Ein gutes Fundament

Autor :   Zac Poonen Kategorien :   Grundlehren Suchender

Kapitel 1
Buße

Jesus hat gesagt, dass der rechte Weg in seinen Schafstall (sein Königreich) durch die Tür führt. Aber er hat auch gesagt, dass einige versuchen werden über die Mauer hineinzuklettern (Joh 10,1).

Der Weg zur Errettung, den Gott für den Menschen vorgesehen hat, besteht aus Buße (Reue, Umkehr) und dem Glauben an den Herrn Jesus Christus. Das ist der einzige Weg. Gott kann keinen Menschen annehmen, der auf irgendeine andere Weise hineinklettern will.

Johannes der Täufer, der als Wegbereiter des Herrn gekommen war, hat Buße gepredigt. Das war der einzige Weg, das Volk Israel dar- auf vorzubereiten, Jesus als ihren Erlöser anzunehmen. Auch für uns gibt es keinen anderen Weg.

Buße und Glaube

Die meisten Gläubigen heute scheinen die Tiefe oder die Hingabe oder die Kraft verloren zu haben, die bei den ersten Christen zu fin- den war.

Was glaubst du, ist der Grund dafür? Der Hauptgrund dafür ist, dass sie keine echte Buße getan haben.

Sie glauben wirklich an Christus. Aber sie glauben, ohne zuerst Buße zu tun. Und so ist ihre Bekehrung nur oberflächlich.

Sieh dir nur einmal diese Worte eines bekannten Liedes an:

„O große Erlösung, erkauft durch sein Blut! Dem Sünder, der glaubt, kommt sie heute zugut."

Ist das wirklich wahr - dass ein schlimmer Sünder erlöst wird, wenn er nur „glaubt"?

Muss er nicht zuerst Buße tun?

Du magst sagen, dass wahrer Glaube die Buße schon beinhaltet. Aber wenn dem Sünder das nicht erklärt wird, denkt er vielleicht, dass er wiedergeboren ist, nur weil er glaubt. Und er lebt verführt weiter.

Jesus selbst hat diese Botschaft gepredigt: „Tut Buße und glaubt an das Evangelium" (Mk 1,15). Er befahl seinen Aposteln, dieselbe Botschaft zu predigen (Lk 24,47). Und genau das haben sie getan (Apg 20,21).

Das Wort Gottes ist hier sehr deutlich. Buße und Glaube sind untrenn- bar, wenn du dich wirklich und aufrichtig bekehren willst. Gott hat diese beiden zusammengefügt. Und was Gott zusammengefügt hat, soll kein Mensch wieder scheiden.

Buße und Glaube sind tatsächlich die ersten zwei Elemente im Fun- dament des christlichen Lebens (Hebr 6,1). Wenn du nicht echte Buße getan hast, dann ist dein Fundament zwangsläufig defekt und dann wird natürlich auch dein ganzes christliches Leben instabil sein.

Die Bibel sagt: „Die Furcht des Herrn ist der Anfang (oder das ABC) der Weisheit" (Spr 9,10). Und wenn wir den Herrn wahrhaft fürchten, werden wir uns „von der Sünde abwenden" (Spr 3,7).

Menschen, die nicht Buße getan und sich nicht von der Sünde abge- wandt haben, haben also noch nicht einmal das ABC des christlichen Lebens gelernt.

Falsche und wahre Buße

Wenn du Buße getan hast, musst du sicher sein, dass du echte Buße getan hast. Denn Satan hat auch seine gefälschte Buße, mit der er die Menschen verführt.

Satan weiß, dass die meisten Menschen nur nach einem einzigen Gebot leben, nämlich: „Du sollst dich nicht erwischen lassen!" Und so zeigt er ihnen Mittel und Wege zu sündigen, ohne erwischt zu werden.

Auch einem Dieb wird seine Tat leidtun, wenn er erwischt wird. Aber das ist keine echte Buße.

In der Bibel finden wir einige Beispiele von unechter Buße.

Als König Saul Gott ungehorsam war, gab er vor Samuel zu, dass er gesündigt hatte. Aber er wollte nicht, dass das Volk davon erfuhr. Er suchte immer noch die Anerkennung der Menschen und tat keine echte Buße. Es tat ihm nur leid, dass er erwischt worden war (1Sam 15,24-30). Das war der Unterschied zwischen ihm und König David, der öffentlich seine Sünde eingestand (Ps 51).

Auch König Ahab war wie Saul. Er tat sich selbst sehr leid, als Elia ihn vor Gottes Gericht warnte. Er kleidete sich sogar in Sacktuch und beklagte seine Sünden (1Kön 21,27-29). Aber er tat keine echte Buße. Er hatte nur Angst vor Gottes Gericht.

Judas Iskariots Fall ist ein klares Beispiel für falsche Buße. Als er sah, dass Jesus zum Tode verurteilt wurde, fühlte er sich schlecht und sagte: „Ich habe gesündigt" (Mt 27,3-5). Aber er bekannte diese Schuld bei den Priestern - so wie viele Leute das auch heute noch tun! Er tat keine Buße - auch wenn er traurig war über das, was er getan hatte. Wenn er wirklich Buße getan hätte, wäre er mit gebro- chenem Herzen zum Herrn gekommen und hätte ihn um Vergebung gebeten. Aber das hat er nicht getan.

Es gibt viel, was wir von diesen Beispielen lernen können - nämlich das, was Buße nicht ist!

Wahre Buße ist eine „Umkehr zu Gott, weg von den Götzen" (1Th 1,9). Götzen sind nicht nur Gegenstände aus Holz oder Stein, die man in heidnischen Tempeln findet. Es gibt ebenso gefährliche Götzen, die von Menschen angebetet werden und die gar nicht so hässlich

aussehen. Das sind die Götzen des Vergnügens, der Bequemlichkeit, des Geldes, des eigenen guten Rufs, des Eigenwillens usw.

Wir alle haben diese Götzen jahrelang angebetet. Buße zu tun bedeu- tet, aufzuhören sie anzubeten, sich von ihnen abzuwenden und sich Gott zuzuwenden.

Wahre Buße wird unsere ganze Persönlichkeit mit einbeziehen - unsere Gedanken, unsere Gefühle und unseren Willen.

Erstens bedeutet Buße, dass wir unsere Einstellung zur Sünde und zur Welt ändern müssen. Wir erkennen, dass unsere Sünde uns von Gott getrennt hat. Wir sehen auch, dass die ganze Lebensweise die- ser Welt gegen Gott gerichtet ist. Wir wollen uns von diesem Lebens- weg, der Gott nicht ehrt, abwenden.

Zweitens bezieht die Buße unsere Gefühle mit ein. Wir sind über die Art und Weise, wie wir gelebt haben, betrübt (2Kor 7,10). Wir hassen uns selbst für das, was wir in der Vergangenheit getan haben; und noch mehr verachten wir das Böse in uns, das außer uns niemand sehen kann (Hes 36,31).

Wir weinen und trauern darüber, dass wir Gott durch unsere Lebens- weise so sehr verletzt haben. Das war die Reaktion vieler großer Männer in der Bibel, als ihnen ihre Sünden bewusst wurden. David (Ps 51), Hiob (Hi 42,6) und Petrus (Mt 26,75) - sie alle weinten bit- terlich, als sie ihre Sünden bereuten.

Sowohl Jesus als auch die Apostel haben uns ermutigt, über unsere Sünden zu weinen und zu trauern (Mt 5,4; Jak 4,9). Das ist der Weg zurück zu Gott.

Schließlich bezieht Buße auch unseren Willen mit ein. Wir müssen unseren halsstarrigen Eigenwillen - „unsere Tendenz, unseren eige- nen Kopf durchsetzen zu wollen" - aufgeben, und Jesus zum Herrn unseres Lebens machen. Das bedeutet, dass wir von nun an bereit sind zu tun, was Gott von uns will, was immer es kosten und wie demüti- gend es auch sein mag.

Der verlorene Sohn kam als gebrochener junger Mann ins Haus sei- nes Vaters zurück und war bereit alles zu tun, was sein Vater von ihm verlangte. Das ist wahre Buße (Lk 15,11-24).

Wir müssen Gott nicht jede einzelne Sünde bekennen, die wir jemals begangen haben. Es wäre sowieso unmöglich, sich an alles zu erin- nern. Der verlorene Sohn hat das auch nicht getan. Alles, was er sagte, war: „Vater, ich habe gesündigt." Und das ist auch alles, was wir sagen müssen.

Aber erinnern wir uns, dass auch Judas Iskariot sagte, „Ich habe gesündigt". Aber es liegen Welten zwischen dem Bekenntnis des verlorenen Sohnes und dem des Judas Iskariot. Gott hört nicht nur die Worte, die wir sagen. Er spürt die Gesinnung hinter den Worten und behandelt uns entsprechend.

Die Frucht der Buße

Johannes der Täufer sagte zu den Pharisäern, sie sollten rechtschaf- fene Frucht der Buße bringen (Mt 3,8). Wenn wir echte Buße tun, wird dies unsere Lebensweise komplett verändern.

Nachdem wir Buße getan haben, sollten wir zunächst für das Unrecht, das wir in unserem Leben getan haben, Wiedergutmachung leisten.

Wir lesen in den Evangelien über Zachäus, dass er von seiner Schuld überführt wurde, sobald Jesus in sein Haus kam (Lk 19,1-10). Zach- äus war ein Mann, der Geld liebte. Aber er verstand, was Buße bedeutete. Er wusste, dass er für all das Unrecht, das er in seinem Leben getan hatte, Wiedergutmachung leisten musste, wenn er ein Jünger Jesu sein wollte.

Für ihn bedeutete das einen großen finanziellen Verlust, weil er viele Menschen um Geld betrogen hatte. Aber er war entschlossen, von ganzem Herzen Buße zu tun. Und so sagte er dem Herrn, dass er die Hälfte seines Geldes den Armen geben und dann denen, die er betro- gen hatte, das Vierfache zurückgeben würde.

Erst als Zachäus gesagt hatte, dass er Wiedergutmachung leisten würde, sagte Jesus, dass diesem Hause Heil widerfahren sei. Der Wille, Wiedergutmachung zu leisten, ist einer der Beweise für wahre Errettung (Lk 19,1-10).

Der weise Mann in dem Gleichnis Jesu grub tief und legte das Funda- ment auf den Felsen, der unter den Sandschichten lag (Lk 6,48). Der törichte Mann baute sein Haus am selben Ort. Aber er grub nicht tief genug. Er legte sein Fundament auf den Sand an der Oberfläche.

Wir können dieses Gleichnis auch als Bild für wahre und falsche Buße sehen. Nur wenn wir uns um echte Wiedergutmachung in unserem Leben bemühen, graben wir tief genug.

Wenn wir zu Christus kommen, ist es gut, uns gleich am Anfang die Zeit zu nehmen, alle ungeklärten Angelegenheiten aus der Zeit vor unserer Bekehrung zu bereinigen. Wenn wir hier oberflächlich sind und manches einfach vertuschen, werden wir eines Tages feststellen, dass unser Fundament schwach ist und unser Haus einstürzt.

Wiedergutmachung

Was beinhaltet Wiedergutmachung? Es bedeutet, dass du jetzt die Steuern an den Staat zurückzahlst, wenn du Steuern hinterzogen hast. Es ist vielleicht in manchen Fällen unmöglich, den Betrag an die entsprechende Stelle zurückzuzahlen. Aber wo ein Wille ist, ist immer auch ein Weg - wenn wir Gott gehorchen wollen! Wir können Briefmarken oder Zugtickets kaufen und sie dann vernichten, ohne sie zu benutzen, damit das Geld, das wir dem Staat schulden auch wirklich an den Staat zurückgeht.

Wenn du Menschen betrogen hast, solltest du dich bei ihnen ent- schuldigen und ihnen zurückzahlen, was du ihnen schuldest. Erzähle ihnen auch, wie es zu dem Wandel in deinem Leben kam! Wenn du feststellst, dass du nicht den Mut hast, dies allein zu tun, dann nimm einen Bruder zu deiner Unterstützung mit.

Es macht nichts, wenn du nicht alle Schulden auf einmal zurückzah- len kannst. Tu es in Raten. Aber mach einen Anfang - auch wenn es nur kleine Beträge sind! Gott nahm Zachäus sofort an, als er sich dazu entschloss, seine Schulden zu bezahlen - nicht nachdem er alle Rückzahlungen geleistet hatte!

Wenn du jemanden um Geld betrogen hast und nicht weißt, wo er heute wohnt, dann solltest du das Geld an Gott zurückgeben - denn ihm gehört ursprünglich alles Geld. Das war die Anordnung, die Gott den Israeliten gegeben hatte (4Mo 5,6-8).

Überhaupt sollten wir nie Geld bei uns haben, das uns nicht rechtmä- ßig gehört. Gott kann solches Geld niemals segnen.

Wenn wir jemanden in einer Weise, die nichts mit Geld zu tun hat, verletzt oder geschädigt haben, sollten wir uns bei der Person ent- schuldigen und sie um Vergebung bitten.

Ich kenne Brüder, die monatelang Geld gespart und dann ihr Bank- konto leergeräumt haben, um beim Staat Wiedergutmachung für hin- terzogene Steuern und Zölle zu leisten. Und Gott hat sie mit viel Besserem gesegnet als mit einem vollen Bankkonto.

Ich kenne andere, die exakt nachgerechnet haben, wie viel sie in Bussen und Zügen schwarzgefahren sind und diese Beträge dann zurückgezahlt haben. Menschen, die in kleinen Dingen treu sind, werden große Dinge für Gott tun.

Ich weiß auch von manchen, die mit ihren Abschlusszeugnissen zur Universität gegangen sind und zugaben, dass sie bei ihren Abschluss- prüfungen gemogelt hatten. Für ein reines Gewissen waren sie bereit, falls notwendig, sogar ihren akademischen Titel zu opfern. Aber oft gab Gott den Verantwortlichen Wohlwollen diesen Gläubigen gegen- über, so dass man ihnen verziehen hat.

Aber es muss nicht immer so ausgehen. Vielleicht lässt Gott es in deinem Fall zu, dass die Universität dir deinen Abschluss aberkennt. Aber auch das ist dann Gottes perfekter Wille für dich.

Ich weiß von einem Bruder, der einen Entschuldigungsbrief an jemanden schrieb, dem er vor langer Zeit eine kleine Briefmarke gestohlen hatte. Ein Dieb ist ein Dieb, egal wie gering der Wert des gestohlenen Gegenstandes sein mag. Unsere Treue wird oft in klei- nen Dingen geprüft.

Ich will damit nicht sagen, dass du dich jetzt selbst quälen sollst und jeden winzigen Fehler, den du in der Vergangenheit gemacht hast, aus deiner Erinnerung hervorkramen sollst. Nein, das musst du nicht. Gott wird dir die Dinge zeigen, die in Ordnung gebracht werden müssen; du musst nur das in Ordnung bringen, woran Gott dich erinnert.

Es wird auch Fälle geben, wo du absolut nichts tun kannst, weil das begangene Unrecht so kompliziert ist. Dann kannst du nur dein Bedauern und deinen Schmerz vor Gott bringen und ihn um Barm- herzigkeit bitten.

Auf keinen Fall sollten wir Satan erlauben, dass er uns für immer in Gefühlen der Schuld und Verdammnis gefangen hält, weil wir gewisse Dinge nicht wiedergutmachen können. Gott versteht unsere Situation völlig - und er quält uns nicht. Wenn du nur willig bist, wird Gott alles akzeptieren, was du tun kannst - auch wenn du nichts tun kannst (2Kor 8,12).

Preise Gott, dass er so gnädig ist!

Gott wird die ehren, die ihn ehren (1Sam 2,30). Und eine Art, ihn zu ehren, besteht darin, in kleinen Dingen treu zu sein.

Wenn wir keine Wiedergutmachung leisten, werden wir unser Leben lang eine Last mit uns herumschleppen. Gott wird uns prüfen, ob wir ein reines Gewissen höher schätzen als unser Geld, unsere Ehre, unseren Status und sogar unsere Arbeit. Viele fallen bei diesem Test durch. Aber preise Gott, dass es in jeder Generation einen Überrest gibt, der Gott mehr liebt als alles auf der Welt.

Anderen vergeben

Buße schließt auch ein, anderen zu vergeben, die uns auf irgendeine Weise verletzt haben.

Jesus sagte: „Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, so wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben" (Mt 6,15).

Dann fuhr er fort und sagte, dass wir anderen von ganzem Herzen vergeben müssen und nicht nur oberflächlich (Mt 18, 35).

Es ist unmöglich, von Gott Vergebung zu erhalten, wenn wir nicht anderen aus ganzem Herzen und vollständig vergeben.

Wir können vielleicht nicht vergessen, was andere uns angetan haben. Aber wir können uns immerhin weigern, wenn wir versucht werden, über diese bösen Taten nachzudenken.

Vielleicht hat dich jemand so sehr verletzt, dass du es sehr schwer findest, ihm vollständig zu vergeben. Bitte Gott, dir zu helfen zu ver- geben. Du wirst merken, dass er mehr als gewillt ist, dir sowohl das Verlangen als auch die Kraft zu geben, jedem zu vergeben.

Wenn wir uns die Millionen von Sünden vor Augen führen, die Gott uns so großzügig vergeben hat, sollte es uns nicht schwerfal- len, anderen ebenso zu vergeben. Wenn wir anderen nicht vergeben, bekommt Satan Macht über uns.

„Vergebt", sagt Paulus, „damit ihr von Satan nicht übervorteilt werdet"

(2Kor 2,10-11).

Eine veränderte Einstellung gegenüber Satan

Es gibt noch etwas, das geklärt werden muss, nämlich der Bereich des Kontaktes mit Satan und den bösen Geistern.

Wenn du in Astrologie, Götzendienst, Handlesen, schwarzer Magie, usw. verstrickt warst oder wenn du starkes Interesse an Rockmusik

oder harten Drogen hattest, musst du diese Kontakte zu Satan aufge- ben - auch wenn einige dieser Kontakte vielleicht unbewusst waren.

Als Erstes solltest du alle diese Dinge vernichten (nicht verkaufen, sondern vernichten) - okkulte Bücher, Amulette usw. (siehe Apg 19,19). Dann solltest du beten: „Herr Jesus, ich schwöre allen Kon- takten, die ich bewusst oder unbewusst zu Satan hatte, ab."

Sprich dann direkt zu Satan: „Ich widerstehe dir, Satan, im Namen Jesu Christi, meines Herrn und Retters. Du kannst mein Leben nicht mehr länger beeinflussen, weil ich jetzt dem Herrn Jesus Christus gehöre." In Jakobus 4,7 heißt es: „Seid nun Gott untertan. Widerste- het dem Teufel, so flieht er von euch." Satan wird dich nicht länger im Griff behalten können.

Wenn wir weiter mit dem Herrn leben, wird er uns mehr und mehr Licht in den verschiedenen Bereichen unseres Lebens schenken. Das kann die „Weltlichkeit" unserer Kleidung oder unserer Sprache betref- fen, den harten Klang unserer Stimme oder Lesegewohnheiten, durch die wir beschmutzt werden usw. Wir werden ständig neue Bereiche entdecken, wo wir Buße tun müssen und Reinigung brauchen.

Wir sollten unser ganzes Leben lang auf diesem Weg der ständigen Buße wandeln.

Kapitel 2
Glaube

Buße ist der erste Teil des Fundamentes des christlichen Lebens. Glaube ist der zweite Teil.

An Gott zu glauben bedeutet, ihm zu vertrauen und das zu glauben, was in seinem Wort geschrieben steht, auch wenn unser Gefühl oder Menschen uns etwas anderes einreden wollen. So einfach ist das.

Hier sind drei Tatsachen über Gott:

  1. Er liebt uns unendlich;
  2. Er ist absolut weise;
  3. Er ist allmächtig.

Ist es schwer, diese Tatsachen zu glauben? Nein. Dann sollte es auch nicht schwer für uns sein, Gott von ganzem Herzen zu vertrauen.

Als Eva im Garten Eden auf Satans Stimme hörte, war das ein Ver- sagen im Glauben. Sie hat nicht geglaubt, dass Gottes Gebote nur zu ihrem Besten dienten. Sie war Gott ungehorsam, weil sie nicht an seine vollkommene Liebe zu ihr glaubte.

Glaube, um Gottes Gaben zu empfangen

Gott will uns viele wunderbare Dinge geben. Alle diese Gaben sind Gnadengaben. Aber wir brauchen Glauben, um diese Gaben zu emp- fangen.

Die Bibel sagt, dass wir „aus Gnade durch Glauben" errettet sind (Eph 2,8). Gnade bedeutet, dass sich die Hand Gottes, gefüllt mit himmlischen Segnungen, uns entgegenstreckt. Glaube bedeutet, dass sich unsere Hand Gott entgegenstreckt und diese Segnungen aus seiner Hand entgegennimmt.

Gott bietet uns zuallererst die Vergebung unserer Sünden an. Wenn wir Buße getan haben, müssen wir nur noch unsere Hand ausstre- cken und die Vergebung als Geschenk annehmen. Wir müssen sie uns nicht erarbeiten oder dafür bezahlen. Auf Golgatha wurde bereits alles bezahlt. Wir müssen nur noch „Danke, Vater" sagen und die Vergebung annehmen. Das ist Glaube.

Wenn wir nicht annehmen, was Gott uns geben will, beleidigen wir ihn. Wir verachten seine Geschenke. Vielleicht denken wir, dass Gott uns ärgern will, so wie manche Menschen ein Kind ärgern, indem sie ihm Geschenke hinhalten und wenn das Kind nach dem Geschenk greift, ziehen sie schnell ihre Hand zurück. Aber Gott ist nicht gemein oder böse wie solche Menschen. Er ist ein liebevoller Vater, der sich wirklich danach sehnt, uns gute Gaben zu geben.

Darum sagt die Bibel: „... ohne Glauben ist es unmöglich, Gott zu gefallen" - egal, was wir sonst für ihn tun mögen (Hebr 11,6).

Wenn wir Gott vertrauen, wird er uns nicht nur unsere Sünden ver- geben, sondern er wird uns auch aus der Macht der Sünde befreien.

Wie bekommen wir diesen Glauben? Es gibt nur einen Weg. Die Bibel sagt:„Der Glaube kommt aus der Predigt, die Predigt aber aus dem Wort Christi" (Röm 10,17). Mit anderen Worten: Wenn wir Gott erlau- ben, durch sein Wort zu uns zu sprechen, dann werden wir Glauben bekommen. Und auf diese Weise wächst auch unser Glaube.

Durch Gottes Wort wissen wir, dass Christus für unsere Sünden gestorben und wieder auferstanden ist; und wenn wir Buße tun und ihm vertrauen, empfangen wir sofort die völlige Vergebung unserer Sünden und der Heilige Geist bezeugt dann unserem Herzen, dass es wahr ist. Durch dieses zweifache Zeugnis - Gottes Wort und den Heiligen Geist - können wir absolut sicher sein, dass Gott uns ver- geben hat und dass wir wirklich seine Kinder sind.

Die Gewissheit des Glaubens

Gott will, dass wir in unserem Herzen ganz sicher sind, dass wir wirklich seine Kinder sind. Er will nicht, dass wir diese Tatsache jemals anzweifeln.

Satan wird alles versuchen, um uns im Zweifel zu halten. Aber wir müssen nie zweifeln, denn Gott hat uns in seinem Wort viele Verhei- ßungen gegeben, die uns ganz sicher machen sollen.

Schau dir nur diese Verheißungen an: Jesus hat gesagt: „Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen ... Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Wer glaubt, der hat das ewige Leben" (Joh 6,37.47).

„Wie viele ihn (den Herrn Jesus) aber aufnahmen, denen gab er das Recht, Gottes Kinder zu werden" (Joh 1,12).

Der Herr sagt: „Denn ich will gnädig sein ihrer Ungerechtigkeit und ihrer Sünden will ich nicht mehr gedenken" (Hebr 8,12).

An Gottes Verheißungen zu glauben, ist wie den Fuß auf eine feste Brücke zu setzen, um einen Fluss zu überqueren. Wenn die Brücke stark ist, dann ist es egal, ob unser Fuß schwach ist. Was ist nun starker Glaube? Auf einen starken Gott und auf seine Verheißungen zu vertrauen.

Unser Gefühl kann uns täuschen. Wir sollten nie unserem Gefühl vertrauen. Es gibt eine Geschichte von drei Männern mit den Namen

„Tatsache", „Glaube" und „Gefühl". Sie liefen hintereinander auf einer schmalen Mauer entlang. „Tatsache" lief vorne, hinter ihm war

„Glaube" und am Ende lief „Gefühl". Solange „Glaube" die Augen auf „Tatsache" vor ihm richtete, lief alles wunderbar. „Gefühl" folgte ohne Probleme. Aber sobald „Glaube" sich umdrehte, um zu schauen, wie „Gefühl" vorankam, stolperte er und stürzte zu Tode; und „Gefühl" stürzte gleich hinter ihm her. „Tatsache" dagegen lief ungestört weiter auf der Mauer entlang!

Die Lehre aus dieser Geschichte liegt auf der Hand. Gottes Wort besteht aus unabänderlichen Tatsachen. Wenn sich unser Glaube unbeirrt danach ausrichtet, besteht keine Gefahr zu fallen; und das Gefühl wird folgen. Aber wenn wir beginnen, auf unsere Gefühle zu achten, können wir leicht stolpern und in Entmutigung und Ver- dammnis fallen.

Das Bekennen des Glaubens

Die Bibel sagt, dass wir bekennen sollen, was wir glauben. „Wenn du mit deinem Munde bekennst, dass Jesus der Herr ist, und in dei- nem Herzen glaubst, dass ihn Gott von den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet. Denn wenn man von Herzen glaubt, so wird man gerecht; und wenn man mit dem Munde bekennt, so wird man gerettet" (Röm 10, 9-10).

Das Bekenntnis mit unserem Mund ist wichtig. Gottes Wort zu bekennen bedeutet, dasselbe zu sagen, was Gott sagt. Das sollte nicht schwer sein, denn es bedeutet einfach „Amen" („So sei es") zu Gottes Verheißungen zu sagen.

Im 1. Buch Mose, Kapitel 15, wird das Wort „glauben" zum ers- ten Mal in der Heiligen Schrift benutzt. Dort lesen wir, dass Gott zu Abram, der kinderlos war, sagte, er würde so viele Kinder wie Sterne am Himmel haben. Und es heißt dort, dass „Abram dem Herrn glaubte" (V. 6). Das hebräische Wort für „glauben" ist hier

„aman", von dem das Wort „Amen" herkommt, und es bedeutet: „So soll es sein". Alles, was Abram hier getan hat, war „Amen" zu Got- tes Verheißung zu sagen.

Das ist wahrer Glaube - zu Gott „Amen" zu sagen.

Wir lesen später, dass Abram sich nach dem neuen Namen, den Gott ihm gegeben hatte, nannte: Abraham (was so viel heißt wie „Vater einer Menge"). Sara, seine Frau, hatte noch immer keine Kinder. Aber das war Abraham egal. Er nannte sich dennoch Vater einer Menge, weil er glaubte, was Gott ihm gesagt hatte (1Mo 17,5).

Das ist Bekennen des Glaubens - bekennen, was Gott gesagt hat, auch wenn wir die Erfüllung der Verheißung noch nicht gesehen haben. Das ist alles, was Gott von uns will - dasselbe zu sagen, was er in seinem Wort gesagt hat. Wenn wir Gottes Verheißungen beken- nen, drücken wir unseren Glauben an Gott aus; und dann kann Gott für uns wirken.

Es geschieht durch das „Wort unseres Zeugnisses", dass wir Satan überwinden (offb 12,11). Satan, der Ankläger, versucht ständig, uns unsere Heilsgewissheit und auch unsere Freimütigkeit vor Gott zu rauben. Wenn wir Satan überwinden wollen, müssen wir direkt vor ihm Gottes Verheißungen aussprechen.

Jesus selbst überwand Satan, indem er Schriftstellen vor ihm zitierte:

„Esstehtgeschrieben... Esstehtgeschrieben... Esstehtgeschrieben..."

(Mt 4,1-11).

Wenn wir Gottes Wort anzweifeln, machen wir Gott zu einem Lüg- ner. Aber wenn wir Gottes Wort vor Satan bekennen, dann stellen wir uns auf die Seite Gottes und seines Wortes - gegen Satan und seine Lügen. So zeigen wir Satan auch, dass wir glauben, dass Got- tes Wort wahr ist, ohne Rücksicht darauf, was uns unsere Umstände oder Gefühle sagen mögen. Das ist das Bekenntnis des Glaubens.

Kapitel 3
Auserwählung und Rechtfertigung

Gottes Erwählung seiner Kinder und deren Rechtfertigung sind zwei wunderbare Wahrheiten, die uns das Neue Testament lehrt.

Auserwählung

Die Bibel sagt, dass Gott uns nach seiner Vorsehung auserwählt hat, seine Kinder zu sein (1Pt 1,1-2). Das bedeutet, dass er von aller Ewigkeit her wusste, wer seine Kinder sein würden.

Die Bibel sagt auch, dass Gott uns in Christus erwählt hat, „ehe der Welt Grund gelegt war" (Eph 1,4). Schon lange bevor Adam über- haupt erschaffen war, kannte Gott jeden von uns mit Namen als sein Kind und unsere Namen standen im „Buch des Lebens" (Offb 13,8).

Das sind Tatsachen, die uns enorme Sicherheit geben sollten.

Die Bibel sagt, dass das Fundament Gottes, auf dem wir stehen, ein zweifaches Siegel hat. Auf dem Siegel, das auf Gott verweist, heißt es: „Der Herr kennt die Seinen". Auf dem Siegel, das auf den Men- schen verweist, heißt es: „Es lasse ab von Ungerechtigkeit, wer den Namen des Herrn nennt" (2Tim 2,19).

Gott kannte seine Kinder schon vor Grundlegung der Welt. Aber WIR wissen, dass wir nur dann seine Kinder sind, wenn wir tatsächlich Buße tun und uns Gott zuwenden. Unser begrenzter Verstand kann nicht begreifen, wie Gott seine Kinder erwählt und doch dem Men- schen die Freiheit lassen kann, sich für oder gegen Gott zu entschei- den. Das erscheint unserem Verstand unmöglich, wie zwei parallele Linien, die sich nie treffen können. Aber wie es bei der mathemati-

schen Definition von parallelen Linien der Fall ist, treffen sich diese Linien in der Unendlichkeit - im unbegrenzten Verstand Gottes.

Jemand hat es so ausgedrückt: Auf dem Weg deines Lebens kamst du eines Tages an eine offene Tür, über der die folgenden Worte standen:

„Wer Buße tut und an Jesus glaubt, kann eintreten und ewiges Leben erhalten." Du tratest ein. Als du zurückschautest, sahst du über der Tür, durch die du gerade eingetreten warst, die Worte: „Du wurdest vor Grundlegung der Welt in Christus von Gott auserwählt."

Rechtfertigung

Die Vergebung der Sünden beseitigt die Schuld der Vergangenheit. Aber das macht uns nicht vollkommen heilig. Und so können wir nicht vor einem vollkommen heiligen Gott stehen. Daher musste Gott noch mehr für uns tun.

Er musste uns rechtfertigen!

Rechtfertigung bedeutet, dass uns Gott die perfekte Gerechtigkeit Christi zurechnet. Das Ergebnis ist, dass unsere Stellung vor Gott von nun an so vollkommen ist wie Christi Stellung vor Gott! Das ist eine erstaunliche Tatsache! Und sie ist wahr! Es ist ungefähr so, als hätte jemand Millionen von Euros auf das Konto eines Bettlers eingezahlt - Geld, das dieser nicht erwirtschaftet oder verdient hat, das ihm aber als Geschenk gegeben wurde.

Gerechtfertigt zu werden bedeutet von Gott so angenommen zu wer- den, als ob wir in unserem ganzen Leben nie gesündigt hätten und als ob wir in unserem gegenwärtigen Leben vollkommen gerecht wären.

Gottes Wort sagt: „Da wir nun gerecht (gerechtfertigt) wurden durch den Glauben ... haben wir auch den Zugang im Glauben zu dieser Gnade, in der wir stehen" (Röm 5,1-2). Wir können jetzt jederzeit ohne Furcht und Zögern freimütig in Gottes Gegenwart kommen. Gott hat uns dafür den Weg aufgetan.

Sobald Adam und Eva im Garten Eden gesündigt hatten, fühlten sie sich schuldig und schämten sich und bedeckten sich mit Feigenblät- tern. Gott entfernte ihre Feigenblätter, tötete ein Tier und bekleidete sie mit dessen Fellen.

Die Feigenblätter sind ein Bild unserer eigenen guten Werke. Wie Feigenblätter können auch unsere guten Werke nicht unsere Nackt- heit vor Gott bedecken; denn die Bibel sagt, dass sogar unsere besten Werke in Gottes Augen wie ein beflecktes Kleid sind (Jes 64,5).

Das geschlachtete Tier ist ein Bild für Christus, der für unsere Sün- den getötet wurde. Die Felle sind ein Symbol der perfekten Gerech- tigkeit Christi, die uns als Bekleidung gegeben wurde (1Mo 3,7.21).

Rechtfertigung ist ein Geschenk von Gott. Niemand kann vor Gott auf der Grundlage seiner eigenen Werke gerechtfertigt werden. Es ist deshalb ein fataler Irrtum zu sagen: „Lasst uns danach trachten, gerecht zu sein, damit wir von Gott gerechtfertigt werden."

Es gibt jedoch auch den entgegengesetzten fatalen Irrtum, näm- lich zu sagen: „Wenn wir auserwählt und gerechtfertigt sind, dann macht es nichts, wenn wir jetzt noch sündigen." Menschen, die mei- nen leichtfertig sündigen zu können, weil Gott sie auserwählt und gerechtfertigt hat, beweisen damit, dass sie überhaupt nicht zu Got- tes Auserwählten gehören (vergleiche Röm 4,5 mit Jak 2,24).

Wenn wir sicher sind, dass wir auserwählt und gerechtfertigt sind, werden Satans Anklagen wirkungslos. Denn „wenn Gott für uns ist, wer kann dann wider uns sein?" (Röm 8,31). Nie mehr in unserem Leben müssen wir glauben, dass wir verdammt und von Gott ver- worfen sind.

„Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hier, der gerecht macht" (Röm 8,33). Halleluja!

So großartig ist die gute Nachricht des Evangeliums! Es überrascht deshalb nicht, dass Satan viele Gläubige davon abhält zu erkennen, dass sie von Gott auserwählt und gerechtfertigt wurden.

Kapitel 4
Jüngerschaft

Als Jesus seinen Jüngern befahl, zu allen Völkern zu gehen und sie zu Jüngern zu machen, gab es bei ihnen keinen Zweifel, was er damit meinte (Mt 28,19). Denn er hatte ihnen bereits erklärt, was es bedeutete, ein Jünger zu sein.

Lukas 14,25-35 offenbart sehr klar die drei Bedingungen der Jünger- schaft. Dort spricht Jesus über einen Menschen, der, nachdem er das Fundament eines Turms gelegt hatte, diesen nicht fertigstellen konnte, weil er nicht in der Lage war, die Kosten für den Bau zu bezahlen (V. 28-30). Das beweist, dass es etwas kostet, ein Jünger zu sein. Jesus sagte uns, dass wir uns zuerst hinsetzen und die Kosten überschlagen sollten, bevor wir überhaupt mit dem Bau beginnen.

Gott möchte nicht, dass wir erst viele Jahre nachdem uns unsere Sünden vergeben wurden, verstehen, was Jüngerschaft wirklich bedeutet. Sobald sie zu ihm kamen, sprach Jesus zu den Menschen darüber, was es kostet, ein Jünger zu sein.

Er sagte, dass ein Christ, der nicht bereit ist, ein Jünger zu sein, für Gott so nutzlos ist wie Salz, das seine Salzkraft verloren hat (Lk 14,35).

Unsere Verwandten „hassen"

Die erste Bedingung der Jüngerschaft besteht darin, dass wir die natür- liche, übermäßige Liebe zu unseren Verwandten aufgeben müssen.

Jesus sagte: „Wenn jemand zu mir kommt, und hasst nicht seinen Vater, Mutter, Frau, Kinder, Brüder, Schwestern und dazu sich selbst, der kann nicht mein Jünger sein" (Lk 14,26).

Das sind starke Worte. Was bedeutet es zu „hassen"? Zu hassen ist dasselbe wie zu töten (1Joh 3,15). Was uns hier in den Tod zu geben befohlen wird, ist die natürliche Liebe zu unseren Angehörigen.

Heißt das, dass wir sie nicht lieben sollen? Nein, das heißt es gewiss nicht. Wenn wir unsere menschliche Zuneigung für sie aufgeben, wird Gott sie mit göttlicher Liebe ersetzen. Unsere Liebe zu unseren Verwandten wird dann rein sein - in dem Sinne, dass Gott stets an erster Stelle in unserer Wertschätzung sein wird und nicht unsere Verwandten.

Viele gehorchen Gott hier nicht, weil sie fürchten, ihren Vater, ihre Mutter oder ihre Frau usw. zu kränken. Der Herr fordert den ersten Platz in unserem Leben. Und wenn wir ihm diesen Platz nicht geben, können wir überhaupt nicht seine Jünger sein.

Schauen wir uns Jesu eigenes Beispiel an. Obwohl er seine verwit- wete Mutter liebte, gestattete er nie, dass sie ihn auch nur in kleins- ten Dingen vom vollkommenen Willen des Vaters abhielt. Wir sehen ein Beispiel davon bei der Hochzeit zu Kana, wo Jesus sich weigerte, der Aufforderung seiner Mutter zu folgen (Joh 2,4).

Jesus lehrte uns auch, wie wir unsere Brüder „hassen" sollen. Als Petrus ihn vom Weg zum Kreuz abhalten wollte, wandte er sich um und wies ihn mit einigen der schärfsten Worte zurecht, die er jemals ausgesprochen hat: „Geh weg von mir, Satan! Du bist mir ein Ärger- nis" (Mt 16,23). Petrus hatte aus großer menschlicher Liebe gespro- chen, aber Jesus wies ihn zurecht, weil das, was er vorgeschlagen hatte, dem Willen des Vaters widersprach.

Immer stand der Vater am höchsten in der Liebe Jesu. Von uns erwar- tet er dieselbe Einstellung. Nach seiner Auferstehung fragte er Petrus, ob er ihn mehr liebte als alles auf der Welt (Joh 21,15-17). Nur solche

Menschen, die den Herrn über alles lieben, erhalten Verantwortung in seiner Gemeinde.

Der Leiter der Gemeinde in Ephesus war in Gefahr, verworfen zu werden, weil er seine erste Liebe für den Herrn verlassen hatte (Offb 2,1-5).

Wenn wir wie der Psalmist sagen können: „Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde" , dann haben wir die erste Bedingung der Jüngerschaft wirklich erfüllt (Ps 73,25).

Die Liebe, die Jesus von uns fordert, ist nicht die emotionale, sen- timentale, menschliche Zuneigung, die sich im Singen von mitrei- ßenden Lobpreisliedern ausdrückt. Nein, wenn wir ihn lieben, dann werden wir ihm gehorchen (Joh 14,21).

Unser eigenes Leben hassen

Die zweite Bedingung der Jüngerschaft besteht darin, dass wir unser eigenes selbstsüchtiges Leben hassen müssen. Jesus sagte: „Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht sein eigenes Leben, der kann nicht mein Jünger sein" (Lk 14,26).

Er führte das weiter aus mit den Worten: „Und wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt, der kann nicht mein Jünger sein" (Lk 14,27). Dies ist eine der Lehren Jesu, die von den wenigsten verstanden wird.

Er sagte, dass ein Jünger „sich selbst verleugnen und sein Kreuz täg- lich auf sich nehmen muss" (Lk 9,23). Viel wichtiger als die Bibel zu lesen oder täglich zu beten ist, dass wir uns selbst verleugnen und unser Kreuz täglich auf uns nehmen. Unser Ich zu verleugnen ist dasselbe, wie unser eigenes Leben zu hassen - das Leben, das wir von Adam geerbt haben. Das Kreuz auf sich zu nehmen heißt, dieses egoistische Leben in den Tod zu geben. Wir müssen dieses Leben zuerst hassen, bevor wir es töten können.

Unser selbstsüchtiges Leben ist der Hauptfeind des Lebens Christi. Die Bibel nennt dies „das Fleisch". Das Fleisch ist ein Lagerhaus böser Begierden in uns und verleitet uns, nach unserem eigenen Gewinn, unserer eigenen Ehre, unserem eigenen Vergnügen, unse- rem eigenen Willen usw. zu trachten.

Wenn wir ehrlich sind, müssen wir zugeben, dass sogar unsere bes- ten Taten verdorben sind, weil sie durch unsere korrupten Begierden motiviert sind. Wenn wir dieses Fleisch nicht hassen, können wir niemals dem Herrn nachfolgen.

Deshalb hat Jesus so viel davon gesprochen, unser Leben zu hassen (oder zu verlieren). In der Tat gibt es diese Formulierungen sechsmal in den Evangelien (Mt 10,39; 16,25; Mk 8,35; Lk 9,24; 14,26; Joh 12,25). Es sind die Worte unseres Herrn, die in den Evangelien am häufigsten erwähnt werden, aber über die am seltensten gepredigt wird und die am wenigsten verstanden werden!

Dein eigenes Leben zu hassen bedeutet, nicht mehr deine Rechte und Privilegien und deine eigene Ehre zu suchen, deine Ambitionen und Interessen aufzugeben, nicht mehr deinen eigenen Willen haben zu wollen usw. Du kannst nur dann ein Jünger Jesu sein, wenn du bereit bist, diesen Weg zu gehen.

All unsere Besitztümer aufgeben

Die dritte Bedingung der Jüngerschaft besteht darin, dass wir all unseren Besitz aufgeben müssen. Jesus sagte: „So auch jeder unter euch, der sich nicht lossagt von allem, was er hat, der kann nicht mein Jünger sein" (Lk 14,33).

Unser Besitz ist das, was wir unser eigen nennen. Ihn gänzlich aufzugeben bedeutet, dass wir nicht länger irgendetwas als unser Eigentum betrachten.

Wir sehen ein Abbild davon im Leben Abrahams. Isaak war sein eigener Sohn - sein Besitz. Eines Tages forderte Gott ihn auf, Isaak

als ein Opfer darzubringen. Abraham legte Isaak auf den Altar und war bereit, ihn zu töten. Aber Gott griff ein und sagte ihm, dass das Opfer nicht nötig sei, denn Abraham hatte seine Bereitschaft zum Gehorsam bewiesen (1Mo 22). Danach erkannte Abraham, dass er Isaak nicht mehr als sein Eigentum besaß, obwohl er weiter in sei- nem Hause wohnte. Isaak gehörte nun Gott.

Das bedeutet es, unseren ganzen Besitz aufzugeben. Alles, was wir haben, muss auf den Altar gelegt und Gott hingegeben werden.

Gott erlaubt uns wohl, manches davon zu benutzen. Aber wir dür- fen es nicht mehr als unser Eigentum betrachten. Auch wenn wir in unserem eigenen Haus leben, müssen wir dieses Haus als Gottes Eigentum betrachten, und Gott lässt uns mietfrei darin wohnen! Das ist wahre Jüngerschaft.

Ist das unsere Haltung zu unserem ganzen Besitz? Unser Besitz umfasst unser Bankkonto, unseren Grundbesitz, unsere Arbeitsstelle, unsere Qualifikationen, Gaben und Talente, unseren Ehepartner und unsere Kinder und alles andere, was wir auf dieser Welt wertschät- zen. Wir müssen alles auf den Altar legen, wenn wir echte Jünger sein wollen.

Gott möchte, dass wir ihn von ganzem Herzen lieben. Das ist die Bedeutung vom „reinen Herzen", das in Matthäus 5,8 erwähnt wird. Es ist nicht genug, ein reines Gewissen zu haben. Ein reines Gewis- sen bedeutet nur, dass wir die Sünde aufgegeben haben. Ein reines Herz ist eines, das alles aufgegeben hat!

Wir sehen also, dass wahre Jüngerschaft eine radikale Änderung unserer Einstellung bedeutet

  1. gegenüber unseren Verwandten und denen, die wir lieben;
  2. gegenüber unserem selbstsüchtigen Leben; und
  3. gegenüber unserem Besitz.
Wenn wir uns nicht gleich zu Beginn unseres christlichen Lebens diesen Dingen stellen, ist es unmöglich, ein gutes Fundament zu legen.

Kapitel 5
Die Wassertaufe

Eines der letzten Gebote Jesu, bevor er in den Himmel auffuhr, war:

  1. Geht hin und macht alle Völker zu Jüngern;
  2. tauft sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes; und
  3. lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe. Die Reihenfolge ist hierwichtig.
Es wurden nur die getauft, die gewillt waren, Jünger zu werden. Niemand sonst.

Als Kleinkinder zu Jesus gebracht wurden, legte er ihnen die Hände auf und segnete sie (siehe Mk 10,13-16). Doch wenn Erwachsene, die Buße getan hatten, zu ihm kamen, ließ er sie durch seine Jünger taufen (siehe Joh 4,1-2).

Aber was sehen wir heute in vielen „Kirchen"? Genau das Gegen- teil. Kleinkinder werden getauft und den Erwachsenen werden die Hände aufgelegt (Konfirmation)! Das ist genau das Gegenteil von dem, was Jesus getan hat.

Am Pfingsttag, als viele Menschen von ihren Sünden überführt wur- den, sagte Petrus zu ihnen, sie sollten „Buße tun und sich taufen las- sen". Weiter heißt es: „... die sein Wort annahmen, wurden getauft" (Apg 2,28-41).

Es ist deutlich, dass nur Menschen getauft wurden, die in der Lage waren, Gottes Wort verstandesmäßig aufzunehmen und Buße zu tun. So wurde es in jedem einzelnen Fall gehandhabt, der in der Apostel- geschichte aufgezeichnet ist.

Was die Taufe bedeutet

In Römer 6,1-7 wird die Bedeutung der Taufe klar erklärt. Dort wird uns gesagt, dass unser alter Mensch mit Christus gekreuzigt wurde und dass wir durch die Taufe mit Christus in den Tod begraben wur- den. Der alte Mensch ist unsere Gesinnung vor unserer Bekehrung, die sündigen wollte. Diese wurde mit Christus gekreuzigt.

Es ist nicht nötig, dass wir das zuerst verstehen, bevor wir in die- ser Realität leben können. Wir dürfen einfach glauben, was Gott sagt. Wenn Gottes Wort sagt, dass unser alter Mensch mit Christus gekreuzigt wurde, dann glauben wir es, genauso wie wir Gottes Wort glauben, wenn es sagt, dass Christus auf Golgatha gekreuzigt wurde. Diese beiden Wahrheiten werden im Glauben angenommen.

Der alte Mensch und das Fleisch sind nicht dasselbe. Das Fleisch ist jenes Lagerhaus der bösen Begierden in uns, die sich Gottes Willen widersetzen. Wir alle tragen dieses Fleisch bis zu unserem Todes- tag mit uns herum. Wir könnten es mit einer Räuberbande verglei- chen, die bei uns einzubrechen versucht. Der alte Mensch ist wie ein untreuer Diener in unserem Haus, der den Dieben ständig die Tür öffnet. Dieser untreue Diener wurde nun getötet. Die Diebe aller- dings sind noch immer gesund und munter! Aber wir haben jetzt einen neuen Diener, den neuen Menschen, der bestrebt ist, die Tür vor den Dieben verschlossen zu halten.

In der Taufe bezeugen wir den Tod und das Begräbnis des alten Menschen (des Verlangens zu sündigen) und unsere Auferweckung mit Christus, damit wir fortan „in einem neuen Leben wandeln" (Röm 6,4).

Auch die Flut in den Tagen Noahs ist ein Bild für die Taufe (1Pt 3, 20-21). Die ganze Welt wurde von Gott durch diese Flut zerstört. Noah wurde durch die Arche gerettet und trat heraus in eine völlig neue Welt. Die alte Welt und alles, was darin war, wurde unter der Flut begraben. Das bezeugen wir auch in der Taufe - dass unsere alte

Beziehung zur Welt (und das beinhaltet weltliche Verhaltensweisen und weltliche Freundschaften usw.) nun abgeschnitten wurde und wir nun aus dem Wasser heraus in eine ganz neue Welt kommen.

Der Taufmodus

Nun kommen wir zu der Frage: WIE sollen wir getauft werden?

Das Neue Testament wurde ursprünglich in Griechisch geschrieben. Mit dem Wort „taufen" wird das griechische baptizo übersetzt, was so viel wie „völlig mit einer Flüssigkeit bedecken" oder „eintauchen" bedeutet. Genau das bedeutete die Taufe für die frühen Apostel - ein Untertauchen im Wasser. Etwas Wasser auf den Kopf einer Person zu sprengen ist mit Sicherheit keine Taufe.

Als Philippus den Äthiopier taufte, steht geschrieben, dass „sie beide in das Wasser hinabstiegen ... und wieder aus dem Wasser herauf- stiegen" (Apg 8,38-39).

Auch bei der Taufe Jesu lesen wir ähnliche Worte - dass er aus dem Wasser heraufstieg, nachdem er getauft worden war (Mk 1,10).

Im Neuen Testament wurde die Taufe immer durch Untertauchen vollzogen. Da die Taufe ein Begräbnis darstellt, ist es offensichtlich, dass nur ein Untertauchen dies richtig symbolisieren kann. Denn schließlich begraben wir ja keinen Menschen dadurch, dass wir ihm Sand auf den Kopf streuen, sondern indem wir ihn vollständig in der Erde begraben.

Dies zeigt auch, dass sich nur derjenige, dessen alter Mensch tot ist, für die Taufe qualifiziert - derjenige, der nicht mehr sündigen will. Denn nur tote Menschen können beerdigt werden! Es ist ein Verbre- chen, jemanden zu begraben, der nicht tot ist!

Taufe im dreieinigen Namen

Jesus gebot uns, „auf den (im) Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes" zu taufen (Mt 28, 20). Der Name steht hier im Singular (grammatische Einzahl), weil Gott eins ist. Aber Jesus offenbarte, dass Gott, obwohl er eins ist, in drei Personen existiert, die sich voneinander unterscheiden.

Nicht der Vater ist für unsere Schuld gestorben, und es war auch nicht der Heilige Geist. Es war der Sohn. Als Jesus in den Him- mel auffuhr, saß er zu Rechten des Vaters und nicht zur Rechten des Heiligen Geistes. Ebenso war der Eine, der den Jüngern als Tröster geschickt wurde, der Heilige Geist und nicht der Vater. Das alles klingt vielleicht selbstverständlich. Aber es ist sehr wichtig, dass wir die drei Personen Gottes und ihren jeweiligen einzigartigen Dienst bei unserer Errettung nicht durcheinanderbringen.

In der Apostelgeschichte lesen wir immer wieder, dass die Apostel Menschen im Namen Jesu Christi getauft haben (Apg 2,38 ff). Wie passt das mit dem Auftrag zusammen, den Jesus in Matthäus 28,20 gegeben hat?

Wenn wir zwei scheinbar widersprüchliche Aussagen in der Schrift finden, dann werden wir bei genauerem Studium herausfinden, dass beide wahr sind.

Um klarzustellen, dass Vater, Sohn und Heiliger Geist keine heidni- sche Dreieinigkeit ist, identifizierten die Apostel den Sohn mit dem Namen Jesus Christus. So tauften sie die Menschen im Namen „des Vaters, des Sohnes Jesus Christus und des Heiligen Geistes". Dies wurde die Taufe auf den (im) Namen Jesu Christi genannt.

Der Gehorsam des Glaubens

Die Taufe sollte der erste Gehorsamsschritt im Leben eines Jüngers sein und zu einem Leben im Gehorsam führen - und dieser Gehorsam

muss der Gehorsam des Glaubens und nicht der Gehorsam des Verstandes sein.

Wenn sich Jesus auf seinen Verstand verlassen hätte, wäre er nie zu Johannes dem Täufer gegangen, um sich taufen zu lassen. Denn sein Verstand hätte ihm viele Argumente gegen die Taufe geliefert - besonders weil er nie gesündigt hatte. Selbst Johannes konnte nicht verstehen, warum Jesus getauft werden sollte. Aber Jesus tat alle Verstandesargumente beiseite und gehorchte einfach der Stimme des Heiligen Geistes (Mt 3,15).

„Verlass dich auf den Herrn von ganzem Herzen, und verlass dich nicht auf deinen Verstand" , sagt das Wort Gottes (Spr 3,5). Der Ver- stand ist der größte Feind des Glaubens - weil der menschliche Ver- stand geistliche Wahrheiten nicht erfassen kann.

Bei der Taufe taucht der obere Teil unseres Kopfes als Letztes in das Wasser ein. Das ist sehr symbolträchtig! Die Herrschaft unseres Verstandes ist das an uns, was uns am schwersten fällt, dem Tode auszuliefern! Die Kinder Adams leben danach, was ihnen ihr Ver- stand sagt. In der Taufe bezeugen wir, dass wir dieser Lebensweise (uns auf unseren Verstand zu verlassen) gestorben sind und jetzt ein neues Leben führen, im Glauben an jedes Wort, das aus dem Mund Gottes hervorgeht (Mt 4,4; Röm 1,17).

Die Taufe wird von manchen Christen als etwas Unbedeutendes abgetan. Naaman verachtete anfangs den Auftrag Elisas, zum Jordan zu gehen und siebenmal unterzutauchen, um vom Aussatz geheilt zu werden. Aber als er schließlich gehorchte, wurde er geheilt (2Kön 5,10-14). In kleinen Dingen prüft Gott unseren Gehorsam.

Wir dürfen den Gehorsam gegenüber Gott nicht aufschieben. Wenn unser alter Mensch wirklich tot ist, muss er gleich begraben werden. Es ist ein Verbrechen, einen toten Menschen nicht zu begraben! „Und nun, was zögerst du? Steh auf und lass dich taufen" (Apg 22,16).

Kapitel 6
Die Taufe im Heiligen Geist

Wir alle haben zwei Nöte im Leben. Die erste bezieht sich auf die Vergangenheit - wir brauchen die Vergebung unserer Sünden. Die zweite betrifft unsere Zukunft - wir brauchen die Befähigung ein Leben zu führen, das Gott gefällt. Unser erstes Bedürfnis wird durch den Tod Christi am Kreuz erfüllt. Um das zweite Bedürfnis zu erfül- len, gibt Gott uns die Kraft des Heiligen Geistes.

Kraft zum Leben und zum Dienst

Wir hätten das erste Bedürfnis nie selbst erfüllen können. Gott musste es tun. Genauso ist es mit dem zweiten. Aus eigener Kraft können wir nicht ein Leben führen, das Gott gefällt oder das seinen ganzen Willen erfüllt. Manche sind weise genug, sich dies gleich am Anfang ihres christlichen Lebens einzugestehen und strecken sich sofort nach Gottes Kraft aus. Andere machen es sich schwer - indem sie sich immer wieder bemühen und versagen, vielleicht jahrelang, bevor sie endlich Gott um seine Kraft bitten.

Leider gibt es auch andere, die sich nach wiederholtem Versagen mit einem Leben der Niederlage abfinden und glauben, dass es unmög- lich ist, ein siegreiches Leben zu führen.

Ebenso verhält es sich auch mit unserem Dienst für den Herrn und damit, ein Zeuge für ihn zu sein. Viele Gläubige erkennen gleich nach ihrer Bekehrung, dass sie Zeugen für den Herrn sein sollen. Aber oft fühlen sie sich kraftlos und finden keine Worte. Manche nehmen das als eine bedauerliche Charakterschwäche hin und geben die Hoff- nung auf, jemals ein kraftvoller Zeuge für Christus zu sein.

Andere erkennen, dass Gott die Kraft des Heiligen Geistes verspro- chen hat, und so bitten sie Gott um diese Kraft und empfangen sie auch. Sie werden mit Mut erfüllt und mit übernatürlichen Gaben ausgestattet, um effektiv und ohne Scham feurige Zeugen für Chris- tus zu sein.

Es ist eine Sache, vom Heiligen Geist geboren zu sein. So werden wir Kinder Gottes. Aber es ist eine andere Sache, im Heiligen Geist getauft (eingetaucht) zu sein. So erhalten wir die Vollmacht, das zu sein und das zu tun, was wir nach Gottes Willen sein bzw. tun sollten.

Unser neutestamentliches Geburtsrecht

Im alten Bund kam der Heilige Geist auf bestimmte Menschen, um sie zu einer speziellen Aufgabe für Gott zu befähigen. Im neuen Bund kann dagegen jeder den Heiligen Geist empfangen. Er ist gekommen, um uns die Herrlichkeit Jesu zu zeigen und uns in sein Ebenbild zu verwandeln.

Johannes der Täufer wies auf zwei Dienste hin, die Jesus erfüllen würde

- einer war, die Sünden wegzunehmen, und der andere, Menschen im Heiligen Geist zu taufen (Joh 1,29.33). Wir brauchen beides.

Die erste Verheißung im Neuen Testament lautet: „Er wird sein Volk von ihren Sünden retten" (Mt 1,21). Die zweite Verheißung lautet:

„Er wird euch mit dem Heiligen Geist taufen" (Mt 3,11).

Es ist sehr bezeichnend, dass das Neue Testament mit diesen bei- den Verheißungen beginnt. Es war der Beginn einer neuen Epoche in Gottes Handeln mit der Menschheit - der neue Bund. Das ist unser doppeltes Erbe als Kinder Gottes - von unserer Schuld erlöst und im Heiligen Geist getauft zu werden. Und ganz gewiss will Gott uns unser volles Erbe geben - und nicht nur die Hälfte.

Die ersten fünf Bücher des Neuen Testamentes beginnen alle mit der Verheißung der Taufe im Heiligen Geist (Mt 3,11; Mk 1,8; Lk 3,16; Joh 1,33; Apg 1,5). Und doch versäumen es so viele Christen, diese Verheißung für sich selbst in Anspruch zu nehmen.

Ströme lebendigen Wassers

Der Heilige Geist wird im Neuen Testament als ein Fluss beschrieben, der vom Thron Gottes ausgehend auf die Erde fällt (Offb 22,1; Apg 2,33). Im Heiligen Geist getauft zu werden bedeutet, in diesen Was- serfall einzutauchen. Jesus sagte, dass alle, die durstig sind, zu ihm kommen und den Heiligen Geist empfangen können, sodass Ströme lebendigen Wassers aus ihrem Innersten herausfließen (Joh 7,37).

Das Erleben des durchschnittlichen Gläubigen erinnert allerdings mehr an eine handbetriebene Wasserpumpe - an ein Leben voller Mühe und daran, aus einem trockenen Herzen ein paar Segenstrop- fen hochzupumpen. Aber so muss es nicht sein. Wenn uns unsere Trockenheit nur zum Herrn treiben würde, könnte es anders ausse- hen. Es ist Gottes Wille für unser Leben, dass Ströme lebendigen Wassers aus uns heraus und hin zu allen Menschen fließen, die mit uns in Berührung kommen.

Der erste Schritt hierzu ist, unsere Not einzugestehen. Viele Gläu- bige stecken fest in törichten Streitereien über Worte. Aber was wir brauchen ist Kraft, nicht eine perfekte Terminologie. Was haben wir davon, wenn zwar unsere Wortwahl stimmt, wir selbst aber knochen- trocken sind? Es ist viel besser, vor Gott zu kommen und zuzugeben, dass die Segensströme nicht durch uns fließen. Wenn wir diesen ers- ten Schritt getan haben, können wir Gott vertrauen, dass er uns gibt, worum wir ihn bitten.

Alles was wir brauchen, um im Heiligen Geist getauft werden zu können, ist Durst (ein intensives Sehnen, das aus dem großen Verlan- gen kommt, Gott zu verherrlichen) und Glaube (die absolute Sicher- heit, dass Gott uns geben wird, was er uns verheißen hat). Lasst uns also mit Durst und Glauben um seine Kraft bitten, und Gott wird uns unsere Bitte nicht abschlagen.

Ausrüstung mit Kraft

Die ersten Apostel hatten alles verlassen, um Jesus nachzufolgen. Aber sie mussten noch warten, bis sie im Heiligen Geist getauft wur- den, bevor sie hinausgehen und ihren von Gott befohlenen Dienst tun konnten.

Jesus selbst musste mit dem Heiligen Geist und mit Kraft gesalbt werden, bevor er seinen öffentlichen Dienst antreten konnte (Apg 10,38). Wenn sogar er diese Salbung brauchte, wie viel mehr brau- chen wir sie.

Jesus sagte seinen Aposteln, sie sollten in Jerusalem warten, bis sie

„mit Kraft aus der Höhe ausgerüstet" würden (Lk 24,49). Und direkt bevor er in den Himmel auffuhr, sagte er ihnen nochmals, dass sie Kraft empfangen werden, wenn der Heilige Geist auf sie kommt (Apg 1,8). Zu Pfingsten wurde der Heilige Geist auf sie ausgegossen. Und aus kleinmütigen zaghaften Männern wurden sogleich mutige, kraft- volle Zeugen für den Herrn (Apg 2,1-4). Das, was sie empfangen hat- ten, war genau das, was Jesus ihnen verheißen hatte - Kraft.

Was wir brauchen, um das christliche Leben zu führen, ist nicht nur einfach die richtige Lehre, sondern die Kraft Gottes in unserem Leben. Die Taufe im Heiligen Geist gibt uns die Kraft für ein gottes- fürchtiges Leben und die Kraft zum Dienen.

Das vielfältige Wirken des Heiligen Geistes

In der Bibel wird der Heilige Geist mit dem Wind verglichen; und der Wind bläst zu verschiedenen Zeiten aus unterschiedlichen Richtun- gen. „So ist jeder, der aus dem Geist geboren ist", sagte Jesus (Joh 3,8). Jeder Gläubige wird darum äußerlich unterschiedliche Erfah- rungen machen, wenn er im Heiligen Geist getauft wird. Aber was wirklich zählt, ist die innere Kraft, die ihm geschenkt wurde.

Gott gibt uns das „Geschenk der Kraft" durch den Heiligen Geist, damit wir ihm beim Bau der Gemeinde als Leib Christi effektiv die- nen können. Er ist es aber, der bestimmt, wer welche Gaben erhal- ten soll.

Prophetie (die Gabe, kraftvoll zu predigen, um zu erbauen, zu ermahnen und zu trösten) ist die nützlichste dieser Gaben (1Kor 14,1-5). Es gibt auch die Gaben des Dienstes, der Lehre, der Heilung, der Ermutigung, des Gebens, der Leitung, usw. (Röm 12,6-8; 1Kor 12,8-10). Die Gabe, in unbekannten Sprachen zu sprechen (Zungenrede) ist eine weitere Gabe, die Gott uns gibt, um uns zu befähigen, zu ihm zu beten und ihn ohne die Begrenzungen unseres Verstandes und unserer Muttersprache zu loben.

Wenn du noch nicht im Geist getauft bist, dann suche Gott und fordere dein Geburtsrecht ein. Bitte ihn auch darum, dir darüber Gewissheit zu schenken. „Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben geben könnt, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist geben denen, die ihn bitten ... Ihr habt nichts, weil ihr nicht bittet" (Lk 11,13; Jak 4,2).

Lasst uns also Gott aus ganzem Herzen mit den Worten, die Jakob am Fluss Jabbok gebrauchte, anrufen: „Ich lasse dich nicht, du seg- nest mich denn" (1Mo 32,26).

Gott ist nicht parteiisch. Was er für andere getan hat, wird er auch für dich tun. Auch heute belohnt er die, die ihn ernsthaft suchen (Hebr 11,6). Er ist mehr als gewillt, den Heiligen Geist denen in Fülle zu geben, die das Verlangen haben, ihn zu verherrlichen.

Kapitel 7
Heiligung

Die zweiteilige Botschaft des Evangeliums wird in den Worten Jesu an die Ehebrecherin zusammengefasst:

  1. Ich verdamme dich nicht; und
  2. sündige hinfort nicht mehr (Joh 8,11)

Die Rechtfertigung ist die Startlinie des christlichen Lebenslaufs und die Heiligung ist die Bahn, auf der das Rennen gelaufen wird. Das Wort „heiligen" bedeutet, abgesondert zu werden. Und so ist die Heiligung der Prozess, sich von der Sünde, der Welt und von unse- rem selbstsüchtigen Leben zu trennen.

Der ganze Zweck unseres Kommens zu Christus ist unsere Heili- gung - so wie es für einen Athleten, der an der Startlinie steht, der ganze Zweck ist, am Rennen teilzunehmen. Es wäre sinnlos, dass ein Läufer mit den anderen am Start steht, ohne dass er am Rennen teilnehmen will!

Gottes Ziel für uns

Die meisten von uns hatten zuerst selbstsüchtige Motive, als sie zu Christus kamen - wir wollten irgendwelche Vorteile - vielleicht kör- perliche Heilung oder die Rettung vom Höllenfeuer. Aber Gott hat uns trotz unserer egoistischen Motive angenommen. Der Vater des verlorenen Sohnes liebte ihn so sehr, dass er ihn wieder willkommen hieß, obwohl der Sohn nur gekommen war, um das Loch in seinem Bauch zu füllen. So gut ist Gott!

Aber es wäre wirklich traurig, wenn wir nur deshalb ein christliches Leben führten, weil wir in den Himmel kommen wollen. Während wir immer besser verstehen, was Gottes Absichten für unser Leben sind, sollte es unser Streben sein, diese zu erfüllen. Paulus betete für die Christen in Ephesus, dass ihnen die Augen ihres Herzens geöff- net würden, damit sie „die Hoffnung seiner Berufung" sehen mögen (Eph 1,18).

Römer 8,29 erklärt uns, was die Hoffnung seiner Berufung ist:

„Denn die er ausersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dass sie gleich sein sollten dem Bild seines Sohnes, damit dieser der Erst- geborene sei unter vielen Brüdern."

Es ist Gottes Ziel, dass wir in das Ebenbild Jesu verwandelt werden. Darum geht es bei der Heiligung - immer mehr wie Jesus zu werden. Das ist das christliche Rennen, das wir laufen sollen, während wir unsere Augen auf Jesus richten, der dasselbe Rennen vor uns gelau- fen ist (Hebr 12,1-2).

Mit der Sünde Schluss machen

Der erste Schritt in diesem Rennen besteht darin, nicht mehr bewusst zu sündigen. Unter dem Gesetz gab es keine Ermahnung, nicht mehr zu sündigen. Aber unter dem neuen Bund stimmen alle Apostel überein, dass die zweifache Botschaft des Evangeliums genau die ist, die Jesus gebracht hat: Freiheit von Verdammnis und Schluss mit der Sünde.

Paulus sagt: „Sündigt nicht!" (1Kor 15,34). Johannes sagt: „Dies schreibe ich euch, damit ihr nicht sündigt" (1Joh 2,1). Petrus ermu- tigt uns ebenso, „mit dem Sündigen aufzuhören" (1Pt 4, 1).

Nachdem er in Römer 5 erklärt hat, wie wir durch Glauben gerecht- fertigt werden, stellt Paulus diese Frage: „Was sollen wir nun sagen? Sollten wir in der Sünde beharren, damit die Gnade umso mächtiger werde?" (Röm 6,1). Und weiter (diesmal mit größerem Nachdruck):

„Wie nun, sollen wir auch nur einmal sündigen?" (Röm 6,15; wörtlich übersetzt). Die Antwort ist in beiden Fällen ein klares „Nein". Wir sollen danach streben, kein einziges Mal mehr zu sündigen.

Klingt diese Botschaft schwer und belastend? Nur für solche ist sie belastend, die weiter sündigen wollen! Aber für alle, die es leid sind, in der Sünde gefangen zu sein, ist es eine befreiende Botschaft. Jeder Gefangene wäre begeistert, wenn er die Nachricht hörte, dass er frei werden kann. Eine solche Nachricht wäre doch nicht bedrückend für ihn, oder?

Jesus war gesalbt, um „den Gefangenen zu predigen, dass sie (von Sünde) frei sein ... und den Zerschlagenen, dass sie frei und ledig sein sollen" (Lk 4,18).

Das glorreiche Versprechen des neuen Bundes lautet: „Denn die Sünde wird nicht über euch herrschen, denn ihr seid nicht unter dem Gesetz (unter dem alten Bund), sondern unter der Gnade (unter dem neuen Bund, den Jesus aufgerichtet hat)" (Röm 6,14). Der erste Schritt zum Sieg ist der Glaube daran, dass ein solches Leben für dich möglich ist.

Versuchung und Sünde

Versucht werden und sündigen ist nicht dasselbe. Die Bibel sagt:

„Sondern ein jeder, der versucht wird, wird von seinen eigenen Begierden gereizt und gelockt. Danach, wenn die Begierde empfan- gen hat, gebiert sie die Sünde" (Jak 1,14-15). Die Sünde wird erst dann in unserem Herzen geboren, wenn wir der Begierde in unserem Herzen erlauben zu empfangen. Wenn eine Begierde in unserem Ver- stand einen Vorschlag aufblitzen lässt, werden wir versucht. Wenn unser Verstand dieser Versuchung nachgibt, dann findet eine Emp- fängnis statt und die Sünde ist geboren.

Versucht zu werden macht uns nicht böse. Sogar Jesus selbst wurde versucht. Aber er sündigte kein einziges Mal und in keinerlei Hin- sicht, und daher war er völlig rein.

Die Schrift sagt uns, dass Jesus„in allem seinen Brüdern gleich" war und „IN ALLEM wie wir versucht wurde" (Heb 2,17; 4,15). Er wurde genauso wie wir versucht und doch sündigte er nie.

Das mag für manche unter uns nicht besonders erstaunlich klingen, weil wir denken, dass Jesus, der ja Gott ist, natürlich leicht die Sünde überwinden konnte. Aber denk daran, dass er sich selbst der Vorrechte, die er durch die Gleichheit mit Gott besaß, entäußerte, als er auf die Erde kam (Phil 2,6-7). Obwohl er Gott war, hatte er, während er als Mensch auf Erden lebte, nur zur selben Kraft des Heiligen Geistes Zugang, die er uns heute auch anbietet. Daher wird uns gesagt, dass wir in dem Kampf laufen und dabei „zu Jesus aufsehen" sollen. Wenn wir heute „gegen die Sünde ankämpfen", können wir uns Jesus zum Vorbild nehmen und dadurch Mut gewinnen (Hebr 12,2-4). Denn jede Versuchung, der wir uns gegenübersehen, hat auch er als Mensch gekannt und überwunden. So wurde er für uns zum Vorläufer und zum Vorbild, dem wir folgen können (Hebr 6,20).

Das ist das „Geheimnis der Gottseligkeit ... Christus wurde offenbart im Fleisch ... und gerechtfertigt im Geist" (1Tim 3,16). Obwohl er unser Fleisch hatte, behielt er sein ganzes Leben lang seinen Geist rein.

Das gibt uns Hoffnung, dass auch wir überwinden können, wie er überwunden hat. Denn er hat uns durch das Opfer seines Leibes einen neuen und lebendigen Weg aufgetan , auf dem wir ihm folgen können (Hebr 10,20). Das ist der Weg der Heiligung.

Der alte Mensch und der neue Mensch

Wir haben bereits gesehen, dass wir den alten Menschen mit einem untreuen Diener vergleichen können, der die Diebe ins Haus einlässt. Dieser alte Mensch wurde gekreuzigt, weggeschafft und begraben. Jetzt lebt ein neuer Mensch in uns, der sagt: „Siehe, ich komme, um deinen Willen, o Gott, zu tun" (Hebr 10,7).

Und doch wissen wir auch, dass ein Jünger Jesu sündigen kann. Aber es ist ein Unterschied, ob ein Jünger oder ein Ungläubiger sündigt, so

wie es ein Unterschied ist, ob eine Katze ins schmutzige Wasser fällt oder ob ein Schwein ins schmutzige Wasser springt! Die Katze hasst das Schmutzwasser, aber fällt vielleicht unabsichtlich hinein. Das Schwein dagegen liebt es! Es ist eine Frage der Natur. Der Jünger Jesu hat eine neue Natur, welche die Reinheit liebt und die Sünde hasst.

Der alte Mensch will sündigen. Der neue Mensch will nie sündigen. Aber wenn der neue Mensch nicht stark genug ist, schafft er es viel- leicht nicht, die Tür seines Herzens vor den fleischlichen Begierden verschlossen zu halten. Das heißt nicht, dass er diese fleischlichen Begierden haben möchte. Nein, aber er ist nicht stark genug, ihnen zu widerstehen. Vielleicht hat er sich nicht ausreichend mit dem Wort Gottes genährt oder er hat sich nicht im Gebet gestärkt.

Es besteht also ein Unterschied, ob jemand eine Sünde begeht oder in Sünde fällt. Diesen Unterschied zu kennen ist sehr wichtig, denn so können wir viele unnötige Gefühle der Verdammnis in unserem Herzen vermeiden.

Die Bibel sagt: „Wer Sünde tut (derjenige, der mit Absicht fortwäh- rend sündigt), ist vom Teufel" (1Joh 3,8). Auf der anderen Seite schreibt er den Gläubigen: „Und wenn jemand sündigt (d.h. unab- sichtlich sündigt), haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, der gerecht ist. Und er ist die Versöhnung für unsere Sün- den" (1Joh 2,1-2).

Bewusste und unbewusste Sünde

Es besteht auch ein Unterschied darin, ob man in Sünde fällt oder ob man Sünde hat. Eine Sünde zu haben, bedeutet eine unbewusste Sünde in unserer Persönlichkeit zu haben - Sünde, derer wir uns selbst nicht bewusst sind, obwohl andere, die reifer sind als wir selbst, diese vielleicht in uns sehen können. Aber solch eine unbewusste Sünde braucht in uns nie ein schlechtes Gewissen zu verursachen. Denn Gottes Wort sagt: „Aber wo kein Gesetz ist, da wird Sünde nicht angerechnet" (Röm 5,13). Das bedeutet auch, dass uns Gott

die Sünde nicht zurechnet, wenn wir uns in unserem Gewissen keiner Schuld bewusst sind.

Bis zu unserem Todestag werden wir unbewusste Sünde in uns haben - allerdings immer weniger und weniger, wenn wir im Licht leben. Die Bibel sagt: „Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, betrügen wir uns selbst" (1Joh 1,8). Jemand, der von sich selbst behauptet, er habe keine Sünde, behauptet eigentlich, dass er bereits so vollkommen wie Christus sei. Aber Gottes Wort sagt uns, dass wir „wie er sein" werden, wenn er zurückkommt - und nicht vorher (1Joh 3,2). Menschen, die behaupten, sie seien bereits völlig gehei- ligt und vollkommen, täuschen sich daher nur selbst.

Unbewusste Sünde muss aber trotzdem gereinigt werden; und „das Blut Jesu Christi reinigt uns auch von aller (unbewussten) Sünde", wenn wir im Licht Gottes wandeln (1Joh 1,7). So können wir jetzt mutig, ohne Angst, in der Gegenwart des ewigen, heiligen Gottes stehen. So groß ist die Macht des Blutes Christi, uns zu rechtfertigen. Halleluja!

Barmherzigkeit und Gnade

Gottes Wort sagt uns, dass wir mit Zuversicht „zum Thron der Gnade kommen können, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zu der Zeit, wenn wir Hilfe nötig haben" (Hebr 4,16). Barm- herzigkeit und Gnade sind nicht dasselbe. Barmherzigkeit spricht von der Vergebung unserer Schuld. Das bezieht sich auf unsere Ver- gangenheit. Aber wir brauchen auch Gnade - für Zeiten der Not, in der Zukunft.

Unsere Zeiten der Not sind dann, wenn wir versucht werden und wenn wir zu fallen drohen - so wie Petrus, als er fast im See Geneza- reth unterging (Mt 14,30). In einer solchen Situation müssen wir um Gnade flehen; und so wie Jesus seine Hand ausstreckte, um Petrus festzuhalten, werden wir feststellen, dass auch wir Gnade empfan- gen, damit wir stehen bleiben und nicht fallen.

Es gibt wunderbare Verheißungen in Gottes Wort, die uns zusichern, dass Gott uns vor dem Fallen bewahrt. Sehen wir uns einige davon an. Zunächst verheißt Gott, dass er nicht zulassen wird, dass wir Ver- suchungen erleben, die wir nicht überwinden können: „Gott aber ist treu, der nicht zulassen wird, dass ihr über euer Vermögen versucht werdet, sondern mit der Versuchung auch den Ausgang schaffen wird, so dass ihr sie ertragen könnt" (1Kor 10,13).

Gottes Wort sagt auch: „Dem aber, der euch vor dem Straucheln behüten kann und euch untadelig stellen kann vor das Angesicht sei- ner Herrlichkeit mit Freuden ..." (Jud 24).

Mit diesen und vielen anderen wunderbaren Verheißungen aus Gottes Wort gibt es für uns keinen Grund mehr zu sündigen. Wir können nun so leben, dass wir allein den Willen Gottes tun (1Pt 4,2).

Fortschreitende Heiligung

Jesus beauftragte seine Apostel damit, andere darin zu unterweisen, alles zu halten, was er ihnen aufgetragen hatte (Mt 28,20). Jemand, der den Herrn liebt, wird sich zuerst von ganzem Herzen bemühen herauszufinden, was diese Gebote sind, und dann wird er danach trachten, sie zu befolgen (Joh 14,21).

Unter dem Gesetz gab Gott den Menschen Gebote, aber nicht die Kraft, sie zu halten. Warum hat Gott ihnen dann das Gesetz gege- ben? Damit dem Menschen klar würde, dass er von sich aus unfähig ist, Gottes Maßstäben gerecht zu werden, und dass er folglich sieht, dass er einen Erlöser und Helfer braucht. „So ist das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen auf Christus hin ..." (Gal 3,24).

Aber nun hat Gott einen neuen Bund mit den Menschen geschlossen. Und er hat uns nicht nur Gebote gegeben, sondern auch ein Vorbild in der Person unseres Herrn Jesus Christus. Jesus zeigte in seinem Leben auf Erden, dass es für uns möglich ist, allen Geboten Gottes zu gehorchen.

Gott hat uns unter dem neuen Bund versprochen, sein Gesetz in unseren Sinn zu geben und es in unser Herz zu schreiben (Hebr 8,10). Er tut dies durch den Heiligen Geist, der in uns wohnt. Der Heilige Geist ist unser Helfer, der uns nicht nur den Willen Gottes zeigt, sondern uns auch ein Verlangen gibt, diesen Willen zu tun und die Gnade, Gott in allen Dingen zu gehorchen.

Gott ist der Eine, der uns völlig heiligen wird (1Th 5,23). Wir kön- nen es nicht aus eigener Kraft. Wir müssen uns auf ihn verlassen - denn er ist derjenige, der in uns wirkt und uns sowohl das Verlangen als auch die Befähigung gibt, seinen Willen zu tun. Aber wir müssen

„unser Heil mit Furcht und Zittern verwirklichen" (Phil 2,12-13). Wir müssen uns bemühen und verwirklichen, was Gott in uns wirkt

- denn er hat uns nicht zu Robotern gemacht!

Gott reinigt uns von der Schuld der Sünde. Aber es ist uns aufge- tragen , „uns von jeder Befleckung des Fleisches und des Geistes zu reinigen und die Heiligung zu vollenden in der Furcht Gottes" (2Kor 7,1). Wir müssen dies tun, wenn und sobald eine Befleckung in uns ans Licht kommt.

Wenn wir somit „durch den Geist die Taten des Fleisches töten" (Röm 8,13), kann die Frucht des Geistes - Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftheit und Selbstbeherr- schung - mehr und mehr in uns offenbar werden. Das bedeutet es, in das Ebenbild Christi verwandelt zu werden.

Unser Leben wird somit ein Weg des heller und heller erstrahlenden Lichts (Spr 4,18). Das ist der siegreiche Weg der Heiligung, den Gott für uns bereitet hat.

Kapitel 8
Gottes Wort und Gebet

Die zwei Dinge, die ein Baby gleich nach der Geburt benötigt, sind Nahrung und Luft. Genauso geht es den Menschen, die eine geistli- che Geburt erleben. Die neugeborenen Kinder Gottes müssen essen und atmen.

Gottes Wort wird seine Nahrung und das Gebet sein lebensnotwen- diger Atem sein.

Gottes Wort - unsere geistliche Nahrung

Ein kleines Kind braucht zunächst Milch, aber später wird es auch feste Speise benötigen. Die Bibel beinhaltet sowohl Milch als auch feste Speise. Die Milch sind die„grundlegenden Lehren über Chris- tus" (Hebr 6,1); und „das Wort der Gerechtigkeit" wird als feste Nahrung bezeichnet (Hebr 5,13).

Wie schnell wir auf feste Speise umsteigen, hängt davon ab, wie schnell wir dem gehorchen, was Gott uns sagt.

Unser geistliches Wachstum hängt von Glauben und Gehorsam ab.

Gott hat uns in seinem Wort Verheißungen gegeben, so dass wir ihm vertrauen können. Er hat uns auch Gebote gegeben, denen wir gehor- chen sollen. Wenn wir regelmäßig über Gottes Wort nachdenken und ihm vertrauen und gehorchen, werden wir sehen, dass wir tief in Gott verwurzelt sind, wie ein immergrüner Baum, der nicht verdorrt. Dann wird Gott uns so segnen können, dass uns alles gelingt, was wir tun (Ps 1,2-3).

Wir können Gottes Wort nicht allein durch intellektuelles Studium verstehen. Wir brauchen die Offenbarung des Heiligen Geistes. Jesus sagte, dass die geistlichen Wahrheiten vor den Intelligenten und Klu- gen verborgen und den Kleinkindern offenbart wurden (Mt 11,25).

Was haben kleine Kinder, das intelligente und kluge Leute nicht haben? Ein reines Herz!

Gott sieht das Herz und nicht den Kopf an. Er offenbart sich denen, die demütig sind und die vor seinem Wort erzittern (Jes 66,2).

Jesus sagte, dass nur die Menschen, die Gottes Willen tun wollen, auch Gottes Wort verstehen (Joh 7,17).

Gottes Wort - das Schwert des Geistes

Gottes Wort ist auch die Waffe, die wir in unserem Kampf gegen Satan benutzen. Jesus selbst nannte es in Epheser 6,17 „das Schwert des Geistes".

Jesus selbst benutzte diese Waffe während der letzten drei Versuchun- gen in der Wüste mit großer Wirkung. Jedes Mal erwiderte er Satans Versuchungen mit „Es steht geschrieben ..." (Mt 4,4.7.10).

Auf diese Weise hat er überwunden; und auf diese Weise können auch wir überwinden.

Satan ist der Ankläger. Wir müssen zwischen seinen Anschuldigun- gen und den Überführungen durch den Heiligen Geist unterscheiden. Satan will uns quälen und er will, dass wir uns durch seine Anschul- digungen verdammt fühlen. Dagegen ist die Überführung durch den Heiligen Geist immer sanft und voller Hoffnung.

Wir können den Ankläger nur „durch das Blut des Lammes und das Wort unseres Zeugnisses" überwinden (Offb 12,11). Seine Anschuldi- gungen, die unsere vergangenen Sünden betreffen, können nur über- wunden werden, wenn wir ihm unser Zeugnis geben, dass das Blut

Christi uns gereinigt und uns gründlich gerechtfertigt hat. Wir müssen dieselbe Waffe benutzen wie Jesus: „Es steht geschrieben ..."

Indem wir Gottes Wort dem Satan gegenüber bekennen, überwinden wir nicht nur seine Anschuldigungen, sondern auch Entmutigung, Angst und eine Menge anderer Versuchungen, mit denen Satan unsere Gedanken angreift.

Darum ist es wichtig, Gottes Wort gut zu kennen, so dass uns der Heilige Geist in der Zeit der Not an die richtige Schriftstelle erinnern kann. Es ist deshalb gut, sich jeden Tag Zeit zu nehmen, um über Gottes Wort nachzudenken und ihn zu bitten, zu uns zu sprechen. Wenn wir Gottes Wort in unserem Herzen tragen, wird es uns davon abhalten, gegen ihn zu sündigen (Ps 119,11).

Gottes Plan für unser Leben

Gott hat einen vollkommenen Plan für unser Leben. Und er möchte uns leiten, damit wir diesen Plan erfüllen. Unser Leben auf dieser Erde wird am meisten gesegnet sein, wenn wir diesen Plan vollstän- dig erfüllen. Wenn wir uns für eine Karriere oder eine Ehe entschei- den, ist es gut zu wissen, dass Gott bereits einen Weg für uns vor- bereitet hat! Wenn wir seinen Weg wählen, können wir die vielen Fallgruben, die Satan uns gelegt hat, vermeiden. Diesen Plan für uns zeigt Gott uns vor allem in seinem Wort.

Gottes Willen zu finden ist ein ergiebiges Thema und wird in mei- nem Buch „GOTTES WILLEN FINDEN" ausführlicher behandelt.

In einem anderen Buch von mir mit dem Titel „SEX, LIEBE & EHE

- der christliche Ansatz" wird das Thema behandelt, wie man an die Ehe auf geistliche Art und Weise herangeht.

Gebet - mit Gott sprechen

Die Kommunikation mit Gott hat zwei Seiten. Zuerst hören wir Gott durch sein Wort zu uns sprechen. Und dann sprechen wir mit ihm.

Aber Gebet bedeutet nicht nur, Bitten an Gott zu richten. Ein wichti- ger Teil des Gebetes sollte es sein, mit Gott Gemeinschaft zu haben, wie eine Braut mit ihrem Bräutigam.

Es gibt keine Regeln dafür, wie eine Braut mit ihrem Bräutigam sprechen sollte.

Aber für unsere Disziplin ist es gut, wenn unsere Gebete aus fol- genden Teilen bestehen:

  1. Lobpreis an unseren Vater dafür, wer erist;
  2. Bekenntnis unserer Sünden und Fehler;
  3. Gebet für Gottes Reich;
  4. Bitten für unsere eigenen Bedürfnisse;
  5. Fürbitte für dieBedürfnisse anderer;
  6. Dank für das, was Gott getan hat; und
  7. Dank für das, was Gott noch tun wird.

Jesus lehrte uns, „allezeit zu beten" (Lk 18,1).

Eine gute Angewohnheit ist es, mit Gott über alltägliche Kleinig- keiten zu sprechen - und somit den ganzen Tag in einem Geist des Gebets zu verbringen. Auf diese Weise ist das Reden mit Gott für uns eine Freude und kein Ritual. Wir werden auch merken, dass Gott auf überraschende Weise zu unserem Herzen spricht.

Aber dies sind nur die Kindergartenstunden in der Schule des Gebets. Wir können uns weiterentwickeln, wenn wir treu sind.

In jedem Fall dürfen wir es nicht zulassen, dass das Gebet zu einem trockenen, leeren Ritual wird. Gebet ist wie atmen. Wenn das Atmen schwerfällt, dann wissen wir, dass etwas nicht in Ordnung ist! Gott wollte nie, dass Gebet trocken oder langweilig wird.

Wenn wir uns aber weiterentwickeln, werden wir feststellen, dass Gebet harte Arbeit ist. Wenn wir in den kleinen Anliegen, die Gott uns als Gebetslast aufs Herz legt, treu sind, dann werden wir merken,

dass Gott uns mehr und mehr von seinen Bürden aufs Herz legt. So können wir Mitarbeiter werden in Gottes Segenswerk für andere Menschen.

Jesus betete mit „lautem Schreien und mit Tränen" (Hebr 5,7). Als er im Garten Gethsemane betete, wurde sein Schweiß wie große Bluts- tropfen (Lk 22,44). So intensiv war sein Gebet.

Einmal verbrachte er eine ganze Nacht im Gebet (Lk 6,12). Er hatte die Angewohnheit, sich in die Wüste zurückzuziehen, um zu beten (Lk 5,16). Jemand hat einmal gesagt: „So wie Touristen an jedem neuen Ort nach Sehenswürdigkeiten Ausschau halten, so suchte Jesus immer nach einem ruhigen Platz, um zu beten."

Das Beispiel Jesu zeigt uns, wie wichtig das Gebet ist. Wenn er so viel beten musste, wie viel mehr müssen du und ich es tun.

Kämpfe gegen die Trägheit an und entscheide dich dafür, eine Frau/ ein Mann des Gebets zu werden, koste es was es wolle.

Kapitel 9
Gemeinschaft und dieGemeinde

Wir haben bereits gesehen, dass Gott uns in das Ebenbild Christi ver- wandeln möchte. Aber diese Verwandlung findet in uns nicht isoliert von anderen Jüngern Jesu statt. Nur mit ihnen zusammen werden wir verwandelt.

Gott möchte, dass wir nicht nur in Abhängigkeit von ihm, sondern auch in Gemeinschaft miteinander leben. Zur Zeit des Alten Testa- ments wirkte Gott durch Einzelne - durch einen Mose oder Elia oder einen Johannes den Täufer usw.

Aber unter dem neuen Bund möchte Gott einen Leib von Christen haben, die unter der obersten Leitung Christi eins geworden sind. Das ist es, was „die Kirche/die Gemeinde" ist - der Leib Christi (Eph 1,22-23; 2,14-16).

Die Gemeinde - der Leib Christi

Die Kirche ist weder ein Gebäude noch eine Glaubensgemeinschaft. Das im Neuen Testament gebrauchte Wort „Gemeinde" ist eine Übersetzung des griechischen Wortes „ekklesia" und bedeutet eine Versammlung von Menschen, die herausgerufen wurden - in diesem Fall aus der Welt herausgerufen, um Gottes Eigentum zu sein.

Überall auf der Welt bilden diejenigen, die auf Gottes Ruf, sich von der Sünde und der Welt zu trennen, reagiert haben, die Gemeinde - den Leib Christi. An jedem Ort sollten die Glieder am Leib Christi gemeinsam diesen Leib darstellen.

Der erste Leib Christi war der physische Leib, in dem Jesus auf die Erde kam. In diesem Leib zeigte Gott sich der Welt. Jesus gab sich dem Vater so vollkommen hin, dass er am Ende seines Lebens sagen konnte: „Wer mich sieht, der sieht den Vater!" (Joh 14,9).

Nun ist es unsere Berufung, gemeinsam der Welt um uns herum Jesus darzustellen. Niemand kann Jesus ganz allein hinreichend darstellen. Wir brauchen einander. Auch die Besten unter uns sind immer noch unausgeglichen. Wir haben unsere Stärken, aber wir haben auch unsere Schwächen. Wir mögen in der Lage sein, Christus auf einem Gebiet gut zu repräsentieren, aber sehr schlecht auf einem anderen Gebiet. Aber zusammen werden wir feststellen, dass die Stärken des Einen die Schwächen des Anderen ausgleichen. Und wenn wir ein- ander lieben und uns einander unterordnen, kann Christus durch uns einer ungläubigen Welt in seiner Totalität dargestellt werden. Das ist Gottes Absicht mit der Gemeinde.

Teil einer örtlichen Gemeinde werden

Sobald du bekehrt bist, musst du eine Gemeinschaft von Jüngern finden, die sich bemühen, Gottes Wort zu gehorchen und in Jesu Fußstapfen zu treten, und dich ihnen anschließen.

An diesem Punkt kann ein Neubekehrter angesichts der zahlreichen Gruppen und Konfessionen in der Christenheit verwirrt werden. Von einem Ende des doktrinären Spektrums bis zum anderen gibt es lei- der viele, viele Gruppen, die behaupten, die einzig wahren Reprä- sentanten Christi auf Erden zu sein!

Viele dieser Gruppen pochen auf die Bibel und wollen beweisen, dass du kein Teil des Leibes Christi sein kannst, wenn du dich ihnen nicht anschließt!

Die meisten von ihnen wären kaum davon zu überzeugen, dass Gott viele Kinder hat, die nicht in ihrer „Gruppe" sind und sich nicht exakt an ihre speziellen Lehren halten! So groß ist die Macht der Voreinge-

nommenheit! Du musst aufpassen, dass du dich nicht in diesem Netz von Pharisäertum und Sektierertum verfängst, von dem der Großteil des heutigen Christentums geplagt wird.

Halte dein Herz offen für alle, die den Herrn lieben und die bestrebt sind, ihm aufrichtig zu folgen. Sie mögen in ihren Lehren nicht auf Punkt und Komma genau mit dir übereinstimmen. Aber das ist nicht gravierend, solange sie in dem Licht wandeln, das Gott ihnen gege- ben hat. Wir können nicht verlangen, dass sie in dem Licht wandeln, das Gott uns gegeben hat.

Alle Kinder Gottes annehmen

Wir müssen so viele Brüder und Schwestern haben wie Gott Kinder hat. Wir sollten von ganzem Herzen alle willkommen heißen und annehmen, die Gott selbst angenommen hat (Röm 14,1; 15,7). Wenn Jesus sich nicht schämt, jemanden seinen Bruder zu nennen, dann sollten auch wir uns nicht dessen schämen (Hebr 2,11).

Zwei Extreme gibt es, in die Gläubige in der Frage der Gemeinschaft geraten können. Das eine Extrem ist, die Wahrheit aufs Spiel zu set- zen, um die Gemeinschaft aufrechtzuerhalten. Das andere Extrem besteht darin, in allen Angelegenheiten Einheitlichkeit zu fordern, bevor man Gemeinschaft anbietet. Wenn du weise bist, wirst du beide Extreme vermeiden.

Es ist offensichtlich, dass wir nicht mit solchen Menschen zusam- menarbeiten können, die mit uns nicht darin übereinstimmen, wie Gottes Werk getan werden sollte. Aber wir müssen nicht darauf bestehen, dass jemand bis ins letzte Detail genauso glaubt wie wir, bevor wir mit ihm Gemeinschaft haben können.

Du musst jedoch nach einer Gemeinde in deiner Umgebung Aus- schau halten, die eine geistliche Heimat für dich sein kann und der du dich verpflichten kannst.

Die neutestamentliche Gemeinde

Inmitten der vielen Gemeinden an deinem Ort solltest du eine suchen, die am ehesten dem Neuen Testament, soweit du es verstanden hast, entspricht. Im Laufe der Zeit, wenn du mehr vom Neuen Testament verstehst, erkennst du vielleicht, dass du diese Gemeinde verlassen und dich einer anderen anschließen solltest, die mehr im Einklang mit Gottes Wort ist.

Für jemanden, der geistlich wächst und entschlossen ist, nach Gottes Höchstem und Bestem für sein Leben zu streben, wird das etwas ganz Natürliches sein. Gib dich in jeder Hinsicht niemals mit weni- ger als Gottes Bestem zufrieden - dann wirst du in der Ewigkeit nichts zu bedauern haben.

Eine neutestamentliche Gemeinde sollte kein konfessionelles Etikett haben. Sie ist eine Gemeinschaft von Menschen, die durch den Hei- ligen Geist im Namen Christi versammelt wurden. Der Herr hat ver- heißen, nur inmitten einer solchen Versammlung anwesend zu sein (Mt 18,20).

Die Gemeinde, von der du ein Teil wirst, sollte die Bibel als Gottes Wort und als EINZIGE Grundlage für den Glauben und das Leben akzeptieren. Bei vielen sektiererischen Gruppen, die zwar behaupten, die Bibel allein als Autorität anzuerkennen, stellt man fest, dass sie die Schriften ihrer Leiter mit gleicher Autorität zitieren. Wenn du sie näher kennenlernst, wirst du feststellen, dass sie stärker an die Lehren ihrer Leiter als an Gottes Wort gebunden sind. Es mag bei ihnen viel Gutes geben. Aber wenn du dich ihnen anschließt, wirst du bald mer- ken, dass ihre sektiererischen Einstellungen dich versklaven.

In Gottes Kirche sind alle Gläubigen gleichermaßen Priester Got- tes - denn Gott hat uns alle zu Priestern gemacht (1Pt 2,9). Eine

„Kirche", die eine spezielle Klasse von Priestern oder „Pastoren" hat, die allein als qualifiziert gelten, das Wort Gottes auszuteilen, wider- spricht dem Willen Gottes.

Gott hat bestimmt, dass die Leitung der Kirche in den Händen von Ältesten (stets mehr als einem) sein soll. Aber diese Ältesten müssen keine Arbeiter im Vollzeitdienst sein (Apg 14,23; Tit 1,5).

In den Versammlungen einer neutestamentlichen Gemeinde wird der Schwerpunkt auf dem Predigen des Wortes Gottes liegen. Alle Gläu- bigen in einer solchen Gemeinde werden die Freiheit haben, entspre- chend ihrer Reife und gemäß ihrer geistlichen Gabe das Wort Gottes auszuteilen.

Wenn das gepredigte Wort wirklich vom Heiligen Geist inspiriert ist, wirst du feststellen, dass es erbaut, ermahnt und tröstet und „die Geheimnisse im Herzen der Menschen" aufdeckt, sodass die Zuhörer anerkennen müssen, dass Gott zu ihnen spricht (1Kor 14,3.24-31).

Das Hauptanliegen einer wahrhaft neutestamentlichen Gemeinde wird darin bestehen, Jünger zu machen und sie völligen Gehorsam gegenüber Jesu Geboten zu lehren (Mt 18,19-20).

Das Unterscheidungsmerkmal einer solchen Gemeinde wird die gegenseitige Liebe unter ihren Mitgliedern sein, so wie es Jesus in Johannes 13,35 darlegte: „Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt." Eine solche Gemeinde, wo das Wort Gottes kraftvoll gepredigt wird, wo die Liebe Gottes regiert und wo die Gegenwart des Herrn spürbar ist, ist die Gemeinde an deinem Wohnort, von der du ein Teil sein solltest.

Die Wichtigkeit der Gemeinschaft

Gerade wenn wir versuchen, in liebender Gemeinschaft mit anderen zusammenzuleben, stellen wir fest, wie sehr wir uns selbst verleug- nen und unser Kreuz jeden Tag auf uns nehmen müssen, wenn wir die Gemeinschaft aufrechterhalten wollen.

Satan ist stets damit beschäftigt, Keile zwischen Gottes Kinder zu treiben. Wenn wir reife Christen sind, werden wir immer auf der Hut sein, um zu verhindern, dass Keile zwischen uns und andere getrie-

ben werden. Es ist ein großer Verlust, wenn die Gemeinschaft im Leib Christi zerbrochen wird - sowohl für Gott als auch für uns.

In der Einheit der Gemeinde liegt enorme Kraft. Satan kann nur von einer einigen Gemeinde überwunden werden. Jesus sagte: „Wenn nur zwei Gläubige in ihrem Geist völlig eins sind, völlig vereint, kön- nen sie den Vater um alles bitten und ihre Bitte wird ihnen gewährt werden - weil ich in Kraft gegenwärtig bin, wo immer zwei oder drei solche vereinten Seelen durch den Heiligen Geist versammelt sind. Und eine solche Gemeinschaft von Gläubigen kann satanische Mächte in den himmlischen Regionen und auf Erden binden und somit den Einfluss Satans in Schranken halten. Durch ihre Gebete können sie auch Menschen aus der Knechtschaft Satans befreien" (Mt 18,18-20; frei übersetzt).

Das ist der Grund, warum Satan Spaltungen unter den Gläubigen herbeiführt und Klüngel und Cliquen in einer Gemeinde bildet. Er möchte sein eigenes Reich vor den Angriffen durch eine einige Gemeinde bewahren. Wir müssen vor Satans Intrigen auf der Hut sein und sie kennen.

Stell dir einfach vor, wie eingeschränkt der physische Leib Christi gewesen wäre, wenn seine Gliedmaßen nicht richtig zusammengear- beitet hätten. Er hätte dann nicht Gottes Herrlichkeit der Welt offen- baren können. Mit einer solchen Eingeschränktheit hat es Christus als das Haupt seines geistlichen Leibes heute zu tun, wenn es Spal- tungen unter Gläubigen gibt.

Und wir verlieren ebenfalls. Wenn du dich selbst auch nur von einem Kind Gottes abtrennst, beraubst du dich eines Teiles von Gottes Reichtümern, die dir nur durch dieses andere Kind Gottes hätten zuteilwerden können. Wir können die Liebe Christi nur gemeinsam

„mit allen Heiligen" begreifen (Eph 3,17-19).

(Als tiefergehendes Studium der Wichtigkeit christlicher Gemein- schaft sei dir mein Buch „EIN LEIB IN CHRISTUS" empfohlen.)

Kapitel 10
Das Ende dieses Zeitalters

Zur Zeit des Alten Testamentes gab es kein klares Verständnis vom Leben nach dem Tode und von Gottes Plan für die Zukunft. Aber Jesus lehrte sehr klar über diese beiden Themen. Auch für uns ist es gut, darüber Bescheid zu wissen.

Was geschieht nach dem Tode?

Der Tod hat für einen Jünger Jesu keinen Schrecken, denn Jesus hat den Tod überwunden. Der Tod ist ein besiegter Feind. Als Jesus starb, nahm er Satan die Macht, sodass wir nicht länger Angst vor dem Tod haben müssen (Hebr 2,14-15). Jesus hält nun die Schlüssel des Todes in seiner Hand (Offb 1,18). Nur er kann die Tür des Todes für seine Jünger öffnen. Satan kann sie nicht anrühren.

Was geschieht, wenn ein Mensch stirbt? Jesus beantwortete diese Frage klar, als er über den reichen Mann und Lazarus sprach. Am besten liest du jetzt Lukas 16,19-31, bevor du hier weiterliest ...

Dies ist kein Gleichnis - denn in keinem Gleichnis hat Jesus jemals wie hier den Namen eines Menschen erwähnt. Beide, der reiche Mann und Lazarus, waren reale Menschen.

Jesus macht uns hier klar, dass es zwei Orte gibt, wohin die Toten gehen. Einer ist der Himmel (auch genannt „Abrahams Schoß" oder

„Paradies" ) - ein Ort des Trostes; der andere Ort ist die Hölle - ein Ort der Qualen und des Leidens. Sobald ein Mensch stirbt, geht seine Seele sofort an einen dieser Orte, noch bevor sein Körper in der Erde begraben wird. Und obwohl er keinen Körper mehr hat,

wird er sich seiner Umgebung und entweder des Trostes oder der Schmerzen bewusst sein.

Der Mensch ist ein dreiteiliges Wesen, bestehend aus Geist, Seele und Leib (1Th 5,23). Beim Tod werden die Seele und der Geist vom Leib getrennt und gehen entweder ins Paradies oder in die Hölle.

Als er am Kreuz hing, sagte Jesus zu dem reuigen Räuber, dass er noch am selben Tag mit ihm im Paradies sein würde. Beide, Jesus und der Räuber, gingen in dem Moment ins Paradies, als ihre Seelen die Körper verließen. Jesus sagte, dass er nach seinem Tode drei Tage und drei Nächte lang „im Schoß der Erde" sein würde (Mt 12,40). Daher wissen wir, dass das Paradies zu dieser Zeit im Schoß der Erde gewesen sein muss. Als aber Christus „aus den unteren Teilen der Erde" wieder auferstand „und hinaufgestiegen ist in die Höhe, hat er Gefangene mit sich geführt ..." (Eph 4,8-9). Er nahm das Paradies und alle Seelen darin mit in den dritten Himmel.

Wenn wir die Verse 2 und 4 in 2. Korinther 12 miteinander verglei- chen, sehen wir, dass das Paradies jetzt im dritten Himmel liegt. Dorthin geht ein Jünger Jesu, sobald er gestorben ist (Phil 1,23).

Die Zeichen der Wiederkunft Christi

Die Bibel berichtet uns von einer Reihe von Ereignissen, die kurz vor der Rückkehr Christi auf die Erde stattfinden werden. Hier sind einige davon:

(1) Kriege, Hungersnöte und Erdbeben (Mt 24,7). Diese Dinge gab es auf der Erde schon immer. Aber es gab seit dem Zweiten Weltkrieg (1939-1945) einen großen Anstieg in ihrer Häufigkeit.

(2) Eine plötzliche Wissensexplosion und eine enorme Zunahme weltweiter Reisetätigkeit (Dan 12,4). Beides hat in den letzten fünfzig Jahren ebenfalls in viel größerem Ausmaß als je zuvor stattgefunden.

(3) Menschen lieben die Wollust mehr als Gott (2Tim 3,4). Unmoralisches Verhalten ist ein besonders böses Kennzeichen unserer Zeit. Pornografische Filme und Videos dienen Satans Absicht, unmoralisches Verhalten zu fördern.

(4) Menschen werden viel von sich halten, schmähsüchtig und den Eltern ungehorsam sein (2Tim 3,2-4). Heute sehen wir den Geist der Rebellion überall um uns herum - in Familien, in Schulen, in Universitäten und Fabriken.

(5) Christen werden vom Glauben abfallen (1Tim 4,1). Auch das sehen wir heute in der enormen Zunahme und Verbreitung von vielen Sekten, denen viele Gläubige zum Opfer fallen.

(6) Die Neugründung des Volkes Israel (der Feigenbaum, ein Symbol für Israel, der ausschlägt - Lk 21,29-31). Seit dem Jahre 70 n.Chr. waren die Juden über die ganze Erde verstreut. Fast 19 Jahrhunderte lang war der Feigenbaum verdorrt. Aber im Mai 1948 wurde die Nation Israel wiedergeboren. Jesus sagte, dass Jerusalem von nicht-jüdischen Völkern besetzt sein würde, bis deren Zeit erfüllt wäre (Lk 21,24). Im Juni 1967 besetzte das jüdische Volk Jerusalem, zum ersten Mal nach fast zweitausend Jahren.

Es ist spannend zu beobachten, was heute in der Welt geschieht. Die Zeichen deuten darauf hin, dass Jesus sehr bald wiederkommen wird.

Die erste Auferstehung und der Richterstuhl Christi Wenn Christus wiederkommt, werden alle, die zu ihm gehören in einem Augenblick verwandelt werden. Wir werden neue Leiber erhalten, die nie mehr altern oder sterben (1Kor 15,51-53). Unsere neuen Leiber werden genauso wie der Leib sein, den Jesus selbst

nach seiner Auferstehung hatte (Phil 3,20-21). All jene, die in Chris- tus gestorben sind, werden in ihren neuen Leibern aus ihren Gräbern auferstehen und zusammen mit den zu dieser Zeit noch lebenden

Jüngern Jesu in die Luft auffahren, um dort dem Herrn zu begegnen (1Th 4,13-17).

Dann wird Christus seinen Richterstuhl aufrichten, vor dem wir für unsere Treue im irdischen Leben individuell gerichtet (bewertet) und belohnt werden.

Die Bibel spricht von Kronen als Belohnung für diejenigen, die treu waren. Lies 2. Korinther 5,10; 1. Korinther 3,11-15 und 4,5; 2. Timo- theus 4,8 und 1. Petrus 4,5. Dort findest du weitere Einzelheiten über die Belohnungen, die der Herr seinen Jüngern dann geben wird.

An diesem Tag werden wir sehen, dass „die Ersten die Letzten und die Letzten die Ersten sein werden" (Mt 19,30). Viele, die uns auf der Erde sehr geistlich vorkamen, werden sich als nicht so treu in Gottes Augen herausstellen. Bei anderen, von denen wir keine hohe Meinung hatten, wird dann sichtbar werden, dass sie in Gottes Augen treu waren. An diesem Tag wird die unbekannte, aber treue Witwe den Vorrang vor dem weltbekannten, aber untreuen Prediger haben.

An diesem Tag werden wir erkennen, dass viele Dinge wie Geld und Ruhm, die von Menschen auf der Erde als sehr wertvoll erachtet wurden, vor Gott keinen Wert haben; und dass viele Werte, die von Menschen nicht geschätzt wurden, wie z.B. Reinheit, Demut, Selbst- losigkeit, Gnade und Güte von Gott sehr geschätzt werden.

Dann wird das stattfinden, was die Bibel als „die Hochzeit des Lammes Gottes" beschreibt - die geistliche Hochzeit Jesu Christi und seiner Braut - derjenigen, die treu waren, indem sie sich selbst verleugneten, täglich ihr Kreuz auf sich nahmen und ihm als seine Jünger auf Erden nachfolgten (Offb 19,8-10). An diesem Tag wer- den wir sehen, dass es wirklich wert war, Missverständnisse, Scham, Verfolgung und sogar den Tod für unseren Herrn und sein Evange- lium zu erleiden.

Das Tausendjährige Reich

Eine Friedensherrschaft von 1000 Jahren wird dann beginnen, wäh- rend deren Zustände wie im Garten Eden auf der Erde herrschen werden, mit dem Löwen, der friedlich neben dem Lamm liegt und dem Kind, das mit der harmlosen Kobra spielt (Jes 11,6-9).

Jesus wird dann von Jerusalem aus als König über die ganze Welt regieren (Sach 14,9-21). Satan wird in diesen Jahren gebunden sein, sodass er keinen Zutritt mehr zur Erde hat, wie es jetzt noch der Fall ist. Am Ende dieser 1000 Jahre wird Satan für eine kurze Zeit freigelassen werden, um die Ungläubigen auf der Erde noch einmal auf die Probe zu stellen. Erneut werden eine Menge Menschen Satan nachfolgen. Dies wird Gottes Zeichen für Engel und für Menschen sein, dass diese Menschen nicht wollen, dass Christus über sie herrscht, nicht einmal nachdem sie das 1000-jährige Friedensreich erlebt haben. So groß ist die Blindheit, Sturheit und Bosheit der Menschen. Aber Gott wird herabkommen, um diese rebellische Menge zu richten; Satan wird in einen Feuersee (der einfach eine größere Version der Hölle ist - Offb 20,7-10) geworfen werden.

Die zweite Auferstehung und das Endgericht

Gott wird dann seinen Richterstuhl aufrichten, um alle Ungläubigen zu richten. Das wird die zweite Auferstehung sein. Die Toten wer- den aus ihren Gräbern auferstehen. Die Seelen aller Ungläubigen werden aus der Hölle in ihre menschlichen Leiber zurückkehren, um vor Gott zu stehen und gerichtet zu werden. Sie werden gerichtet

„nach dem, was in den Büchern geschrieben war, nach ihren Werken"

(Offb 20,12).

Das Gedächtnis ist wie ein Videoband, das komplett alles, was wir in unserem irdischen Leben gedacht, gesagt und getan haben, auch unsere Gesinnungen und Motive, getreu aufzeichnet. Gott wird an diesem Tag das Band zurückspulen, damit die ganze Welt das ver-

borgene Leben jedes Menschen sehen kann. Auf diese Art wird Gott zeigen, dass er vollkommen gerecht handelt, wenn er Menschen der ewigen Verdammnis übergibt.

Die Menschen, deren Namen nicht im Buch des Lebens zu finden sind, werden in den Feuersee geworfen, wo sie sich zu Satan gesel- len werden, dem sie auf der Erde gedient haben (Offb 20,15).

Das Ende der Zeit

Dann wird die Zeit aufhören und die Ewigkeit beginnt. Erlöste Män- ner und Frauen werden in den neuen Himmel und in die neue Erde eingehen, und die Braut Christi wird dann - wie in Offenbarung 21 beschrieben - in ihrer ganzen Herrlichkeit strahlen.

Satan und alle Ungläubigen werden von diesem vollkommenen Himmel und dieser vollkommenen Erde entfernt werden. In diesem herrlichen neuen Universum wird die Sünde nie mehr ihr hässliches Haupt erheben, und es wird keine Begierden in unserem Fleisch mehr geben. Der Himmel wird voll sein von Menschen, die sich freudig dafür entschieden haben, für alle Ewigkeit bei Gott zu sein.

Der Aufruf, zu überwinden

Petrus sagte: „Da dies alles so zergehen wird (der existierende Him- mel und die Erde) , wie müsst ihr dann dastehen in heiligem Wandel und frommem Wesen" (2Pt 3,11).

Die Botschaft des Geistes in diesen letzten Tagen kann in einem Wort zusammengefasst werden: „ÜBERWINDET" (siehe Offb 2,7.11.17. 26; 3,5.12.21; 21,7).

Wir begannen dieses Buch, indem wir das betonten, was heute in den Predigten für Ungläubige oft fehlt: TUT BUSSE!

Wir schließen dieses Buch, indem wir das betonen, was heute in den Predigten für Gläubige oft fehlt: ÜBERWINDET!

Seit dem Sündenfall war dies der Ruf Gottes an die Menschen, Über- winder zu sein. Gott sprach zu Kain: „Die Sünde lauert vor der Tür (deines Herzens), aber du sollst über sie herrschen" (1Mo 4,7). Im letzten Buch der Bibel wird dieser Ruf wiederholt: „Wer überwindet, der wird es alles ererben und ich werde sein Gott sein und er wird mein Sohn sein" (Offb 21,7).

Nichts auf der Erde ist vergleichbar mit der Herrlichkeit eines Lebens, das in Gemeinschaft mit Gott und in der Erfüllung seines Planes gelebt wird. Das Leben, das Jesus auf der Erde gelebt hat, war das wunderbarste, herrlichste und fröhlichste Leben, das ein Mensch jemals gelebt hat. Er war nicht weltberühmt oder reich. Aber durch sein Leben strahlte er die Herrlichkeit Gottes aus.

Die gute Nachricht des Evangeliums ist, dass auch du diese Herr- lichkeit ausstrahlen kannst. Du kannst jeden Tag deines Lebens ein Überwinder sein. Mögest du also treu sein und allezeit mit den Wer- ten der Ewigkeit vor Augen dein Leben führen. Amen.