Jesus – Unser Vorbild als ein Prediger

Autor :   Zac Poonen Kategorien :   Die Gemeinde Leiter
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Die Welt hat nie einen besseren Prediger als unseren Herrn Jesus Christus gesehen. Es sollte das Ziel eines jeden Predigers sein, so weit wie möglich wie Er zu predigen.


Es gibt ein altes Buch über den Predigtstil Jesu mit dem Titel ,,The Master Preacher" [Der Meisterprediger], das im Jahre 1910 herausgegeben wurde (es ist jetzt vergriffen und nicht mehr verfügbar). Es ist ein ausgezeichnetes Studium, aber ein sehr umfangreiches Buch (319 Seiten) und schwer zu lesen. Einige der Hauptpunkte, die darin erwähnt werden, sind weiter unten aufgelistet.


Ich habe auch einen Artikel beigefügt, den ich vor einigen Jahren über meinen eigenen Predigtstil geschrieben habe ­ indem ich mich bemüht war, Jesu Vorbild nachzufolgen.


Das Studium des Predigtstils Jesu wird dich herausfordern, deinen Predigtstil zu ändern. Halte nicht an deinem eigenen Stil oder dem Predigtstil, den man im heutigen Christentum findet, fest, wenn du feststellst, dass Jesu Stil anders war.


Sei mutig und demütig genug, Änderungen vorzunehmen. Entscheide dich dafür, dem Beispiel Jesu radikal nachzufolgen. Dann wirst du feststellen, dass Gott dich machtvoll unterstützt und deinen Dienst segnet.


Wir brauchen heute mehr Beispiele von Predigern, die so predigen, wie Jesus es tat.


Zac Poonen DER MEISTERPREDIGER Von A.R. Bond (1910 erschienen, nun öffentliches Eigentum) Einige Auszüge aus dem Buch Jesus hatte für Seine Predigten keine festen Stunden. Er war die ganze Zeit des Jahres am Arbeiten und war während Seines öffentlichen Wirkens stark engagiert.


Zu Seiner Zuhörerschaft gehörten alle Schichten von Menschen und Er hatte für jede eine passende Botschaft. Er predigte zu der Menschenmenge öffentlich, aber zu Seinen zwölf Jüngern viel mehr privat. Er reiste in ganz Israel umher und sprach zu den Massen in den Dörfern mit gleicher Leichtigkeit wie zu Massen in der Stadt.


Einzelpersonen erhielten von Ihm dieselbe Zuwendung wie die großen Menschenmengen. Er hat die Armen nicht bloß auf Grund ihrer Armut vorgezogen.


Auch die Reichen konnten zu Ihm kommen, wenn sie sich selber demütigten.


In den ersten drei Evangelien lesen wir von 31 Gesprächen, die Jesus mit 28 Personen bei 24 Anlässen führte. Im Johannesevangelium lesen wir von 24 Gesprächen, die Jesus mit 17 Menschen führte. 8 Gespräche, die er mit Petrus führte, werden hervorgehoben.


Jesus sah die Bedeutung jeder Gelegenheit und ließ niemals eine durch die Finger gehen. Johannes 3,10 und 4,18 sind Beispiele, wo Er die Sensibilität gegenüber religiösen Wahrheiten nutzte und jede Person mit einer passenden Botschaft (und nicht bloß mit einer Standardbotschaft) erreichte.


Jesus war immer ungehindert ansprechbar und hatte für den Einzelnen hohe Wertschätzung. Er zeigte gegenüber Frauen und Kindern eine besondere Rücksichtnahme, sogar wenn das bedeutete, dass Er sich manchmal gegen die gesellschaftlichen Normen Seiner Zeit stellen musste (wie in Johannes 4). Er war der Freund der Sünder ­ bis zum Ende.


Jesus predigte im Tempel, in der Synagoge und im Freien. Er predigten in den Häusern der Menschen ­ ohne Rücksicht auf die gesellschaftliche Position, ihren finanziellen Status oder ihre Reinheit.


Wenn Er predigte, erhielt Er stets die Aufmerksamkeit der Menschen. Seine Predigt war immer ernst und leidenschaftlich. In Seinen Botschaften vermied er Witzeleien und Unbeschwertheit, und Er spaßte niemals mit den großen Wahrheiten der Ewigkeit. Er war stets würdevoll. Seine Predigt war im Stil dialogorientiert und Er ermutigte Menschen, Fragen zu stellen. Seine Persönlichkeit war Respekt einflößend und Seine Einsicht in die Gedankengänge der Menschen war erstaunlich akkurat. Jede Botschaft, die Er predigte, passte zum Anlass.


SEINE METHODEN Sein Zuhause in Nazareth brachte Ihn mit der Mittelschicht der Gesellschaft in Berührung und Sein mitfühlendes Herz brachte Ihn dazu, die Lage der Armen und der Unglücklichen in der Gesellschaft herauszufinden. Er benutzte die religiösen Vorstellungen Seiner Zeit als Ausgangspunkt und entlarvte dann ihre Irrtümer.


In intellektueller Hinsicht machte Jesus Seine Predigt für die Zuhörer verständlich und passte sie deren Niveau an (Mk 4,33). Er predigte einfach, aber dennoch tief und benutzte niemals ausgefallene Worte. Da der Verstand die Tür für die Gefühle und für den Willen ist, sprach Er zuerst den Verstand an.


Die Gefühle Seiner Zuhörer wurden durch Jesu Predigt geweckt. Von Seiten der Zuhörer wird bei 34 Anlässen berichtet, dass sie sich verwunderten. Bei 18 Anlässen wird berichtet, dass Er bei den Zuhörern Kummer auslöste oder linderte.


Es gab auch Zorn, Freude, Eifersucht, Hoffnung und Hass. Er erweckte solche Gefühle niemals in der Absicht, sich selbst zu befriedigen oder aus Sensationsgier, sondern immer zu dem Zweck, um Menschen auf den rechten Lebensweg zu führen.


In all Seinen Predigten versuchte Jesus schließlich bei den Menschen den Willen zu bewegen. Er arbeitete auf dieses Ziel hin ­ Menschen dazu zu bringen, sich völlig dem Willen Gottes zu unterwerfen.


Seine Logik: Er baute Seine Punkte schrittweise auf. Matthäus 19,17; 6,28ff; 10,25; 11,16ff; 12,24ff; 7,9ff; 12,11; Lukas 11,5ff; 14,28; 17,7; Johannes 3,2ff; 4,7ff; 8,17ff; 10,34ff.


Bildhafte Darstellungen: Er gebrauchte viele Sprachbilder. In der ,,Bergpredigt" gibt es 62 davon ­ z.B. Salz, Licht, Brot usw. Eine weite Bandbreite des Lebens wurde abgedeckt. Jesus trat in das volle Leben und in die Interessen von Menschen ein und war kein Einsiedler. Er benutzte viele Bilder aus der Landwirtschaft und aus dem häuslichen Leben. Die physische Welt gab ihm viele Themen für geistliche Realitäten. Seine Sprachbilder waren einfach und kurz. Seine Illustrationen erzählten nicht immer die ganze Geschichte. Er überließ einiges der Vorstellung Seiner Zuhörer, weil Er wollte, dass die Menschen selber nachdachten. Jesus benutzte klare, einfache Worte. Er benutzte nie abstrakte, schwierige Wörter. Er benutzte Sprachbilder nur dort, wo sie die Wahrheit klarer machten.


Befragung: Es gibt 237 unterschiedliche, aufgezeichnete Fragen, die Jesus stellte.


Dies ist zweifellos die beste Predigtmethode. Aber jemand muss mit Gott in Berührung kommen und muss Gottes Wort gründlich kennen, um immer eine Antwort parat zu haben. Jesus kannte die Gedankengänge der Menschen so gut, dass es heißt, ,,Jesus antwortete und sprach", selbst wenn Menschen nie etwas gesagt hatten.


Verurteilungen: Jesus brandmarkte Bosheit ohne jede Achtung vor der Person. Er strebte nie nach Akzeptanz auf Grund Seines Namens oder auf Grund Seiner Position in der Gesellschaft. Er benutzte starke Ironie und Sarkasmus und machte sich daher viele Feinde ­ die Ihn schließlich töteten. Aber Seine Verurteilungen waren völlig frei von aller Bosheit oder allem Hass.


Wiederholung: Jesus wiederholte Seine Botschaften oft an verschiedenen Orten. Er war mehr darum besorgt, die Bedürfnisse der Menschen zu befriedigen, als sich einen guten Ruf zu erwerben, indem Er bei jedem Anlass etwas Neues sagte. Er wiederholte Botschaften und Themen vor derselben Zuhörerschaft ­ über das Reich Gottes, über Gott als einen Vater, über Liebe, Wachsamkeit, Selbstverleugnung, das Kreuz usw.


Jesus packte stets viel Inhalt in wenige Worte.


Jesus strebte niemals danach, Menschen durch die Macht der Redekunst zu bewegen. Er wollte, dass Menschen vom Inhalt Seiner Botschaft bewegt werden.


Körperhaltung: Jesus predigte im Stehen als auch im Sitzen. Er betete in der Öffentlichkeit stehend und bei privaten Andachten im Sitzen. Er berührte viele, die Er heilte, darunter auch kleine Kinder. Diese Berührungen brachten Ihn diesen Menschen auch geistlich näher. Er benutzte auch die Hände beim Sprechen (Mt 12,49). Er sah zum Himmel auf (Mk 6,41; 7,34; Joh 11,41; 17,1) und schaute manchmal gewisse Leute direkt an (Mk 3,5.34; 8,33; 10,21; Lk 6,20; 20,17; 22,61).


Humor und Ironie: Jesus war ein Meister der Ironie. Er benutzte Redewendungen, die der gewöhnliche Mensch wertschätzen konnte. Er konnte gelegentlich einen Anlass von Verlegenheit in einen Anlass von Gewinn verwandeln (Mt 22,21). Siehe auch Matthäus 7,1-5; 11,17; 23,24; Lukas 11,37-41; 14,12-23.


Verblüffende Aussagen: Jesus machte manchmal verblüffende Aussagen, um die Zuhörer zum Nachdenken zu bringen. Siehe Matthäus 5,29-30; 6,24; 9,11ff; 11,11; 15,14; 16,28; 16,7; 21ff; 24,42-43; Mk 9,10; 10,26.30; Lk 2,41ff; 12,51; Joh 2,19; 6,60.


SEINE THEMEN Jesus benutzte besondere Anlässe, um bestimmte Wahrheiten zu betonen (Mt 12,46-50; Mk 12,41-44; Lk 22,24-30; Joh 4,35). Er lehrte Wahrheiten, die man erst allmählich voll verstehen konnte ­ während man an Christusähnlichkeit zunahm.


Er sprach hauptsächlich über diese sieben Themen: Das Reich Gottes (78 Erwähnungen) Gott, den Vater Ewiges Leben Selbstverleugnung Sünde und Gerechtigkeit Liebe Seinen Tod und Seine Auferstehung Er bezeichnete sich selber 52mal als der Menschensohn.


Er sprach auch über unbedeutendere Themen ­ so wie die Evangelisation der Welt, Fasten, Almosengeben usw. Jesus verlor niemals die wahre Relation der Wahrheiten zueinander.


Jesus stellte Prinzipien auf, um die Menschen in jeder Beziehung und in jeder Pflicht im Leben zu leiten. In Seiner Predigt bezog Er alle Schichten und Altersgruppen und alle unvorhergesehenen Fälle mit ein.


Er sprach über Themen von größter Bedeutung und nicht über belanglose Themen, die die Rabbis diskutierten (vgl. Mt 23,23). Er sprach nie über Philosophie, Reform oder Politik.


Jesus sprach logisch und schweifte nicht von Seinem Thema ab. Er benutzte Ermahnungen, Gleichnisse, Befragungen, Lehren usw., um den Menschen die Gegenwart und die Liebe Gottes real zu machen und ihnen ihre Verantwortung einzuschärfen.


Seine Botschaft spiegelte Seine eigene Erfahrung wider und Er lebte die Botschaft, bevor Er sie predigte (Apg 1,1).


Das Alte Testament: In den Evangelien gibt es in Jesu Lehrtätigkeit 34 direkte Zitate aus dem Alten Testament und 23 Anspielungen auf alttestamentliche Ereignisse. Er hatte das Alte Testament zu Hause, in der Dorfschule und in der Synagoge gelernt. Hebräische Jungen mussten Teile der Heiligen Schrift auswendig lernen. Auch Seine Mutter muss Ihn gelehrt haben. Jesus akzeptierte die göttliche Inspiration des Alten Testaments ohne irgendwelche Fragen. Das Alte Testament war im geistlichen Leben Jesu eine prägende Kraft.


Jesus lebte zu einer Zeit, in der jedermann den Meinungen der toten Gelehrten blind nachfolgte. Der Rabbi wurde über die Heilige Schrift gestellt. Originalität und Frische waren unbekannt. Inmitten all dessen war Jesus außergewöhnlich (Mt 7,29). Er legte das Alte Testament geistlich aus, Er ersetzte die übliche zeremonielle Auslegung und erhöhte seinen Standard (Mt 5).


Jesu Predigt war stets themenbezogen ­ und auf diese Weise predigten auch die Apostel, indem sie Seinem Beispiel folgten. Er zitierte aus dem Alten Testament, aber niemals lange Abschnitte. In 29 von den 34 Zitaten benutzte Jesus einen Zitathinweis wie z.B. ,,Es steht geschrieben". Manchmal verteilte Er Schwerthiebe mit zugespitzten Versen aus dem Alten Testament. Die 34 Zitate, die Er machte, stammten von 46 Texten im Alten Testament (28 aus den ersten 5 Büchern Mose, 7 aus den Psalmen und 11 aus den Propheten). Die Worte Jesu waren vom Geist und von der Ausdrucksweise des Alten Testaments erfüllt. Er benutzte alttestamentliche Beispiele, um die Traditionen der Menschen zu rügen (Mt 12,1-5).


Kontroverse Fragen: Die Juden waren mehr um ihre Privilegien als Gottes auserwähltes Volk als um ihre entsprechende Verantwortung gegenüber den anderen Völkern besorgt. Jesus predigte die Notwendigkeit einer persönlichen, lebendigen Beziehung mit Gott. Die Juden zollten den historischen Meinungen von toten Rabbis ungebührliche Bedeutung. Jesus betonte den Geist des Wortes und tadelte sie wegen ihrer übersteigerten Bibelverehrung. Die jüdische messianische Hoffnung beinhaltete Ehre und Macht. Jesus stellte sich vehement dagegen.


Wegen Seiner niedrigen Herkunft betrachteten Seine Feinde Jesus als mittelmäßig.


Aber Seine Popularität entfachte ihren Neid (Joh 17,12; 11,48) und es irritierte sie, dass Er den betrügerischen Zöllnern mehr Aufmerksamkeit schenkte. Sie beschuldigten Ihn der Heuchelei und dass Er im Bunde mit Satan sei.


Sechsmal beschuldigten sie Jesus, dass Er den Sabbat entheilige. Jesus lehrte, dass die Traditionen der Ältesten ein Hindernis für den Glauben und den echten Dienst für Gott waren.


Wir lesen von 22 Fällen, wo Jesus mit Seinen Feinden auf defensive Weise stritt (wie in Joh 8,7; Mt 22,21). Bei vier Gelegenheiten antwortete Jesus nicht auf die Anklagen, die gegen Ihn gerichtet wurden ­ und das machte Seine Feinde wütend.


Er weigerte sich, Zeichen zu zeigen, aber Er vollbrachte gelegentlich Wunder, um Seine Botschaft zu verteidigen (Mt 9,6; Lk 14,1-6).


SEINE WUNDER Die Berichte in den Evangelien erwähnen 26 Wunderheilungen und 8 Naturwunder, die Jesus bis zum Zeitpunkt Seines Todes vollbrachte (12 Wunderheilungen geschahen mit körperlichem Kontakt). Die Wunder Jesu waren nicht dazu gedacht, spektakuläre Vorführungen zu sein. Fünfmal weigerte Er sich, ein Wunder zu tun, als Er darum gebeten wurde (siehe Mt 12,38.45; 16,1-4; Lk 23,8-12; Joh 2,13-22; 6,22-59).


Die Wunder Jesu hatten nicht den Zweck, eine Zuhörerschaft zu gewinnen. Nur einmal (Lk 8,39) forderte Jesus die geheilte Person auf, anderen davon zu erzählen; und in diesem Falle war es deshalb, weil Jesus selber sofort von dort wegging.


Viermal hat Er es deutlich verboten (Mt 8,2-4; 9,27-31; Mk 7,32-37; 8,22-26). Die Versuchung, die Menschenmassen durch Wunder anzuziehen, könnte für jemanden zu stark gewesen sein, der weniger Vertrauen in die Wahrheit hatte, der Seiner aufopferungsvollen Mission weniger hingegeben und der mit der unentschlossenen Natur der Menschen weniger vertraut war.


Jesu Wunder waren eine Antwort auf menschliche Not. Er unterließ es nie, auf menschliche Not zu reagieren. Er handelte immer im Interesse von anderen. Er profitierte nie von Seinen eigenen Wundern, außer in Matthäus 14,13-23; 15,32-38 (bei der Vermehrung der Brote und Fische); und in Matthäus 17,24-27 (wo Er eine Münze im Maul des Fisches fand) ­ und in all diesen Fällen geschah es auch zum Wohle anderer. Die Wunder waren Offenbarungen von göttlichem Mitgefühl.


Die Wunder hatten auch eine Beweiskraft, indem sie die Person Jesu bezeugten (Joh 2,11.23; Mk 2,10-11; aber vgl. Joh 12,37). Die größte Anzahl von Wundern geschah in der mittleren Periode Seines Wirkens ­ in der Zeit der größten Opposition.


Geistliche Wahrheit sollte immer im Zentrum stehen (siehe die aufsteigende Reihenfolge in Mt 11,5 und Joh 10,37-38). Jesus lehrte auch, dass einige, aber nicht alle Krankheiten von Sünde herrührten (Joh 5,14; Joh 9,3).


Jesus benutzte den Anlass Seiner Wunder oft, um einige Wahrheiten zu lehren.


SEINE SANFTMUT Sanftmut ist das Zeichen einer großen Person (Mt 12,20). Jesus konnte nie ohne Rührung auf die sich abmühende Menschenmenge schauen. Sein Interesse an Menschen war Seine Hauptleidenschaft. Sein Herz war voller Mitgefühl (Mt 9,36; 14,14; 18,27; Mk 1,41; 6,34; Joh 11,35). Der Umstand, dass Er wie alle anderen Menschen versucht wurde, erhöhte Sein Mitgefühl (Hebr 2,18; 4,15).


Jesus nahm trotz anderer Belastungen stets eine liebevolle Haltung ein. Er war kein einziges Mal in einer schlechten Laune. Es gibt keinen einzigen Fall, wo Er eine Bitte nach Heilung ausgeschlagen hat. Er war gegenüber verachteten Sündern sanftmütig und freundlich (Lk 7,34; Mt 11,28). Er kümmerte sich um die Unterschicht ­ die Aussätzigen, die Geisteskranken, die Blinden und die Besessenen. Er erhöhte die Frau auf die Ebene des Mannes. Er war wahrhaft ritterlich.


Seine Sanftmut hinderte Ihn jedoch nicht daran, dort fest zu sein, wenn es um den Willen Gottes ging (Joh 6,15; Mt 16,23; Joh 7,3; Lk 9,51). Er wusste wie, wann und wen Er zurechtweisen oder trösten musste. Er hatte für jede Person zu jedem Anlass ein passendes Wort (vgl. Mt 8,26 mit Joh 14,1; und Lk 7,44-46 mit 7,48.50; Joh 12,3-8).


Seine Sanftmut spiegelte sich im Klang Seiner Stimme wider. Er sprach niemals in harschen, grausamen oder abstoßenden Tönen ­ obwohl Er wusste, wie man stark zurechtweist. Kinder fühlten sich zu Ihm hingezogen und waren weder von Seiner Stimme noch von Seinem Äußeren abgeschreckt. Jesus vertrieb die Schatten und verscheuchte Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung, wo immer Er hinkam.


SEINE BESCHEIDENHEIT Jesu persönliches Aussehen war einfach. In Fragen des Kleidungsstils folgte Er den Umgangsformen Seines Volkes. Die Mittelklassefamilie, der Er angehörte, trug gewöhnlich weiße Kleider (wie es die Männer in den Dörfern Indiens tragen).


Jesu Predigtstil war frei von Zierde, von komplexen Ausführungen und von verworrenen Gedanken. Er strebte nicht danach, einen Ruf zu erlangen, entweder durch eine mystische, unverständliche Botschaft noch durch das Zitieren von großen Schriftstellern der Geschichte. Das einzige Buch das Er jemals zitierte, war das Alte Testament.


Seine Botschaft war klar und einfach und Er war von dem, was Er lehrte, völlig überzeugt. Es gab niemals eine Revision oder eine Korrektur von früheren Irrtümern. Menschen aller Schichten konnten Ihn verstehen ­ wenn sie bereit waren, allein den Willen Gottes zu tun (Joh 7,17). Er sprach stets in der Sprache der gewöhnlichen Menschen. Seine Illustrationen stammten immer aus dem Leben, das den gewöhnlichen Menschen vertraut war.


Sein persönlicher Lebensstil war, so wie auch Seine Botschaft, einfach. Er hatte nur wenige persönliche Bedürfnisse. Er nahm Seine rauen Fischer-Jünger ohne die geringste Verlegenheit zu gesellschaftlichen Feiern mit. Er war demütig genug, Einladungen zum Essen anzunehmen, sogar wenn Er wusste, dass Er ihre Gastfreundschaft nicht erwidern konnte. Er hatte kein Verlangen, von anderen oder von künftigen Generationen als Gelehrter zitiert zu werden. Sein einziger Wunsch war es, den Willen des Vaters zu tun. Seine Motive waren kristallklar und daher waren Sein Antlitz und besonders Seine Augen sehr klar (denn das Angesicht und die Augen eines Menschen spiegeln seine innere Seele wider).


SEIN INNERES LEBEN Jesus war ein sehr beobachtender Mensch ­ ein eifriger Beobachter des Lebens um Ihn herum. Das ist aus Seinen Gleichnissen und Sprachbildern offenkundig.


Er war intellektuell und emotional sehr ausgeglichen. Er war stark emotional, aber Er ließ nicht zu, dass dies Seine Gelassenheit störte. Er war idealistisch, aber Sein Idealismus führte nicht dazu, dass Er die Zustände, in denen die Menschen lebten, vergaß. Seine Worte zu den Pharisäern und zu den reuigen Sündern zeigen Seine perfekte Haltung. Er fühlte sich nie von jemandem genervt oder wurde nie aufgebracht, noch ließ Er zu, im Angesicht von menschlicher Not von Gefühlen mitgerissen zu werden.


Er lebte in der Furcht Gottes und ohne eine Sünde zu begehen und daher funktionierten Sein Verstand, Seine Gefühle und Sein Wille perfekt. Sein inneres Leben war völlig frei von der Angst vor unvorhersehbaren Ereignissen des Alltags.


Sein Verstand fällte Urteile nicht auf Grund der Informationen, die Er durch die fünf Sinne erhielt, sondern indem Er aktiv danach strebte, die Stimme Seines Vaters zu hören (Jes 11,3-4). Und daher war jede Kritik, die Er äußerte, immer richtig und immer konstruktiv.


Jesus benutzte Seine Vorstellungskraft (Mt 9,36; Lk 10,19), aber dies führte stets zu Taten des Dienstes. Er dachte in Kategorien von konkreten Wirklichkeiten statt in abstrakten Wahrheiten. Er kontrollierte Seinen Verstand, um klar, logisch und positiv zu denken. Doch als Mensch hatte Sein Verstand all die Begrenzungen, die der normale menschliche Verstand hat (Mk 11,13; 13,32).


Jesu Gefühlsleben war an den Belangen anderer Menschen interessiert ­ aber niemals auf das eigene Ich konzentriert. Da Er die Menschen liebte, teilte Er die Sorgen und Freuden der Menschen in Seiner Umgebung. Er redete die Wahrheit ­ aber immer in Liebe. Er trat in das menschliche Leid ein und wurde ein ,,Mann der Schmerzen" genannt (Mk 7,34; 8,12). Seine Predigt war voll von gefühlsbetontem Optimismus. Er war nie entmutigt. Er freute sich (Lk 10,21; Joh 15,11; 17,13). Er war zornig (Mk 3,5; 10,14; Mt 9,30; 16,23; 21,12-17; Joh 2,13-22) und Er war zweimal verwundert ­ in Matthäus 8,10 (über jemandes Glauben) und Markus 6,6 (über jemandes Unglauben).


Sein Wille war darauf ausgerichtet, allein die Ehre Gottes zu suchen. In aufregenden Situationen beherrschte Er sich selber. Die Feindschaft Seiner Feinde und der Rat Seiner Freunde haben Seine Entscheidungen nie beeinflusst. Obwohl Er einen starken Willen hatte, zwang Er Seinen Willen anderen nie auf. Er zwang niemanden, irgendetwas zu tun. Er band Menschen durch Seine Seelenkraft nicht an sich.


Jesus war ein Mann des Gebets. Davon gibt es 16 aufgezeichnete Beispiele in den Evangelien. Diese beinhalteten Dankgebete (Mt 11,25-26; Joh 11,41), Fürbitte (Lk 22,32; 23,34; Joh 17), Gebete um geistliche Stärkung (Lk 3,21; 5,15-26; Mt 14,15- 23; Joh 12,27; Lk 22,42), um Weisheit (Mk 1,35ff; Lk 6,12-13) und um Offenbarung für andere (Lk 9,18-27; 28-29; 11,1).


Jesus lehrte, dass Gebet in Demut (Lk 18,10-14), in Aufrichtigkeit (Mt 6,5-15), in Gehorsam (Joh 15,7), im Glauben (Mk 11,24) und unter Fasten (Mt 17,21) dargebracht werden muss.


SEINE MACHT UND SEINE AUTORITÄT Jesus redete als ein König und mit leidenschaftlichem Ernst. Er sprach nie in einem zögerlichen Ton eines Wahrheitssuchenden. Seine Vortragsweise war zuversichtlich und Er erregte schon durch Seine Stimme Aufmerksamkeit.


Sein persönliches Verhalten und Gebaren waren Respekt einflößend. Er erniedrigte sich selbst nie, um das Wohlwollen derer, die gesellschaftliche und religiöse Macht hatten, zu suchen. Er hatte das Auftreten einer solchen Person, deren Ressourcen selbst unter den lebensbedrohlichsten und härtesten Anforderungen nicht versagen. Seine Gelassenheit war ungebrochen. Sein Verhalten flößte anderen Ehrfurcht ein (Lk 4,30; Mk 1,22; Joh 18,6).


Im Hinblick auf persönliche Gefahren war Er unbesorgt (Lk 13,32) und Er attackierte die Sünde mit Mut. Er wies sogar auf Fehler bei Seinen Freunden und Seinen Jüngern hin. Er sprach stets direkt zum Herzen.


In Bezug auf Seine Botschaft, die Er predigte, war Er in Seinem Verstand sehr bestimmt und Er wusste sie bei jeder Gelegenheit anzupassen. Er las die Zeichen der Zeit, suchte den richtigen Augenblick für Seine Botschaft und wusste, wann Er reden und was Er reden sollte. Er wandte Seinen Zorn nie falsch an. Er wusste, wie man jeden Fall für sich betrachtet behandelt. Er passte Seinen Dienst an die wirklichen Probleme des Lebens an (Mt 6,33), Er vergeudete Seine Zeit nie damit, um über Politik, Wissenschaft oder Dichtung zu reden.


Seine Macht lag auch in der Tatsache begründet, dass Er für alle Menschen mit ihren unterschiedlichen Nöten ständig zugänglich war. Die Menschen spürten, dass sie auf diese Weise an Seinem Leben Anteil hatten und dass ihre Lasten auf Ihn gelegt werden konnten. Seine Güte zog andere zu Ihm, und Seine körperliche Berührung brachte Ihn den Kranken nahe.


Doch trotz Seiner Autorität und Macht respektierte Er die Würde des Menschen als ein freies moralisches Wesen, das von Gott Entscheidungsfreiheit erhalten hatte.


Jesus benutzte Seine Macht oder Autorität nie, um diese Freiheit zu verletzen.


Und daher stammte die Autorität Jesu von 1. der Salbung des Heiligen Geistes, die Er bei Seiner Taufe empfing.


2. Seiner Beziehung mit Seinem Vater, in der es eine ständige Armut im Geist, ein Ausgießen Seines Seelenlebens in den Tod, eine absolute Reinheit und einen totalen Gehorsam gab.


3. Seinem Mitgefühl mit den Nöten der Menschen.


DIE RESULTATE Das irdische Leben Jesu lag zwischen einer Geburt in einem Viehstall und einem Tod eines Verbrechers. Keines von beiden würde in den Augen der Welt auf eine erfolgreiche Karriere hindeuten. Er strebte nie nach Wertschätzung oder Anerkennung von Menschen.


Jesus machte keinerlei Anstrengung, Menschenmassen zu sich zu ziehen.


Wenn die Massen spontan kamen (Lk 4,37; Joh 12,19), war Er nicht verführt. Es gab jene, die Ihm von ganzem Herzen nachfolgten und jene, die Ihn hassten. Es gab Bekehrungen, Jüngerschaft, Anbetung, liebevolle Dienste und Wertschätzung, sowie auch Abfall, Missbrauch und Missverständnisse.


Aber Er ließ Seine Botschaft und sich selber im Leben Seiner Nachfolger erneut Fleischesgestalt annehmen und lenkte sie auf den Weg des Kreuzes. Das war Sein Erfolg.


BIST DU BEREIT, DEINEN PREDIGTSTIL JETZT ZU ÄNDERN? Mein Predigtstil ­ Zac Poonen Gott entschied in Seiner großen Weisheit, dass Er Menschen durch die ,,Torheit der Predigt" retten würde (1Kor 1,21). Die Verkündigung von Gottes Wort ist daher das größte Werk, an dem irgendein Mensch beteiligt sein kann. Ich fühle mich sehr geehrt, dass Gott mich zu diesem Dienst berufen hat. Aber Predigen ist auch jener Dienst, der von geldliebenden Predigern und Verführern am meisten missbraucht wurde.


Uns ist aufgetragen, ernsthaft nach der Gabe der prophetischen Rede [Prophetie] zu streben (welches die Gabe ist, in einer solchen Weise zu predigen, dass Menschen dadurch ermutigt, herausgefordert und zugerüstet werden ­ 1Kor 14,1.3). Daher begann ich diese Gabe zu suchen, sobald ich getauft war (im Alter von 21 Jahren).


Und als Gott mich mit dem Heiligen Geist salbte (im Alter von 23 Jahren), gab Er mir auch diese Gabe. Am Anfang war ich versucht, Menschen mit meinem Predigen zu beeindrucken und sie gefühlsmäßig zu bewegen. Aber eines Tages stellte mir der Herr die Frage: ,,Möchtest du Menschen helfen oder möchtest du sie beeindrucken?" Ich sagte, dass ich ihnen helfen möchte. Darauf sagte der Herr: ,,Dann versuche nicht, sie zu beeindrucken." Es war nicht einfach, die Versuchung, Menschen zu beeindrucken, zu überwinden, aber ich kämpfte dagegen an und überwand sie allmählich.


Jeder Prediger hat seinen eigenen speziellen Predigtstil. Die meisten indischen Prediger ahmen charismatische amerikanische Prediger nach. Ich traf die Entscheidung, dass es für mich das Beste wäre, meine Predigt nach Jesu Predigtstil auszurichten. Daher studierte ich die Art und Weise, wie Jesus predigte.


Das Erste, was ich bei Jesus sah war, dass Er nur das predigte, was Er bereits praktiziert hatte. Er tat zuerst und lehrte dann (Apg 1,1). Daher hatte seine Predigt stets eine praktische Anwendung. Ich wusste, dass die Bibel mir auftrug, ,,die prophetische Rede nur dem Glauben gemäß zu üben" (Röm 12,6) ­ mit anderen Worten, nur bis zum Grad meiner geistlichen Erfahrung. Aber ich versagte in diesem Punkt, weil ich der Versuchung erlag, Menschen zu beeindrucken. Und so endete ich für ein paar Jahre in einem rückfälligen Zustand. Aber Gott war barmherzig mit mir, Er erfüllte mich im Januar 1975 erneut mit Seinem Heiligen Geist und stellte mich wieder her. Ich traf damals die Entscheidung, dass ich danach nur das predigen würde, was ich bereits praktiziert hatte oder (zumindest) wonach ich ernstlich trachtete. Gott führte mich dann durch verschiedene Prüfungen, um mich Seine Wege und wie ich Ihm in schwierigen Situationen vertrauen sollte, zu lehren. Dadurch wuchs ich an Glauben und Weisheit ­ und ich konnte diesen Glauben und diese Weisheit durch meine Predigt an andere weitergeben.


Zweitens predigte Jesus stets in der Kraft des Heiligen Geistes. Als Er mit zwei Jüngern nach Emmaus ging, predigte Er zwei Stunden lang zu ihnen und ihr Herz brannte in ihnen während dieser zwei Stunden. Ich hielt mir dieses Beispiel vor Augen und wollte jedes Mal auf diese Weise predigen. Ein Hähnchenschenkel, den man gerade aus der Gefriertruhe genommen hat, ist total unappetitlich. Aber wenn der gleiche Hähnchenschenkel am Feuer gebraten wird, macht es einem den Mund wässrig. Das ist der Unterschied zwischen kalter Wahrheit und derselben Wahrheit, die mit dem Feuer des Heiligen Geistes gepredigt wird. Völlige Abhängigkeit von der Salbung des Heiligen Geistes ist daher in all meinen Predigten das Wichtigste. Ich bete jedes Mal, wenn ich predige, dass Gott mich auf eine solche Weise salbt, dass meine Worte die Herzen der Leute zum Brennen bringen.


Drittens sprach Jesus sprach in erster Linie den Verstand der Menschen und nicht ihre Gefühle an. Seine Predigt forderte die Menschen heraus, überführte sie und führte sie zum Glauben und zum Gehorsam. Er peitschte ihre Gefühle nie auf eine solche Weise auf, wie es viele Prediger heutzutage tun. Uns ist befohlen, Gott von ganzem Herzen und mit unserem ganzen Verstand [Denken] zu lieben. Ich glaubte, dass all meine Predigten wie gut gekochte Mahlzeiten sein müssen ­ sowohl nahrhaft als auch schmackhaft!! Daher musste ich mich mehr anstrengen, eine Predigt vorzubereiten, als sich irgendeine Hausfrau je Zeit nahm, eine gute Mahlzeit vorzubereiten. Eine gute Hausfrau bereitet ihr Essen auf eine attraktive Weise zu.


Auch ich musste meine Gedanken klar anordnen, bevor ich predigte. Viele Prediger tun das nicht ­ und sie vergeuden letztendlich die Zeit der Leute, indem sie in ihrer Predigt umherschweifen. Gott ist ein Gott der Ordnung (1Kor 14,33.40) ­ und Er wird verherrlicht, wenn eine Botschaft in einer ordentlichen, verständlichen Weise präsentiert wird.


Viertens hatte Jesus aus zwei Gründen das richtige Wort zu jedem Anlass: Er hörte ständig auf Seinen Vater (Jes 50,4) und Er hatte eine große Liebe für Menschen. Ich studierte Gottes Wort in all meinen freien Augenblicken, um Gottes Sinn genau zu erkennen. Viele Prediger studieren Hebräisch und Griechisch, um die Heilige Schrift zu verstehen. Aber ich sah, dass das, was ich benötigte, nicht eine Kenntnis dieser Sprachen war, sondern die Offenbarung des Heiligen Geistes, da Er der Autor des Wortes Gottes ist. Der Heilige Geist lehrte mich viele herrliche Wahrheiten, die ich von keinem Menschen jemals gehört hatte. Diese Wahrheiten führten mich zu einem innigen Wandel mit Gott und erretteten mich von den Verführungen und Fälschungen, die heute das Christentum überfl