl

Trotzdem sollte jeder Gläubige ein Vollzeitzeuge für den Herrn Jesus Christus sein - sogar wenn er nicht ganztags im christlichen Dienst arbeitet. Ein christlicher Arzt, der nach seinem Beruf gefragt wurde, antwortete: „Mein Beruf ist es, ein Zeuge für den Herrn Jesus Christus zu sein und um Seelen zu ihm zu bringen. Ich arbeite als Arzt, um die Ausgaben für meinen Lebensunterhalt zu bestreiten." Er hatte in der Tat die richtige Perspektive.

Wenn wir das Thema „Beruf" aus dieser Perspektive betrachten, brauchen wir nicht die Möglichkeit zu fürchten, den Willen Gottes zu verpassen. Aber wenn persönliches Vorwärtskommen und Prestige unsere Wahl beeinflussen, kommen wir gewöhnlich vom rechten Weg ab.

Wie sollte ein junger Christ vorgehen, um Gottes Willen in diesem Bereich zu finden? Wenn die Option, eine Karriere auszuwählen noch vor ihm liegt, sollte er seine intellektuelle Eignung berücksichtigen und danach streben, sich für den Beruf, der am besten zu ihm passt, auszubilden. Er sollte aber erst nach viel Gebet einen Beruf auswählen. Wenn es nach dem Gebet in seinem Geist kein Hindernis gibt, sollte er vorangehen und den Beruf in Erwägung ziehen, für den er am besten geeignet ist. Er sollte niemals zulassen, in einen Beruf hineingestoßen zu werden, den jemand anders für ihn ausgesucht hat.

Diejenigen, die bereits ein Studium an einer Universität absolvieren, mögen in ihrer Auswahl eines Berufes vielleicht begrenzt sein. Solche Studenten brauchen keine Angst zu haben, dass sie Gottes Willen verpasst haben könnten. Gott ist souverän und stößt Dinge um, wenn wir seine Wege nicht kennen. Er legt seine Hand auf uns und steuert seinen Kurs, ohne dass wir es wissen, lange bevor wir an den Ort kommen, wo wir uns ihm ausliefern. Erst nachdem er zu uns gesprochen hat, hält er uns für verantwortlich.

Der Ort von Gottes Wahl

Während seiner Studienzeit sollte ein Christ viel Zeit im Gebet verbringen, dass Gott ihm die richtigen Informationen über Jobmöglichkeiten und Kontakte mit den richtigen Leuten und Institutionen gibt, damit er nach Abschluss seines Studiums an den von Gott gewählten Ort gehen kann. Er sollte die Worte des Herrn in Matthäus 9,37 im Sinn behalten: „Die Ernte ist groß, aber wenige sind der Arbeiter." Im Gehorsam gegenüber dem Gebot des Herrn in Johannes 4,35 sollte er bestrebt sein, detaillierte Informationen über das Werk des Herrn in verschiedenen Teilen seines Landes und auf der Welt zu erhalten. Er sollte bereit sein, dorthin zu gehen, wo immer ihn Gott gebrauchen kann - sei es als ein Lehrer, als eine Krankenschwester oder als ein Ingenieur oder was auch immer sein Beruf sein mag. Es ist eine Schande, dass so viele nach persönlicher Bequemlichkeit trachten und kein Interesse an der Verbreitung des Evangeliums oder der Errettung von Seelen haben.

Er muss dann den Rat und die Gebetsgemeinschaft von reifen Gläubigen (an seinem Heimatort oder woanders) suchen, die an ihm interessiert sind und die die Situation in den Bereichen, wo er eine Arbeit sucht, kennen. Er sollte sich auch bemühen und verstehen, was Gott ihm durch die Umstände sagt. Mit all diesen Informationen sollte er, wenn die Zeit für eine Entscheidung näher rückt, herauszufinden versuchen, was der Heilige Geist ihm in seinem eigenen Geist sagt. Er sollte schließlich seine Entscheidung auf dieses Zeugnis des Geistes in ihm gründen und darauf vertrauen, dass Gott die Situation wendet, falls er falsch lag.

Christlicher Vollzeitdienst

Ein paar Worte müssen an dieser Stelle über den hauptberuflichen christlichen Dienst gesagt werden - d.h. über die Berufung, ausschließlich als ein Missionar, Evangelist, Bibellehrer oder Pastor im Dienst des Wortes Gottes beschäftigt zu sein.

Gott ruft nur einen kleinen Prozentsatz von Christen in einen solchen Dienst, ebenso wie er in Israel nur einen von zwölf Stämmen zum Tempeldienst berief. Aber er erwartet, dass alle seine Kinder bereit sind, wenn er sie berufen sollte. Jeder Gläubige sollte daher diese Berufung in Betracht ziehen und mit ganzem Herzen herauszufinden suchen, ob Gott ihn dafür einsetzen möchte. Eine Person, die in den hauptberuflichen christlichen Dienst eintritt, sollte völlig sicher sein, dass Gott sie dazu berufen hat. Jemand, der in einem weltlichen Beruf ist, sollte ebenfalls sicher sein, dass Gott ihn dort haben möchte. Die Berufung, ein Evangelist oder ein Missionar zu sein ist keine geistlichere Berufung als ein Ingenieur oder ein Buchhalter zu sein. Das Wichtige ist, das du das bist, was Gott möchte.

Eine Entscheidung in den christlichen Vollzeitdienst einzutreten sollte kühl getroffen werden - nicht in einer emotional angespannten Atmosphäre einer Versammlung noch unter dem Druck irgendeines Menschen. Überhastete Entscheidungen werden gewöhnlich später bedauert. Gott gibt uns immer ausreichend Zeit, um seinen Willen sicher zu erkennen, bevor wir entscheiden.

Die Berufung zu einem ausschließlich christlichen Dienst lässt sich nicht leicht definieren. Wie bei jeder anderen Führung ergeht diese Berufung in verschiedenen Formen an unterschiedliche Menschen. In einigen seltenen Fällen mag sie durch eine Vision oder durch eine hörbare Stimme ergehen. Esther Butler, eine Pioniermissionarin in China zu Beginn des 20. Jahrhunderts, sagte, dass sie in einer Vision eine überfüllte chinesische Straße sah, als Gott sie zu diesem Werk berief. Bei ihrer Ankunft in Nanking konnte sie die Gesichter und Orte deutlich erkennen.

An andere erging diese Berufung als ein innerer Drang, der rein auf geheiligter Logik basierte. John G. Paton ging als Missionar von Schottland in die südpazifischen Inseln, weil er glaubte, dass die Menschen dort weniger Gelegenheit hatten, die frohe Botschaft zu hören als die in Schottland. James Gilmour ging in die Mongolei, weil er, wie er sagte, keinen Ruf erhielt, in seinem Heimatland zu bleiben. Ihre Errungenschaften an diesen Orten zeigen deutlich, dass sie in Einklang mit Gottes perfektem Willen für ihr Leben waren.

Welche Form der Ruf annimmt ist unwichtig, aber jemand, der in einen ausschließlich christlichen Dienst eintritt, kann sich nicht erlauben, seiner Berufung unsicher zu sein. Er kann sich nicht selber für diesen Dienst anwerben, noch kann jemand anders ihn anwerben. Dieses Vorrecht verbleibt für immer allein in Gottes Händen.

In den meisten Fällen wird eine Person, die in den christlichen Vollzeitdienst berufen wird, feststellen, dass Gott seine Berufung durch Umstände und durch geisterfüllte Gläubige bestätigt. Es kann jedoch Ausnahmen zu dieser Regel geben (und sie gab es auch), denn Gott kann nicht auf ein bestimmtes Muster reduziert werden. Doch einige Richtlinien können aufgestellt werden: Gott ruft jene, die in ihren weltlichen Berufen in seinem Werk aktiv sind. Er spricht nur zu denen, die danach streben, in ihren gegenwärtigen Umständen seine Zeugen zu sein. Er belohnt die, die ihn fleißig suchen.

Du musst auch daran denken, dass die Berufung Gottes nichts Statisches ist. Gott mag dich eine Zeitlang in eine hauptberufliche christliche Arbeit berufen und dich dann später dahingehend leiten, sein Zeuge in einem weltlichen Beruf zu sein. Wir müssen bereit sein, mit Gott zu gehen, wenn sich Situationen und Umstände ändern und dürfen kein Sklave der Traditionen und Meinungen von Menschen bleiben.

Ob wir in einem weltlichen Beruf oder ausschließlich in einer christlichen Arbeit tätig sind - unsere Berufung besteht gleichermaßen darin, Diener Gottes zu sein. Die Natur und die Sphäre unserer Arbeit mögen sich unterscheiden, aber wir sind alle berufen, den Herrn vor anderen Menschen würdig zu repräsentieren und sie zu einer rettenden Erkenntnis von ihm zu bringen. Gott hat für dich in seinem großen Weinberg einen spezifischen Platz. Wie das Lied sagt: „Es gibt ein Werk für Jesus, das niemand außer dir tun kann." Es ist deine Verantwortung, herauszufinden, was dieses Werk ist und sicherzustellen, dass du es tust. „Gott hat dich zu deinem Werk bestimmt - sieh zu, dass du ihn nicht im Stich lässt" (Kol 4,17; TLB).

Zusammenfassung

1. Gott hat einen spezifischen Beruf für dich. Es ist deine Pflicht, ihn zu erfüllen.

2. Jeder Christ ist unabhängig von seiner beruflichen Tätigkeit berufen, ein vollzeitiger Zeuge des Herrn Jesus zu sein.

3. Ein junger Mensch, der Gottes Führung in Bezug auf seinen Beruf sucht, sollte bestrebt sein, sich auf das, wofür er am besten geeignet ist, vorzubereiten, wenn Gott ihm keinen gegenteiligen Hinweis gibt.

4. Wenn er eine Arbeit sucht, sollte er Informationen in Bezug auf die Bedürfnisse des Werkes des Herrn an verschiedenen Orten herausfinden. Er sollte viel darüber beten und nachdem er Rat bei reifen Gläubigen gesucht und seine Umstände berücksichtigt hat, sollte er schließlich vom inneren Zeugnis des Heiligen Geistes geleitet werden.

5. Niemand sollte ohne eine klare Berufung von Gott in den christlichen Vollzeitdienst gehen.

6. Die Berufung Gottes ist etwas Dynamisches. Wir müssen bereit sein, mit ihm in ein neues Arbeitsgebiet zu ziehen, sobald er uns dazu aufruft.


Kapitel 6
Abschließende Überlegungen

Mittlerweile sollte es dem Leser klar sein, dass es keine perfekte Formel für unfehlbare Führung gibt. Sehr oft werden wir mit Ratlosigkeit konfrontiert werden, wenn wir Gottes Willen suchen. Gott lässt dies zu, damit wir eine engere Beziehung zu ihm suchen und auf diese Weise seinen Sinn besser kennenlernen und mehr von seinem Leben empfangen.

Zeiten der Ungewissheit werden von Gott auch benutzt, um unsere Motive zu prüfen. Wenn wir uns über Gottes Willen unsicher sind, sollten wir uns selbst prüfen, um zu sehen, ob wir die Bedingungen für seine Führung erfüllt haben (wie in Kapitel 2 erwähnt).

Gott benutzt Ratlosigkeit auch, damit wir unseren Glauben praktizieren und stärken: „Wer ist unter euch, der den Herrn fürchtet und seinem Knecht (dem Herrn Jesus) gehorcht? Wenn ein solcher Mensch in Finsternis wandelt, ohne einen Lichtstrahl, der vertraue auf den Herrn und verlasse sich auf seinen Gott" (Jes 50,10; TLB). Wir sollten daher nicht überrascht oder entmutigt sein, wenn wir ratlos und verwirrt sind. Sogar der Apostel Paulus war oft ratlos, aber er verzweifelte nie und gab niemals auf (2Kor 4,8). Gott mag uns manchmal seinen Willen erst kurz bevor wir eine Entscheidung treffen müssen, zeigen, und er kann uns davor eine lange Zeit warten lassen.

In jedem Fall wird er uns in jedem Stadium nur den nächsten Schritt zeigen. Er führt uns schrittweise, weil er möchte, dass wir uns Tag für Tag auf ihn verlassen und dass wir im Glauben und nicht im Schauen wandeln. Wenn er uns nur einen Schritt nach dem anderen zeigt, sind wir gezwungen, uns auf ihn zu verlassen. Wenn Gott uns die ganze Zukunft zeigte, wäre es ziemlich wahrscheinlich, dass wir ihm nicht voll gehorchen würden. Daher zeigt er uns nur einen Schritt nach dem anderen und macht uns nach und nach bereit, seinen ganzen Willen zu tun. Alles, was wir zu irgendeiner Zeit tun müssen, um Gottes Willen für unser Leben zu finden, besteht daher darin, dass wir den nächsten Schritt tun, den Gott uns zeigt. Wenn wir das tun, werden wir feststellen, dass sich Gottes Plan Schritt für Schritt entfaltet.

Es gibt ein altes chinesisches Sprichwort, das besagt: „Eine Reise von tausend Meilen beginnt mit einem einzigen Schritt." Abraham zog aus seinem Vaterland aus, ohne zu wissen, wohin er gehen würde. Er wusste nur, dass Gott ihn führte (Hebr 11,8). Er gehorchte Gott auf jedem Schritt und Gott enttäuschte ihn nicht. Niemand, der Gott wie Abraham folgt, braucht jemals Enttäuschung zu fürchten.

Befreiung von Unentschlossenheit

Oft werden wir einen Schritt nach vorne machen müssen, wenn wir uns über Gottes Willen immer noch nicht ganz sicher sind. Auch dies ist ein Teil der Disziplin, im Glauben zu wandeln, denn Gewissheit kann manchmal dem Wandel im Schauen entsprechen. Gott gibt uns manchmal klare Zusicherungen, damit wir nicht entmutigt werden. Oft erwartet er von uns, dass wir ohne sichtbare Beweise seiner Zustimmung vorangehen. Nachdem wir den Sinn des Heiligen Geistes nach unserem besten Wissen erforscht haben, sollten wir ohne endlos zu warten vorangehen. Die Bibel sagt: „Wir sollten Pläne machen - und darauf bauen, dass Gott uns leitet" (Spr 16,9; TLB). Wenn wir später auf solche Entscheidungen zurückschauen, werden wir feststellen, dass Gott uns trotz unserer trüben Vision nicht auf Abwege geraten ließ. Mit anderen Worten, auch wenn es im Ausblick große Ungewissheit gegeben haben mag, so wird es im Rückblick viel Gewissheit und Freude geben.

„Die Trübheit meiner eigenen Sicht

macht mich sicher -

denn auf meinem nebeligem Pfad

spüre ich seine Hand. Ich höre, wie er zu mir sagt,

‚meine Hilfe ist dir sicher'."

J. Oswald Chambers sagt in „Spiritual Leadership": „Diejenigen, die selber in keiner Leitungsposition sind, mögen glauben, dass größere Erfahrung und ein langer Wandel mit Gott dazu führen, dass man den Willen Gottes in verworrenen Situationen viel leichter finden kann. Aber das Gegenteil ist oft der Fall. Gott behandelt den Leiter als einen reifen Erwachsenen und überlässt ihn immer mehr seinem geistlichen Urteilsvermögen und gibt ihm weniger spürbare und greifbare Beweise seiner Führung als in früheren Jahren." Hudson Taylor, Gründer der „China Inland Mission" sagte einmal in Bezug auf Führung, dass ihm die Dinge in jüngeren Jahren gewöhnlich so deutlich und schnell zufielen. „Aber", sagte er, „nun, da ich weiterging und Gott mich mehr und mehr gebraucht hat, scheine ich oft wie ein Mann zu sein, der durch einen Nebel schreitet. Ich weiß nicht, was ich tun soll" (zitiert in „D.E. Hoste" von Phyllis Thompson). Doch immer wenn eine Entscheidung getroffen wurde, honorierte Gott das Vertrauen von Hudson Taylor.

Falls wir in Unsicherheit einen Schritt machen und dabei den Pfad von Gottes vollkommenen Willen verfehlen, können wir ihm vertrauen, dass er uns befreien wird. Die Verheißung in Jesaja 30,21 (TLB) lautet: „Wenn du Gottes Weg verlässt und fehlgehst, wirst du hinter dir eine Stimme sagen hören: Nein, dies ist der Weg; wandle darauf." Gott kann die Umstände auf eine Weise anordnen, um unseren Kurs zu ändern, falls wir den richtigen Weg verfehlen. Aber wir sollten nicht in fortwährender Untätigkeit verharren, indem wir für jeden Schritt auf eine spektakuläre Führung warten. Ein Schiff kann man viel schneller wenden, wenn es in Bewegung und nicht vor Anker ist; dasselbe trifft auf uns zu.

In Apostelgeschichte 16,6-10 versuchten Paulus und Silas nach Asien zu gehen, weil sie keine klare Leitung vom Herrn, aber das Verlangen hatten, seinen Willen zu tun. Sie wurden daran gehindert - vielleicht von Umständen, die Gott angeordnet hatte. Als Nächstes versuchten sie, nach Bithynien zu gehen. Wiederum wurde ihr Weg blockiert. Aber weil sie aktiv Gottes Willen suchten und nicht passiv auf Führung warteten, führte er sie schließlich an den Ort seiner Wahl - Mazedonien.

In den kleineren Details des Lebens ist Führung nicht unbedingt eine Frage von ständiger Nachforschung. Es geht um ein Wandeln im Geist. Eine richtige Beziehung zum Herrn wird dich zur richtigen Handlung führen. In solchen kleinen Details ist die Führung Gottes nicht etwas, wessen wir uns die ganze Zeit äußerst bewusst sein sollten. Wir mögen uns dieser Führung gar nicht bewusst sein. Es ist unsere grundlegende Beziehung mit dem Herrn, die der wichtige Faktor ist, denn Führung ist eine geistliche Angelegenheit und keine mechanische Technik.

Befreiung von Bedauern

Bedauern über Versagen in der Vergangenheit mag einige von uns peinigen. Wir mögen Gottes Willen in einer bestimmten Angelegenheit verpasst haben und sind nun nicht mehr in der Lage, das zu korrigieren. Aber Bedauern ist nutzlos, denn dies wird bloß unsere geistliche Vitalität auffressen und uns für jeden Dienst für Gott untauglich machen. Versagen sollte Gott gegenüber bekannt werden, der treu ist und uns sofort vergibt und uns reinigt (1Joh 1,7.9). Er hat uns auch versprochen, unserer früheren Sünden nicht mehr zu gedenken (Hebr 8,12). Wenn Gott nicht auf unserer Vergangenheit herumreitet, gibt es für uns keine Notwendigkeit, uns deswegen zu martern. Wir sollten diesen Verfehlungen daher ein für alle Mal den Rücken kehren. Es mag nicht möglich sein, die groben Fehler zu beheben, aber wir können den Herrn bitten, den Rest unseres Lebens zu seiner Ehre zu gebrauchen.

David sank sehr tief, als er mit Batseba sündigte und danach ihren Ehemann Uria tötete. Doch statt den Rest seines Lebens in Bedauern zu leben, kam er in Gebrochenheit und Buße zurück zu Gott. Nachdem er Gottes Vergebung annahm, lebte er danach zur Ehre Gottes. Der Heilige Geist berichtete später, dass David dem Herrn in seinem ganzen Leben wohlgefiel, außer in der Sache mit Batseba (1Kön 15,5). Wenn David zugelassen hätte, dass Bedauern sein Gewissen plagt, hätte er den Herrn nur noch mehr betrübt. Wer ständig mit der Last von Bedauern im Sinn lebt, der wird bloß Versagen auf Versagen häufen. Wir müssen vergangene Fehler vergessen und uns danach ausstrecken, Gottes Willen zu erfüllen (vgl. Phil 3,13-14). Gott kann uns die Jahre, die verloren gingen, wiedererstatten (Jo 2,25).

Eine andere Versuchung besteht darin, dass wir uns über eine vergangene Entscheidung Sorgen machen, von der wir zu der Zeit glaubten, dass sie dem Willen Gottes entsprach, was wir nun jedoch bezweifeln. Vielleicht hat uns die Entscheidung in Schwierigkeiten gebracht. Oder vielleicht sind wir uns jetzt einiger Tatsachen bewusst, die uns, wenn wir sie damals gekannt hätten, zu einer anderen Entscheidung geführt hätten. Das Prinzip, dass wir immer im Sinn behalten sollten, lautet: Bezweifle niemals in der Dunkelheit, was Gott im Licht gezeigt hat. Wenn wir den Willen Gottes ernsthaft gesucht und gemäß dem Licht, das wir damals hatten, entschieden haben, dann gibt es keine Notwendigkeit, jetzt mit Bedauern zurückzublicken. Gott ist kein grausamer Despot, der Freude daran hat, uns zum Narren zu halten. Er ist ein liebevoller Vater und wird uns keinen Stein geben, wenn wir um Brot bitten. Wenn wir Gottes Willen aufrichtig gesucht haben, dann können wir sichergehen, dass Gott alles außer Kraft setzen kann, damit wir die richtige Entscheidung treffen können. Sogar die Tatsachen, derer wir uns damals nicht bewusst waren, müssen von Gott zu einem Zweck zurückgehalten worden sein.

Gott gab Paulus und Silas in Troas klare Anweisungen, nach Mazedonien zu gehen - und sie gingen umgehend dorthin. Doch bald nach ihrer Ankunft wurden sie ins Gefängnis geworfen und ihre Füße in den Block gelegt. Sie hätten sich wundern können, ob ihre Wahrnehmung von Führung falsch war. Hätten sie ihr Schicksal im Voraus gewusst, hätten sie Troas wahrscheinlich nie verlassen. Aber Gott gab ihnen keine Warnung. Obwohl sie ins Gefängnis geworfen wurden, vertrauten Paulus und Silas auf Gott. Indem sie sich weigerten, in der Dunkelheit an dem zu zweifeln, was Gott im Licht offenbart hatte, fuhren sie fort, ihn zu loben (Apg 16,8-26). Später zeigten die Ereignisse deutlich, dass sie tatsächlich im Willen Gottes waren. Der Umstand, dass wir in Schwierigkeiten geraten, ist an sich kein Hinweis, dass wir außerhalb von Gottes Willen sind. Wenn wir Gott vertrauen, werden wir ihn in der tiefsten Finsternis ohne Bedauern preisen.

Befreiung von Angst

Die Furcht vor Menschen und Umständen kann dazu führen, dass wir Gottes Willen versäumen. Viele Christen lassen sich von Sicherheitsüberlegungen leiten, wenn sie Gottes Leitung suchen. Sie glauben, dass bestimmte Orte oder Beschäftigungen unsicher und gefährlich sind, und daher schließen sie diese aus ihren Überlegungen ganz aus. Aber es gibt keinen Ort oder Beruf in dieser Welt, der völlig frei von Gefahr ist. Der sicherste Ort in der ganzen Welt ist immer das Zentrum von Gottes vollkommenem Willen. Wir geraten nur dann in Gefahr, wenn wir den Plan Gottes verlassen. Wer seine Entscheidungen trifft, ohne Gottes Führung zu suchen, wird für Satans Angriffe verwundbar sein. Aber „wer am festgesetzten Platz des Allerhöchsten lebt und arbeitet, der wird durch den Schatten des Allmächtigen geschützt werden" (Ps 91,1; frei übersetzt).

Auch wir müssen von der Angst, Fehler zu machen, befreit werden. Der Einzige, der nie einen Fehler macht ist derjenige, der nie etwas tut. Wir sind Studenten in der Schule Gottes und wir werden zweifellos gelegentlich Fehler machen. Aber der Herr ist stets nahe und bereit, die Dinge wieder einzurenken. Außer dem Herrn Jesus Christus hat kein Mensch je gelernt, in Gottes vollkommenem Willen zu wandeln, ohne viele Fehler zu machen. Die größten Heiligen lernten, genauso wie ein Kind laufen lernt, in Gottes Willen zu wandeln - indem sie oft hinfielen. Das Kind, das Angst vor dem Hinfallen hat, wird niemals gehen lernen! Wir dürfen niemals zulassen, dass uns die Angst davon abhält, vorwärts zu gehen. Nach Gottes Willen zu leben wird nicht einfach sein, aber es ist ein großes Abenteuer mit ihm, und er hat versprochen, uns zu halten, wenn wir fallen: „Die Schritte eines Gerechten werden vom Herrn geführt … Wenn sie fallen, ist es nicht schlimm, denn der Herr hält sie bei seiner Hand" (Ps 37,23-24; TLB).

Denke schließlich daran, dass Führung im Wesentlichen eine persönliche Angelegenheit zwischen dir und Gott ist. Die Art und Weise, wie Gott eine andere Person geführt hat, mag niemals die Art und Weise sein, wie er dich führt. Die umfassenden Prinzipien sind für alle Christen gleich, aber die genaue Methode unterscheidet sich von Person zu Person. Du wirst nur verwirrt werden, wenn du dieselbe Art der Führung suchst, die dir jemand anders in seinem Zeugnis beschrieben hat. Überlass es Gott, wie er dich führen sollte. Lass es deine Sorge sein, ihm immer zur Verfügung zu stehen und zu tun, was immer er verlangt. Er wird es zu seiner Angelegenheit machen, sicherzustellen, dass du dir seines Willens bewusst wirst, und dass du gestärkt wirst, um ihn zu erfüllen.

Zusammenfassung

1. Gott erlaubt Ratlosigkeit, damit wir ihn besser kennenlernen. Er prüft auch unsere Motive und stärkt dadurch unseren Glauben.

2. In den meisten Fällen sollten wir vorangehen, sogar wenn wir Gottes Willen nur vage erkennen, vorausgesetzt, wir haben den Sinn des Geistes nach unserem besten Wissen erforscht.

3. Wir sollten nicht mit Bedauern auf frühere Fehler und frühere Entscheidungen zurückblicken.

4. Wir dürfen niemals zulassen, dass uns die Angst vor Gefahr oder die Angst, einen Fehler zu machen, in fortwährender Untätigkeit festhalten.

5. Wir sollten es Gott überlassen, wie er uns führen möchte.